|
|
![]() |
|
|
| Senden Speichern Drucken |
Provinzhauptstadt Münster
Das Königreich Preußen mit seinen Provinzen: Brandenburg - Hannover - Hessen-Nassau - Ostpreußen - Pommern - Posen - Rheinland - Sachsen - Schlesien - Schleswig-Holstein - Westfalen - Westpreußen

Fahne - Landesfarben der preußischen Provinz Westfalen
![]() |
![]() |
![]() |
| Lage der Provinz Westfalen im Deutschen Reich | Wappen der preußischen Provinz Westfalen | Landkarte Provinz Westfalen 1914 |
|
|
|
|||
| Westfälisches Bauernfrühstück | Bauerntracht aus Minden und Umgebung | Westfalen Land und Leute - Auf dem Wege zur Arbeit |
Geschichte
Westfalen ist der westliche Teil des alten Sachsenlandes um die Sieg, Ruhr, Lippe bis zur Ems und gehörte ursprünglich zum Herzogtum Sachsen. Zu diesem zählte ebenfalls Engern und Ostfalen, die sich an der Weser und östlich bis zur Elbe erstreckten. Bei der Auflösung des Herzogtums Sachsen, nach der Ächtung Heinrichs des Löwen 1180, verloren sich die Namen Engern und Ostfalen; der Name Westfalen erhielt sich für das Gebiet der Ruhr und Lippe bis zur Berkel im Norden und umfasste auch den Gau Engern, das spätere Sauerland.
Das Königreich Westfalen wurde als Vasallenstaat des französischen Kaiserreichs, vom Kaiser Napoleon I. zufolge der Bestimmungen des Friedens von Tilsit durch Dekret vom 18. August 1807 aus dem Herzogtum Braunschweig, Kurhessen (ohne Hanau, Schmalkalden und Nieder-Katzenelnbogen), den preußischen Gebietsteilen Altmark, Magdeburg, Halberstadt, Hohnstein, Hildesheim, Goslar, Quedlinburg, Eichsfeld, Mühlhausen, Nordhausen, Paderborn, Minden, Ravensberg, Münster und Stolberg-Wernigerode, den hannöverschen Gebieten Göttingen, Grubenhagen, den Harzdistrikten und Osnabrück, dem sächsischen Anteil an der Grafschaft Mansfeld und den sächsischen Ämtern Gommern, Querfurt, Barby und Treffurt, dem Gebiet von Korvei und der Grafschaft Kaunitz-Rietberg gebildet. Sein Gebiet umfasste 37.883 km² (688 Quadratmeilen) mit fast 2 Millionen Einwohnern. Nach der Niederlage Napoleon I. fiel das Königreich Westfalen auseinander, ohne dass irgend eine diplomatische Verhandlung stattgefunden hatte. Auf dem Wiener Kongress (18. September 1814 - 9. Juni 1815) bekam das Königreich Preußen Westfalen und das Rheinland zugesprochen.
Die preußische Provinz Westfalen wurde 1815 gebildet und besteht aus dem Herzogtum Westfalen und Engern, dem Fürstentum Minden, der Grafschaft Tecklenburg Solmsschen Anteils, den Grafschaften Lingen und Ravensberg, dem größten Teil des Hochstifts Münster, den Fürstentümern Paderborn und Korvei und der Stadt Dortmund, der Grafschaft Mark, dem Fürstentum Siegen, dem Amt Reckenberg, den mediatisierten Fürstentümern, Graf- und Herrschaften Salm-Ahaus, Salm-Bocholt, Rheina-Wolbeck, Salm-Horstmar, Rietberg, Rheda, Anholt, Dülmen, Gehmen, Bentheim, Steinfurt, Wittgenstein-Wittgenstein, Wittgenstein-Berleburg, dem Solmsschen Amt Neukirchen, wozu 1851 noch die Stadt Lippstadt kam, welche das Fürstentum Lippe-Detmold gemeinschaftlich mit dem Königreich Preußen besaß.
Daten
Verwaltungshauptstadt: Münster in Westfalen 81.438 Einwohner - 1905 = 51. Platz der größten Städte des Deutschen Reichs.
Reichstag: 17 Abgeordnete
Preußisches Abgeordnetenhaus: 31 Mitglieder
Größe: 20.210, 6 km²
|
|
||
| Dortmund - Brückstraße | Dortmund - Brückstraße |
Gerichtsorganisation: Die Provinz Westfalen gehört zum Bezirk des Königlichen Oberlandesgerichts in Hamm (Westf.). Diesem sind unterstellt 8 Landgerichte mit 102 Amtsgerichten:
|
|
||
| Bielefeld - Obern-Straße | Bielefeld - Jahnplatz und Barmer Bank |
Einwohner: Die Bevölkerung betrug nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 = 4.125.096 Einwohner:
| 1816 | 1864 | 1875 | 1880 | 1890 | 1900 | 1905 | 1910 |
| 1.066.270 | 1.666.581 | 1.905.697 | 2.043.442 | 2.428.661 | 3.187.777 | 3.618.090 | 4.125.096 |
Natürliche Gebiete:
1. Das südliche Gebirgsdreieck: Rothaargebirge,
Sauerland (mit Ruhrkohlengebirge), Haarstrang;
2. Das Münsterland
3. Wesergebirge
Gewässer: Durch die Mitte die Lippe; nördlich davon die obere Ems, südlich die Ruhr mit der Lenne; in der Nord-Ost-Ecke ein kleines Stück Weser. Dortmund-Emskanal.
Klima nicht sehr günstig; nasser Frühling und Sommer, so dass der Ackerbau oft behindert wird; besonders reiche Niederschläge im Sauerland.
|
|
||
| Porta Westfalica mit Bismarckturm und Kaiser-Wilhelm-Denkmal | Minden i. W. - Überführung des Rhein-Wesen-Elbkanals über die Weser |
Bewohner: Fast ausschließlich der Stamm der Westfälinger (niederdeutsche Sachsen); nur im äußersten Süden Oberdeutsche (Franken): westlich Rheinfranken, östlich Hessen; im Ruhrgebiet stellenweise bis zu 10 % Polen. Die allgemeine Sprache des Volkes ist plattdeutsch.
Bevölkerungsdichte: 179/km²
Bildung: Die Provinz Westfalen verfügt nach Angaben von 1909 über eine Universität (früher Akademie, ohne medizinische Fakultät) in Münster, 27 Gymnasien, 11 Realgymnasien, 5 Oberrealschulen, 6 Progymnasien, ein Realprogymnasium, 13 Realschulen, 2 Landwirtschaftsschulen, 12 Lehrer- und 4 Lehrerinnenseminare u.a.
Religion: Fast ganz evangelisch sind die sechs nördlichen Kreise des Regierungsbezirks Minden (Minden, Lübbecke, Herford, Halle in Westfalen und Bielefeld) und die Kreise Altena, Hagen-Land, Schwelm, Siegen und Wittgenstein des Regierungsbezirks Arnsberg,.
Fast ganz katholisch der Regierungsbezirk Münster mit Ausnahme des Kreises Tecklenburg, der südliche Teil des Regierungsbezirks Minden (Kreise Wiedenbrück, Paderborn, Büren, Warburg und Höxter) und die Kreise des Regierungsbezirks Arnsberg, die ehemals das Herzogtum Westfalen bildeten.
| 1871 | 1905 |
|
|
Militär:
1881: Westfalen bildet mit Lippe den Ersatzbezirk und Garnisonsbezirk des größeren Teils des VII. Armeekorps mit einem Generalkommando in Münster. Eine weitere Garnisonsstadt ist Neuhaus mit dem Husaren-Regiment 8,1.3.4.
1909: Westfalen bildet, mit geringer Ausnahme, den Bezirk des 7. Armeekorps mit Sitz des Generalstabskommandos in Münster.
|
|
||
| Bochum - Werke Bochumer Verein | Bochum - Hochöfen |
Wirtschaft:
Postwesen und Briefmarken im Königreich Preußen
Das Königreich Preußen verfügte vom 18.01.1701 bis 31.12.1867 über eine eigene Posthoheit. Die erste preußische Briefmarke wurde 1857 ausgegeben. Ab 1866 gehörte Preußen zum Norddeutschen Postgebiet, ab 01.01.1871 zum Gebiet der Reichspost.
| 1857 | 1867 | 1868 - 1871 | ab 1871 | ab 1875 |
| Erste Preußische Freimarke von 1857 | Letzte Preußische Freimarke von 1867 | Norddeutscher Postbezirk mit Währung Taler | Deutsche Reichspost mit Währung Taler | Deutsche Reichspost mit Währung Mark |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
| 6 Pfennige | 9 Kreuzer | 1/2 Groschen | 1 Groschen | 20 Pfennig |
Preußische Maße:
Währungen und Münzen im Königreich Preußen
| 1868 - 1875 | ab 1875 |
| 1 Taler = 30 Silbergroschen = 360 Pfennige | 1 Mark = 100 Pfennig |
|
|
|
| Königreich Preußen - 1 Pfennig, 1870 | Deutsches Reich - 5 Mark, 1901 |
![]() |
![]() |
| Königreich Preußen - 2 1/2 Silbergroschen, 1869 | Deutsches Reich - 10 Mark, 1888 |
![]() |
![]() |
|
Königreich Preußen - 1 Taler, 1860 |
Deutsches Reich - 20 Mark, 1888 |
Oberpräsidenten 1816 - 1918
| Regierungszeit | Name | Lebensdaten |
| 01.08.1816 - 02.12.1844 | Ludwig Friedrich Wilhelm Philipp Freiherr von Vincke | 1774 - 1844 |
| 02.12.1844 - 27.05.1845 | Justus Wilhelm Duvignon (stellvertretend) | 1793 - 1866 |
| 27.05.1845 - 15.07.1846 | Justus Wilhelm Eduard von Schaper | 1792 - 1868 |
| 15.07.1846 - 21.07.1850 | Eduard Heinrich Flottwell | 1786 - 1865 |
| 21.07.1850 - 08.05.1871 | Franz Gerhard Xaver von Duesberg | 1793 - 1872 |
| 08.05.1871 - 02.06.1871 |
Franz Otto Gustav Albert von Manderode (stellvertretend) |
1805 - 1871 |
| 02.06.1871 - 02.12.1882 | Friedrich Christian Hubert von Kühlwetter | 1809 - 1882 |
| 02.12.1882 - 23.07.1883 | August Julius Wilhelm von Liebermann (stellvertretend) | 1826 - 1902 |
| 23.07.1883 - 29.05.1889 | Robert Eduard von Hagemeister | 1827 - 1902 |
| 29.05.1889 - 02.04.1899 | Heinrich Konrad Studt | 1838 - 1921 |
| 02.04.1899 - 16.09.1899 | Alfred Klemens Karl Maria von Gescher (stellvertretend) | 1844 - 1932 |
| 16.09.1899 - 16.02.1911 | Gustav Wilhelm Eberhard Freiherrvon der Recke von der Horst | 1847 - 1911 |
| 16.02.1911 - 13.03.1911 | Ladislaus von Jarotzky (stellvertretend) | 1858 - ? |
| 13.03.1911 - 03.05.1919 | Karl Egon zu Hohenlohe-Schillingsfürst | 1860 - 1931 |
Administrative Gliederung
Die oberste Verwaltung der Provinz Westfalen wird von dem Königlichen Oberpräsidium in Münster ausgeübt, welches dem preußischen Staatsministerium unmittelbar unterstellt ist. Die Provinz wird eingeteilt in 3 Regierungsbezirke und 52 Kreise (inklusive Stadtkreise) wie folgt:
| 1. Regierungsbezirk Arnsberg (der Süden Westfalens) mit einer Fläche von 7.696,66 km² und 1.851.319 Einwohnern (Jahr 1900), gliedert sich in die Kreise: |
|
Altena, Arnsberg, Bochum (Stadt), Bochum (Land), Brilon, Dortmund (Stadt), Dortmund (Land), Gelsenkirchen (Stadt), Gelsenkirchen (Land), Hagen (Stadt), Hagen (Land), Hamm (Stadt), Hamm (Land), Hattingen, Herne (Stadt), Hörde (Stadt), Hörde (Land), Iserlohn (Stadt), Iserlohn (Land), Lippstadt, Lüdenscheid (Stadt), Meschede, Olpe, Schwelm, Siegen, Soest, Witten (Stadt) und Wittgenstein (Sitz in Berleburg). |
![]() |
![]() |
![]() |
|
| Dortmund - Marktplatz | Hagen - Totale | Hamm - Große Weststraße | Altena |
![]() |
![]() |
![]() |
|
| Dortmund - Union Werke | Hagen - Elberfelder Straße | Lüdenscheid | Unna - Badehaus, Königsborn Marktplatz mit Denkmal |
![]() |
![]() |
||
| Gelsenkirchen - Mannesmann | Hagen - Villen | Herne - Bahnhofstraße | |
![]() |
![]() |
||
| Bochum - Bongardstraße mit Rathaus |
Witten - Bahnhof |
Arnsberg - Alte Marktstraße mit Rathaus |
| 2. Regierungsbezirk Minden (der Nordosten Westfalens) mit einer Fläche von 5.260,56 km² und 636.875 Einwohnern (Jahr 1900), gliedert sich in die Kreise: |
|
Bielefeld (Stadt), Bielefeld (Land), Büren, Halle (Westf.), Herford (Stadt), Herford (Land), Höxter, Lübbecke, Minden, Paderborn, Warburg und Wiedenbrück. |
![]()
| Bielefeld - Partie am Kriegerdenkmal | Minden - Marktplatz mit Rathaus | Höxter - Salon-Dampfer "Kaiser-Wilhelm" an der Weserbrücke | Brakel - Markt |
| Bielefeld - Schützenhaus auf dem Johannisberg | Herford in Westfalen | Bad Oeynhausen - Kurhaus Festbeleuchtung | |
| Bielefeld - Bahnhof |
Paderborn - Rathaus |
Bad Lippspringe - Trinkhalle |
| 3. Regierungsbezirk Münster (der Nordwesten Westfalens) mit einer Fläche von 7.253,39 km² und 699.583 Einwohnern (Jahr 1900), gliedert sich in die Kreise: |
|
Ahaus, Beckum, Borken, Coesfeld, Lüdinghausen, Münster (Stadt), Münster (Land), Recklinghausen (Stadt), Recklinghausen (Land), Steinfurt (Sitz in Burgsteinfurt), Tecklenburg und Warendorf. |
![]() |
![]() |
||
| Münster in Westfalen - Prinzipalmarkt | Münster - Total | Bocholt i.W. - Rathausbogen | Rheine - Kurhaus und Badehaus Solbad Gottesgabe |
![]() |
|||
| Münster in Westfalen | Recklinghausen-Süd - Bochumerstrasse | Rheine - Kurhaus und Badehaus Solbad Gottesgabe | |
| Münster - Hafenpartie |
Bocholt - Aapartie mit der neunen Brücke |
|
Hymne
|
Westfalenlied Emil Ritterhaus, 1868
|
|
|
||
| Westfalenlied | Weserlied |
Schiff der Kaiserlichen Marine
Westfalen nach 1918
| 1945/46 | Im Mai 1945, nach Ende des Zweiten Weltkrieges, wurden die Provinz Westfalen, die Regierungsbezirke Arnsberg, Minden und Münster Teil der britischen Besatzungszone. Die Verordnung Nr. 46 der Militärregierung vom 23. August 1946 "Betreffend die Auflösung der Provinzen des ehemaligen Landes Preußen in der Britischen Zone und ihre Neubildung als selbstständige Länder" bestimmt die Vereinigung Westfalens mit dem Nordteil der ehemaligen preußischen Rheinprovinz zum Land Nordrhein-Westfalen. |
| seit 1949 | Das Land Nordrhein-Westfalen ist Bestandteil der Bundesrepublik Deutschland. |
Nordrhein-Westfalen
aktuell
Der heutige Land Nordrhein-Westfalen mit der Landeshauptstadt Düsseldorf besteht aus

![]()
Diese Seite ist Teil der Internetprojekte:
-[ Deutsches Kaiserreich ]- -[ Deutsche Kolonien ]- -[ Kaiserliche Marine ]-
-[ Donaumonarchie Österreich-Ungarn ]- -[ Liechtenstein ]- -[ Schweizer Eidgenossenschaft ]-
-[ Deutsch-Dänischer Krieg ]- -[ Deutscher Krieg ]- -[ Deutsch-Französischer Krieg ]-
-[ Briefmarken 1871-1918 ]- -[ Boxeraufstand 1900/01 ]- -[ Marokkokrise 1905/11 ]-
Copyright © 2000 www.deutsche-schutzgebiete.de
Besucher