---- Menüleiste laden
Senden   Speichern   Drucken

Provinz Pommern

(Herzogtum Pommern)

Provinzhauptstadt Stettin

Geschichte - Landkarten

Das Königreich Preußen mit seinen Provinzen: Brandenburg - Hannover - Hessen-Nassau - Ostpreußen - Pommern - Posen - Rheinland - Sachsen - Schlesien - Schleswig-Holstein - Westfalen - Westpreußen

 

Fahne - Landesfarben der preußischen Provinz Pommern

Fahne - Landesfarben der preußischen Provinz Pommern

Provinz Pommern

 Provinz Pommern, Lage im Deutschen Reich

Wappen der preußischen Provinz Pommern

Provinz Pommern Landkarte 1914
 Provinz Pommern, Lage im Deutschen Reich Wappen der preußischen Provinz Pommern Provinz Pommern, Landkarte 1914

 

Pommern

Seebad Swinemünde - Strandleben
Stettin - Denkmal Friedrich des Großen
Stettin - Dampfer Odin am Dampfschiffbollwerk
Seebad Swinemünde - Strandleben Stettin - Denkmal Friedrich des Großen Stettin - Dampfer Odin am Dampfschiffbollwerk

 

Geschichte

Pommern wurde ursprünglich von den zum germanischen Stamme der Vandalen gehörigen Rugiern und Turcilingern bewohnt und als diese während der Völkerwanderung nach Süden abzogen, gegen Ende des 5. Jahrhunderts von slawischen Völkern in Besitz genommen. Sie nannten sich westlich der Oder Wilzen und später Liutizen, östlich davon Pommern (Pomerani), ein Name, der zu Karls d. Gr. Zeit auftaucht und zunächst nur am Land haftete. Karls Vordringen bis zur Peene war ohne nachhaltige Wirkung. Ebenso wenig konnte Polen, dessen Herzog Boleslaw Chrobry 995 das Land östlich der Oder unterwarf, sich auf die Dauer behaupten. Als erster Fürst in Pommern erscheint Swantibor I. um 1100. Nach seinem Tod (1107) fand eine Teilung des Landes unter seine vier Söhne statt. Die beiden Älteren erhielten das Land zwischen Peene und Persante (Slawien) mit der Hauptstadt Stettin, die beiden Jüngern Pomerellen zwischen Persante und Weichsel mit der Hauptstadt Danzig. Als die Linie Pommern-Danzig 1295 ausstarb, fiel der westliche Teil Pomerellens an Pommern-Stettin; der östliche wurde von den Markgrafen von Brandenburg, welchen die Lehnshoheit über Pommern zustand, beansprucht, ging aber 1308 durch Kauf an den Deutschen Orden über. Wratislaw I., der Stifter der Linie Pommern-Stettin, wurde 1124 mit einem Teil seines Volkes vom Bischof Otto von Bamberg zum Christentum bekehrt. In Julin auf der Insel Wollin wurde ein Bistum gegründet, das bald nach 1140 nach Kammin verlegt wurde. Doch wurde das Heidentum erst zu Ende des 12. Jahrhundert völlig beseitigt. Wratislaws Söhne Bogislaw I. und Kasimir I. nahmen 1170 den Herzogstitel an und schlossen sich 1181 dem Deutschen Reich an, doch verlieh Kaiser Friedrich I. die Lehnshoheit über Pommern dem Markgrafen Otto I. von Brandenburg. Die Linie Pommern-Demmin, die um 1136 von Kasimir I. gegründet wurde, erlosch schon 1264. Barnim I. (gestorben 1278) vereinigte noch einmal alle Landesteile. Als nach dem Erlöschen der Linie Pommern-Danzig das westliche Pomerellen erworben wurden, teilten Barnims Söhne 1295 diese von neuem: Bogislaw IV. stiftete die Linie Pommern-Wolgast, Otto I. in den Gebieten rechts der Oder die Linie Pommern-Stettin.
Die Linie Pommern-Stettin, von Otto I. 1295 gestiftet, erwarb unter Wratislaw IV. 1320 die Uckermark. Als König Ludwig der Bayer 1323 seinem Sohn Ludwig die Mark nebst Pommern verlieh, kam es zu jahrelangen Fehden mit Brandenburg. 1338 entsagte dieses der Lehnshoheit und erhielt dafür die Zusage der Erbfolge; so wurde Pommern reichsunmittelbar. Barnim III., Ottos I. Sohn, erwarb 1354 die östliche Uckermark. 1370 begann ein mit geringer Unterbrechung fast 30 Jahre währender Krieg mit Brandenburg um den Besitz mehrerer Städte der Uckermark. Swantibor III., der einzige, der von Barnims III. Söhnen 1405 noch am Leben war, wurde 1409 vom Markgrafen Jobst auch zum Statthalter der Mark Brandenburg ernannt; doch endete diese Statthalterschaft schon 1411, als Siegmund die Mark an den Burggrafen von Nürnberg, Friedrich von Zollern, verpfändete. Hiermit unzufrieden, verbündete sich ein Teil des brandenburgischen Adels mit Swantibors Söhnen gegen Friedrich, und auch nach Swantibors Tod (1413) wurde dieser Krieg von seinen Söhnen Kasimir VI. und Otto II., welche nun gemeinschaftlich regierten, fortgesetzt. Am Kremmer Damm 1412 geschlagen, errang Friedrich von Brandenburg 1420 einen Sieg bei Angermünde. 1427 erfolgte der Friedensschluss zu Templin , der eine Heirat zwischen Joachim, Kasimirs Sohn, und einer Tochter des Kurprinzen Johann und den Verzicht Pommerns auf Prenzlau zur Folge hatte. Mit Otto III. erlosch 1464 die Linie Stettin. Die Lande derselben fielen nun an die Linie Wolgast. Die Linie Pommern-Wolgast hatte Bogislaw IV., den Sohn Barnims I., zum Stifter, der 1309 starb. Sein Nachfolger Wratislaw IV. schloss 1321 mit dem Fürsten Witzlaw von Rügen eine Erbverbrüderung und erwarb 1325 nach dem Erlöschen dieses Hauses die Insel Rügen und das Herzogtum Barth auf dem Festland. Er hinterließ 1326, unter Vormundschaft der Herzöge von Stettin, seine Söhne Bogislaw V. und Barnim IV. als Nachfolger. Auch für Pommern-Wolgast wurde 1338 die Anwartschaft gegen Aufhebung der Lehnshoheit den Brandenburgern zugesagt. Ein 1350 begonnener Krieg mit Mecklenburg wegen Rügen und Barth endete 1354 mit dem Frieden zu Stralsund, ein neuer Krieg wegen der Stadt Pasewalk, welche Pommern den Brandenburgern entrissen hatte, damit, dass nicht nur diese Stadt, sondern auch Alt- und Neu-Torgelow 1359 an Pommern fielen. Desgleichen erhielt es 1359 nach dem Erlöschen des gräflichen Stammes von Gützkow diese Grafschaft. Einige Jahre nach Barnims Tod (1365) fand 1372 in Stargard eine Teilung Pommern-Wolgasts statt, und es entstanden nun die Linien Hinterpommern (bis zur Leba, nebst Stargard) und Vorpommern (Wolgast nebst Rügen).
Die hinterpommersche Linie stiftete Bogislaw V., Barnims IV. Bruder. Ihm folgte 1374 sein ältester Sohn, Kasimir IV., der starb aber schon 1377 ohne männliche Nachkommen. Sein Nachfolger in Pommern wurde sein Bruder Bogislaw VIII., vorher Bischof zu Kammin. Derselbe vergrößerte sein Land durch Bütow, Schlochau, Baldenburg, Hammerstein und Schievelbein, polnische Gebiete, die ihm als Entschädigung für die Kriegskosten wegen der dem Polenkönig Wladislaw Jagello gegen den Deutschen Orden in der Schlacht bei Tannenberg 1410 zugeführten Hilfstruppen abgetreten waren, und starb 1417. Sein Sohn und Nachfolger Bogislaw IX. wurde wegen Streitigkeiten mit dem Stift Kammin und den Hansestädten der Bann erklärt, 1436 wurde ihm jedoch in dem Vergleich von Kolberg eine Entschädigung zugestanden. Er starb 1447 und es folgte ihm der Sohn seines Oheims Wratislaw VII., Erich I., König von Dänemark, welcher 1455 die Herrschaften Lauenburg und Bütow von Polen zu Lehen erhielt.

Stettin - Parnitzbrücke
Stettin - Hansabrücke
Stettin - Parnitzbrücke Stettin - Hansabrücke


Die vorpommersche Linie hatte Barnims Söhne zu Stiftern. Sie teilten Vorpommern 1377 so unter sich, dass Bogislaw VI., der älteste, Wolgast, Wratislaw VI. aber die rügenschen Lande erhielt. Nach Bogislaws VI. Tod (1393) wurde ganz Vorpommern unter Wratislaw wieder vereinigt. Sein Sohn und Nachfolger Barnim VI., der in fortwährendem Streit mit den Hansestädten und den Vitalienbrüdern lag, starb 1405. Seine beiden Söhne Wratislaw IX. und Barnim VII. teilten das Land; da letzterer aber 1449 ohne männliche Nachkommen starb, so vereinigte ersterer ganz Vorpommern wieder. Wratislaw stiftete 1456 die Universität Greifswald; er starb 1457, zwei Söhne, Erich II. und Wratislaw X., hinterlassend, die nun abermals das Land teilten und zwar so, dass Wolgast an Erich, Barth mit Rügen an Wratislaw fiel. Nach Erichs I. von Hinterpommern Tod (1459) erhielt Erich II. auf Grund eines mit den Landständen geschlossenen Vertrags zu Rügenwalde auch Hinterpommern. Mit dem Erlöschen der Linie Stettin durch den Tod Ottos III. (gest. 1464) geriet Pommern in langwierige Streitigkeiten mit Kurbrandenburg, das als Lehnsherr Anspruch auf diese Erbschaft erhob, bis es Albrecht Achilles nach kurzem Krieg im Vertrag von Prenzlau 1479 gelang, die Anerkennung der Lehnshoheit zu erzwingen. Erichs II. Nachfolger Bogislaw X. erwarb nach jahrelangem Kampf mit seiner Mutter Sophie sein Erbland und vergrößerte es 1478 durch den Zugewinn von Barth, wo Wratislaw X. ohne Nachkommen starb. Bogislaws X. beide Söhne gründeten 1523 zwei neue Linien und zwar Georg I. die Wolgaster, Barnim XI. die Stettiner Linie. Sie schlossen 1529 mit Brandenburg den Vergleich zu Grimnitz, welcher Pommerns Reichsunmittelbarkeit und Brandenburgs Erbfolgerecht von neuem bestätigte. Herzog Georg I. hatte 1531 seinen Sohn Philipp I. zum Nachfolger. Barnim XI. teilte 1532 mit seinem Neffen, wobei er selbst Hinterpommern und Stettin behielt, während Philipp Vorpommern, Wolgast und Rügen erhielt. 1534 führten beide Fürsten auf dem Tag zu Treptow die Reformation ein, und Johann Bugenhagen (Pomeranus) erhielt den Auftrag, eine neue Kirchenordnung herzustellen. Das Bistum Kammin wurde 1556 faktisch erworben, indem Philipps I. ältester Sohn, Johann Friedrich, zum Bischof gewählt wurde, dem bis zum Aussterben des Hauses nur pommersche Herzöge folgten. Philipp hinterließ 1560 fünf Söhne: Johann Friedrich, Bogislaw XIII., Ernst Ludwig, Barnim XII. und Kasimir IX., von denen die minderjährigen unter die Vormundschaft des Bruders ihres Großvaters, Barnims XI. von Stettin, gestellt wurden, dessen Erben sie waren. Nachdem derselbe 1569 seine Regierung niedergelegt hatte, teilten sich seine Erben auf seinen Wunsch in der Art in die pommerschen Lande, dass nur zwei Regierungen bestanden, nämlich Stettin mit Hinterpommern und Johann Friedrich als Regenten, und Wolgast mit Vorpommern und Ernst Ludwig als Landesherrn. Den Jüngern drei Brüder wurden mit kleinen Gebieten ohne Landeshoheit abgefunden, und Barnim XI. reserviert sich die Oberherrschaft bis an seinen Tod (1573). Da Johann Friedrich 1600 und sein Bruder und Nachfolger Barnim XII. 1603 ohne männliche Nachkommen starben, so war der nächste Thronfolger dem geschlossenen Erbvertrag gemäß Kasimir; doch verzichtete derselbe wegen Kränklichkeit auf die Regierung zu Gunsten seines Bruders Bogislaw XIII. (gest. 1606). Dessen Sohn, der hochgebildete Philipp II., starb schon 1618. Die Regierung seines Nachfolgers und Bruders Franz (gest. 1620) ist durch den Hexenprozess der Sidonia von Bork merkwürdig geworden. Ihm folgte sein Bruder Bogislaw XIV., welcher mit dem Herzog von Wolgast, Philipp Julius, den gemeinschaftlichen Landständen 1622 einen großen Freibrief ausstellte. 1623 zum Bischof von Kammin gewählt und 1625 durch den Tod Philipp Julius auch in den Besitz von Wolgast gelangt war. Bogislaw XIV. war nun der alleinige Regent in Pommern. Ohne sich am Dreißigjährigen Krieg beteiligt zu haben, wurde sein Land durch die Kaiserlichen Truppen verwüstet. Als der kaiserliche Oberst von Arnim eine Kontribution von 150.000 Talern von Stralsund verlangte, weigerte sich die Stadt und ertrug heldenmütig die Belagerung durch Wallenstein (13. Mai bis 23. Juli 1628). Zwar wurden, nachdem Gustav Adolf 1630 an Pommerns Küste gelandet war, die Kaiserlichen aus dem Land vertrieben; doch musste der Herzog mit den Schweden ein Bündnis schließen, dem zufolge er diesen Zutritt in alle seine Städte und Festungen gestattete und 200.000 Taler  zahlte. Später hatte das Land von schwedischen Durchzügen und Plünderungen der Kaiserlichen viel zu leiden, bis es 1636 abermals der Schauplatz des Kriegs wurde. In diesen Wirren starb Bogislaw XIV. 10. (20.) März 1637 und mit ihm erlosch das pommersche Herrschergeschlecht. Obgleich dem Haus Brandenburg nach den geschlossenen Erbverträgen die Erbfolge in Pommern unzweifelhaft zustand, machten doch die Schweden keine Anstalten es zu räumen. In den Friedensverhandlungen zu Osnabrück bestand der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm zwar auf seinen Ansprüchen auf ganz Pommern, wurde aber genötigt, gegen eine Entschädigung durch die Stifter Halberstadt, Magdeburg und Kammin Vorpommern nebst Rügen und von Hinterpommern Stettin, Garz, Damm, Gollnow, das Haff und die drei Odermündungen an Schweden abzutreten. Ein späterer Versuch von Seiten des Großen Kurfürsten (1675-79), sich in den Besitz von ganz Pommern zu bringen, wurde durch Frankreich vereitelt. Kaum aber war im Nordischen Krieg Karls XII. Stern bei Poltawa erblichen, als Friedrich Wilhelm I. von Preußen Vorpommern besetzte und 1715 Greifswald, Anklam, Wolgast und Rügen eroberte. Im Frieden zu Stockholm 1720 erhielt er Vorpommern bis zur Peene, Stettin, die Inseln Usedom und Wollin, das Haff und die Städte Damm und Gollnow sowie die Odermündungen Dievenow und Swine. Dagegen hatte er an Schweden 2 Millionen Taler zu zahlen und 600.000 Taler pommersche Schulden zu übernehmen. Schweden, dem bloß das sogenannte Schwedisch-Pommern oder Neuvorpommern links der Peene verblieb, versuchte im Siebenjährigen Krieg vergeblich die verlorenen Besitzungen in Pommern wiederzuerlangen. Nach dem Sturz Napoleons I. 1814 wurde der schwedische Anteil von Pommern gegen Norwegen von den Schweden an Dänemark abgetreten, das denselben für das von Hannover abgetretene Herzogtum Lauenburg für die Summe von 2.600.000 Talern an Preußen überließ. Dieses zahlte an Schweden noch 3.500.000 Taler. Im Wiener Kongress wurden 1815 die ehemals schwedischen Gebiete (Regierungsbezirk Stralsund) wieder mit Preußisch-Pommern zur Provinz Pommern vereinigt und eine umfassende Verwaltungsreform durchgeführt.

Stettin - Rathaus
Stettin - Regierungsgebäude
Stettin - Rathaus Stettin - Regierungsgebäude

 

 

Stettin in Pommern, Stadtkarte 1918

Stadtkarte Stettin in Pommern 1918

 

Provinz Pommern

Daten

Verwaltungshauptstadt: Stettin 224.119 Einwohner (1905) = 17. Platz der größten Städte des Deutschen Reichs.

Reichstag:  14 Abgeordnete

Preußisches Abgeordnetenhaus:  26 Mitglieder

Größe: 30.120,5 km²

Gerichtsbezirke: Die Provinz Pommern bildet den Bezirk des Königlichen Oberlandesgerichts Stettin. Zu demselben gehören 5 Landgerichte mit 59 Amtsgerichten, letztere nach der Zuteilung zu den Landgerichten aufgeführt wie folgt:

  1. Landgericht Greifswald mit den Amtsgerichten: Anklam, Barth, Bergen (Rügen), Demmin, Franzburg, Greifswald, Grimmen, Loitz, Stralsund, Treptow (Tollense) und Wolgast.
  2. Landgericht Köslin mit den Amtsgerichten: Bärwalde (Pom.), Belgard (Persante), Bublitz, Köslin, Kolberg, Neustettin, Polzin, Ratzebuhr, Schivelbein, Tempelburg und Zanaow.
  3. Landgericht Stargard (Pom.) mit den Amtsgerichten: Callies, Dramburg, Falkenburg, Gollnow, Greifemberg (Pom.), Jacobshagen, Labes, Massow, Naugard, Nörenberg, Pyritz, Regenwalde und Stargard (Pom.)
  4. Landgericht Stettin mit den Amtsgerichten: Altdamm, Bahn, Cammin (Pom.), Fiddichow, Gartz, Greifenhagen, Neuwarp, Pasewalk, Pencun, Pölitz, Stepenitz, Treptow (Rega), Stettin, Swinemünde, Uckermünde und Wollin (Pom.)
  5. Landgericht Stolp mit den Amtsgerichten: Bütow, Lauenburg (Pom.), Pollnow, Rügenwalde, Rummelsburg, Schlawe und Stolp.

 

Greifswald - Marktplatz mit Kriegerdenkmal
Greifswald - Universität mit Rubenow-Denkmal
Greifswald - Marktplatz mit Kriegerdenkmal Greifswald - Universität mit Rubenow-Denkmal

 

Einwohner: Die Provinz Pommern hatte nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 = 1.716.921 Einwohner

  • 844.343 männlich
  • 872.578 weiblich
1816 1864 1871 1875 1880 1890 1900 1905
682.652 1.437.375 1.431.633 1.462.290 1.540.034 1.520.889 1.634.832 1 684 125

 

Natürliche Gebiete:

1. Vorpommern mit Boddenküste
2. Odertal
3. Nordabdachung des Pommerschen Höhenzuges (mit Haff- und Strandseenküste Hinterpommerns) , Inseln: Rügen, Usedom, Wollin.

Gewässer: Unterlauf der Oder, Küstenflüsse: Peene, Persante, Stolpe. Zahlreiche Seen von denen 30 über 0,5 km² groß sind, Pommersche Schweiz.

Klima im allgemeinen ungünstig wegen Abdachung des Landes nach Norden, am mildesten ist die Stettiner Gegend

Bewohner: Die Pommern sind Nachfahren niederdeutsche Sachsen vermischt mit germanisierten Slawen, im Nord-Osten reicht aus Westpreußen das Gebiet der Kassuben hinein.

Kolberg - Am Leuchtturm
Kolberg - Bahnhof
Kolberg - Am Leuchtturm Kolberg - Bahnhof

 

Bevölkerungsdichte: 55,9/ km²

Religion: 1871

  • 1 397 467 Evangelisch
  •     16 858 Römisch-katholisch
  •       4 266 sonstige Christen
  •     13 036 Juden
  •              6 Sonstige

Militär: 1881 - Pommern ist der Ersatz und Garnisonsbezirk eines Teils des II. Armeekorps (5. Brigade in den Regierungsbezirken Stralsund und Stettin, 7. Brigade im Regierungsbezirk Köslin. Festungen befinden sich in Stettin, Swinemünde, Kolberg und Stralsund.

Wirtschaft:

  • Landwirtschaft: Die Provinz hat im ganzen keinen fruchtbaren Boden. Vorherrschend sind Sandflächen und Moore, letztere nehmen 1/10 des Landes ein. Fruchtbar sind Vorpommern, Rügen, der Pyritzer Weizacker; mäßig fruchtbar ist die hinterpommersche Küste von Köslin bis Stolp. Schöne Wiesen an der Oder und Peene. Am ungünstigsten ist der Höhenrücken. In Vorpommern und im Odertal Zuckerrüben, im Odertal auch Tabak. Pommern hat unter allen Provinzen den meisten Großgrundbesitz (64 % des Grundbesitzes entfällt auf Güter von über 150 ha). In der Viehzucht sind Schaf- und Gänsezucht von Bedeutung.
  • Bergbau nicht vorhanden; außer Torf etwas Kalk, Bernstein, Braunkohlen.
  • Industrie nur in einigen Orten von Bedeutung, namentlich Stettin mit großen Schiffswerften (Vulcan Werft) und Maschinenfabriken.
  • Handel infolge der Seelage und der Oder bedeutend. Mit seiner Handelsflotte steht Pommern in Preußen an zweiter Stelle (hinter Schleswig-Holstein). Der Hauptplatz ist Stettin mit Swinemünde, dann Stralsund.
Stralsund - Rathaus
Stralsund - Hafen
Stralsund - Rathaus Stralsund - Hafen

 

Provinz Pommern

Postwesen und Briefmarken im Königreich Preußen

Das Königreich Preußen verfügte vom 18.01.1701 bis 31.12.1867 über eine eigene Posthoheit. Die erste preußische Briefmarke wurde 1857 ausgegeben. Ab 1866 gehörte Preußen zum Norddeutschen Postgebiet, ab 01.01.1871 zum Gebiet der Reichspost.

1857 1867 1868 - 1871 ab 1871 ab 1875
Erste Preußische Freimarke von 1857 Letzte Preußische Freimarke von 1867 Norddeutscher Postbezirk mit Währung Taler Deutsche Reichspost mit Währung Taler Deutsche Reichspost mit Währung Mark
Erste Preußische Freimarke von 1857 Letzte Preußische Freimarke von 1867 Norddeutscher Postbezirk mit Währung Taler Deutsche Reichspost mit Währung Taler Deutsche Reichspost mit Währung Mark
6 Pfennige 9 Kreuzer 1/2 Groschen 1 Groschen 20 Pfennig

 

Preußische Maße:

  • 1 Zoll-Pfund = 30 Lot = 500 Gramm (ab 1.1.1861)
  • 1 Fuß = 12 Zoll = 144 Linien = 139,13 par. Linien = 0,313853 m
  • 1 Elle = 25 1/2 Zoll = rd. 2/3 m, 1 Lachter = 80 Zoll = 2,09236 m
  • 1 Rute = 32 Fuß = 3,76624 m; 1 preußische Meile = 24000 Fuß = 7532,5 m
  • 1 Morgen = 180 Quadrat-Ruten = 25920 Quadrat-Fuß = 0,2553 ha
  • 1 Quart = 64 Kubik-Zoll = 1/27 Kubik-Fuß = 1,14503 l
  • 1 Oxhoft = 1 1/2 Ohm =3 Eimer = 6 Anker = 180 Quart = 2,0611 hl
  • 1 Scheffel = 16 Metzen = 48 Quart = 16/9 Kubik-Fuß = 0,54961 hl
  • 1 Wispel = 24 Scheffel = 13,191 hl
  • 1 Tonne = 4 Scheffel = 2,19846 hl
  • 1 Klafter = 108 Kubik-Fuß = 3,3389 cbm
  • 1 Schachtrute = 144 Kubik-Fuß = 4,4519 cbm
  • 1 Pfund = 30 Lot (zu 4 Quentchen zu 10 Zent zu 10 Korn) = 500 g
  • 1 Zentner = 100 Pfund, 1 Schiffslast = 40 Zentner
  • 1 Karat = 4 Grän = 64 Teile = 205,537 mg

 

 

Provinz Pommern

Währungen und Münzen im Königreich Preußen

1868 - 1875 ab 1875
  1 Taler = 30 Silbergroschen = 360 Pfennige 1 Mark = 100 Pfennig

 

Königreich Preußen - 1 Pfennig, 1870

Deutsches Reich - 5 Mark, 1901

Königreich Preußen - 1 Pfennig, 1870 Deutsches Reich - 5 Mark,  1901
Wilhelm König von Preußen - 2 1/2 Silbergroschen, 1869 Deutsches Reich - 10 Mark, 1888
Königreich Preußen - 2 1/2 Silbergroschen, 1869 Deutsches Reich - 10 Mark, 1888
Deutsches Reich - 20 Mark, 1888

Königreich Preußen - 1 Taler, 1860

Deutsches Reich - 20 Mark, 1888

 

 

Provinz Pommern

Oberpräsidenten 1815 - 1918

Dienstzeit Name Lebensdaten
1815 - 1816 Karl Heinrich Ludwig Freiherr von Ingersleben  1753 - 1831
1816 - 1831 Johann August Sack  1764 - 1831
1831 - 1835 Moritz Haubold Freiherr von Schönberg  1770 - 1860
1835 - 1852 Wilhelm Friedrich Fürchtegott von Bonin  1786 - 1852
1852 - 1866 Ernst Karl Friedrich Wilhelm Adolf Freiherr Senfft von Pilsach  1795 - 1882
1867 - 1882 Ferdinand Karl Wilhelm August Freiherr von Münchhausen 1810 - 1882
1883 - 1891 Ulrich Karl August Wilhelm Hermann Axel von Behr-Negendank 1826 - 1902
1891 - 1899 Robert Victor von Puttkamer 1828 - 1900
1900 - 1911 Helmuth Freiherr von Maltzahn 1840 - 1923
1911 - 1917 Wilhelm Hans August von Waldow-Reizenstein 1856 - 1937
1917 - 1918 Max Hermann Freiherr von Ziller 1867 - 1929
1918 - 1919 Georg Michaelis 1857 - 1936


Swinemünde - Anlegestelle der Rügendampfers "Odin"
Ostseebad Swinemünde
Swinemünde - Anlegestelle der Rügendampfers "Odin" Ostseebad Swinemünde
Die schönsten Mädchen, wie bekannt - die baden nur am Ostseestrand

 

Provinz Pommern

Administrative Gliederung

Die oberste Verwaltung der Provinz wird von dem Königlichen Oberpräsidium in Stettin ausgeübt, welches dem preußischen Staatsministerium unmittelbar unterstellt ist. Die Provinz wird eingeteilt in 3 Regierungsbezirke und 32 Kreise (inklusive Stadtkreise):

1. Regierungsbezirk Stettin mit einer Fläche von 12.078,93 km² und 830.709 Einwohnern (Jahr 1900), gliedert sich in 13 Kreise:

Anklam, Demmin, Greifenberg, Greifenhagen, Kammin, Naugard, Pyritz, Randow, Regenwalde, Saatzig, Stettin-Stadt, Ückermünde, Usedom-Wollin

Stettin - Königsplatz (1910)

Stargard i. Pommern - Jobstraße

Anklam - Kriegsschule

Swinemünde - Am Bollwerk

Ahlbeck - Frische Brise

Stettin - Königsplatz

Stargard i. Pommern - Jobststraße

Anklam - Kriegsschule Swinemünde - Am Bollwerk Ahlbeck - Frische Brise

Stettin - Bahnhofsbrücke

Stargard, Partie an der Inna mit Blüchergarten

Demmin in Pommern - Total

Seebad Swinemünde und Umgebung aus der Vogelschau gesehen

Heringsdorf - Kaiserbrücke

Stettin - Bahnhofsbrücke Stargard, Partie an der Inna mit Blüchergarten Demmin in Pommern - Total Seebad Swinemünde und Umgebung aus der Vogelschau gesehen Heringsdorf - Kaiserbrücke

Stettin - Regierungsgebäude

     

Heringsdorf - Familienbad

Stettin - Regierungsgebäude

 

 

  Heringsdorf - Familienbad

 

 

2. Regierungsbezirk Stralsund (ehemals schwedischer Teil Pommerns) mit einer Fläche von 4.010,88 km² und 216.340 Einwohnern (Jahr 1900), gliedert sich in 5 Kreise:

Franzburg, Greifswald, Grimmen, Rügen, Stralsund-Stadt

Stralsund - Kniepertor

Greifswald - Markt und Langestrasse

Bergen auf Rügen - Blick auf Stadt, Marktplatz und Rugard

Ostseebad Binz (Insel Rügen) - Damenbad mit Blick nach der Seebrücke und Kurhaus

Volkstracht der Insel Rügen

Stralsund - Kniepertor Greifswald - Markt und Langestrasse Bergen auf Rügen - Blick auf Stadt, Marktplatz und Rugard Ostseebad Binz (Insel Rügen) - Damenbad mit Blick nach der Seebrücke und Kurhaus Volkstracht der Insel Rügen

Stralsund - Hafenpartie mit Lotsenwache

       

Stralsund - Hafenpartie mit Lotsenwache

 

 

   

 

 

3. Regierungsbezirk Köslin mit einer Fläche von 14.030,73 km² und 587.783 Einwohnern (Jahr 1900), gliedert sich in 12 Kreise:

Belgard, Bublitz, Bütow, Dramburg, Kolberg-Körlin, Köslin, Lauenburg, Neustettin, Rummelsburg, Schivelbein, Schlawe, Stolp

Stolp - Stolpe mit der Ansicht von Stolp Köslin - Kaiserliche Oberpostdirektion Ostseebad Kolberg - Kaiserplatz mit Dom (1912) Neustettin - Königsstrasse Neustettin - Augusta-Strasse
Stolp - Stolpe mit der Ansicht von Stolp Köslin - Kaiserliche Oberpostdirektion Ostseebad Kolberg - Kaiserplatz mit Dom Neustettin - Königsstrasse Neustettin - Augusta-Strasse

 

 

 

 

Kolberg - Rosengarten

 

 

 

 

 

Kolberg - Rosengartenlass

 

 

Provinz Pommern

Hymne

Pommernlied

1852

Text Adolf Pompe
Musik Karl Gross

1. Wenn in stiller Stunde
Träume mich umwehn,
Bringen frohe Kunde
Geister ungesehn,
Reden von dem Lande
Meiner Heimat mir,
Hellem Meeresstrande
Düsterm Waldrevier.
3. Aus der Ferne wendet
Sich zu dir mein Sinn,
Aus der Ferne sendet
Trauten Gruß er hin;
Traget, laue Winde,
Meinen Gruß und Sang,
Wehet leis und linde
Treuer Liebe Klang
2. Weiße Segel fliegen
Auf der blauen See,
Weiße Möwen wiegen
Sich in blauer Höh',
Blaue Wälder krönen
Weißer Dünen Sand:
Pommernland, mein Sehnen
Ist dir zugewandt!
4. Bist ja doch das eine
Auf der ganzen Welt,
Bist ja mein, ich deine,
Treu dir zugesellt;
Kannst ja doch von allen,
Die ich je gesehn,
Mir alleine gefallen,
Pommernland, so schön.

5. Jetzt bin ich im Wandern,
Bin bald hier, bald dort,
Doch aus allem andern
Treibt's mich immer fort;
Bis in dir ich wieder
Finde meine Ruh,
Send ich meine Lieder
Dir, o Heimat, zu!

 

Misdroy in Pommern - 1899 Goldene Ferienzeit - 1907 Gruß aus Pommern 1912
Misdroy in Pommern - 1899 Goldene Ferienzeit - 1907 Gruß aus Pommern 1912

 

Provinz Pommern

Schiffe der Kaiserlichen Marine

S.M.S. Pommerania

S.M.S. Pommern

S.M.S. Stettin

S.M.S. Stralsund

S.M.S. Kolberg 

 

Provinz Pommern, Landkarte westlicher Teil 1919 Provinz Pommern, Landkarte östlicher Teil 1919
Provinz Pommern, Landkarte westlicher Teil 1919 - 1945 Provinz Pommern, Landkarte östlicher Teil 1919 - 1945

 

Pommern nach 1918

Privatpost Stettin

Mecklenburg-Vorpommern, OPD Schwerin 1946

Stettin/Pommern (Berliner Tor), Bundespost 1966

Privatpost Stettin

Mecklenburg-Vorpommern, OPD Schwerin 1946 Stettin/Pommern (Berliner Tor), Bundespost 1966

 

Oberpräsidenten der Provinz Pommern 1919 -1945

Dienstzeit Name Lebensdaten
1919 - 1930  Julius Lippmann 1864 -1934
1930 - 1933 Carl von Halfern  1873 - 1937
1934 - 1945 Franz Schwede  1888 - 1960 (?)

Mai 1945 Pommern wird östlich des Flusses Oder unter polnische Verwaltung gestellt, die deutsche Bevölkerung planmäßig vertrieben.
3. Juli 1945 Obwohl in Stettin (die Stadt liegt westlich der Oder) schon eine deutsche Verwaltung aufgebaut wurde, übergibt die Rote Armee die Stadt an Polen. Alle Bewohner werden aus der Stadt vertrieben.
Juli 1945 Aus dem Freistaat Mecklenburg und dem deutschen Teil Pommerns wird das Land Mecklenburg-Vorpommern gebildet.
Ende 1945 Polnisches Militär besetzt auch das westliche Umland von Stettin und vertreibt die deutsche Bevölkerung.
1947 Auf Befehl der sowjetischen Militärregierung muss das Land seinen Namen in "Mecklenburg" ändern.
1952 Das Land Mecklenburg wird in die Bezirke Rostock, Schwerin und Neubrandenburg geteilt.
1990 Wiedererstehung des Landes Mecklenburg-Vorpommern mit Schwerin als Landhauptstadt und am 3. Oktober 1990 Beitritt zum Gebiet der Bundesrepublik Deutschland.
1994 In der Kreisgebietsreform von 1994 werden u.a. die Landkreise Nordvorpommern und Ostvorpommern gebildet.

 

Mecklenburg-Vorpommern aktuell:

Das heutige Land Mecklenburg-Vorpommern mit der Landeshauptstadt Schwerin besteht aus:

 

Landeshauptstadt Schwerin

Größe:

23.180 km²

Einwohner:

1.687.107 (2007)

Bevölkerungsdichte

72,7 Einwohner/km²

Stettin, polnische Post 1998

Stettin, polnische Post 1998

 

 

 

 

 

 

 

 


-=[Gästebuch] - [Impressum] - [Projekte] - [Umfrage] - [Suche]=-

Diese Seite ist Teil der Internetprojekte:

 -[ Deutsches Kaiserreich ]- -[ Deutsche Kolonien ]- -[ Kaiserliche Marine ]-

-[ Donaumonarchie Österreich-Ungarn ]- -[ Liechtenstein ]- -[ Schweizer Eidgenossenschaft ]-

-[ Deutsch-Dänischer Krieg ]- -[ Deutscher Krieg ]- -[ Deutsch-Französischer Krieg ]-

-[ Briefmarken 1871-1918 ]- -[ Boxeraufstand 1900/01 ]- -[ Marokkokrise 1905/11 ]-

Copyright © 2000 www.deutsche-schutzgebiete.de

Besucher
 Alfacounter


Alfahosting.de