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Landeshauptstadt Danzig
Geschichte - Landkarten
Das Königreich Preußen mit seinen Provinzen: Brandenburg - Hannover - Hessen-Nassau - Ostpreußen - Pommern - Posen - Rheinland - Sachsen - Schlesien - Schleswig-Holstein - Westfalen - Westpreußen

Fahne - Landesfarben der preußischen Provinz Westpreußen
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| Lage der Provinz Westpreußen im Deutschen Reich | Wappen der preußischen Provinz Westpreußen | Landkarte Westpreußen 1914 |
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Marienburg, Westpreußen
Geschichte
Die Stadt Danzig besitzt seit 1237 deutsches Stadtrecht. Durch den zweiten Frieden von Thorn kam Westpreußen 1466 unter die Hoheit Polens. Nach der ersten Teilung Polens 1772 zwischen Russland, Österreich und Preußen erhielt Preußen Westpreußen ohne Danzig, das Ermland und den Netze-Distrikt. Nach der zweiten Teilung Polens 1793 erhielt Preußen Danzig, Posen und Thorn. Friedrich der Große teilte Westpreußen in mehrere Kammerdepartements und beschleunigte die Entwicklung des Landes in wenigen Jahren durch Regulierung der Weichselniederung, Anpflanzungen, Errichtungen von Schulen und Einführung einer geordneten Verwaltung. Seit der Neuorganisation des Staates 1808 bildete Westpreußen eine Provinz des preußischen Staates. Vom 03.Dezember 1829 bis 01. April 1878 waren Ostpreußen und Westpreußen als eine Provinz vereinigt. Westpreußen sah sich jedoch stets hinter Ostpreußen zurückgesetzt und wünschte die Trennung. Trotz des Widerspruches aus Ostpreußen, wurde die Provinz Westpreußen am 1. April 1878 per Gesetz vom 19. März 1877 von Ostpreußen wieder getrennt.
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Danzig - Der Langemarkt, Rathaus und Langgasse
Stadtkarte Danzig 1918, Provinz Westpreußen
Daten
Preußisches Abgeordnetenhaus: 22 Mitglieder
Reichstag: 13 Abgeordnete
Verwaltungshauptstadt: Danzig 159.685 Einwohner - 1905 = 28. Platz der größten Städte des Deutschen Reichs.
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Danzig - Krahntor
Größe: 25.534,9 km²
Gerichtsorganisation (1909): Für die Justiz besteht ein Oberlandesgericht in Marienwerder mit den 5 Landgerichten in Danzig, Elbing, Graudenz, Konitz und Thorn.
Einwohner: Die Bevölkerung betrug nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 = 1.703.474 Einwohner:
Bevölkerungsentwicklung:
| 1816 | 1864 | 1871 | 1875 | 1880 | 1890 | 1900 | 1905 | 1910 |
| 571.081 | 1.253.118 | 1.314.611 | 1.243.750 | 1.405.898 | 1.433.681 | 1.563.658 | 1.641.746 | 1.703.474 |
Natürliche Gebiete: Weichselniederung, Südost-Abdachung des Pommerschen Landsrückens (Pommerellen; Turmberg 330 m), Südwest-Ecke des Preußischen Landrückens (Kulmerland)
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Elbing - Alter Markt
Gewässer: Untere Weichsel (250 km) und Nebenflüsse, Küstenfluss Elbing mit dem Oberländischen Kanal, zahlreiche Seen, namentlich in Pommerellen.
Klima: Nicht günstig, kurze heiße Sommer, lange, kalte Winter.
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Zoppot - Kurgarten-Konzert
Bewohner: Im Jahr 1910 lebten 1.703.474 Einwohner in Westpreußen, sind 1.227.621 Deutsche und 475.853 Polen.

Sprachgebiete in Westpreußen (Hellrosa = Niederdeutsche, grün = Kassuben und Polen)
Bevölkerungsdichte: 64,3/km²
Gerichtsbezirke: Die Provinz Westtpreußen erstreckt sich auf den Bezirk des Königlichen Oberlandesgerichts Marienwerder, zu diesem gehören 5 Landgerichte mit 41 Amtsgerichten:
Bildung: Die Provinz Westpreußen verfügt nach Angaben von 1909 über eine Technische Hochschule, 14 Gymnasien, 2 Realgymnasien, 3 Oberrealschulen, 6 Progymnasien, 5 Realschulen, 2 Realprogymnasien, eine Landwirtschaftsschule, 11 Lehrerseminare, 11 Präparandenanstalten, 3 Taubstummenanstalten, eine Blindenanstalt u.a.
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Graudenz - Markt
Religion:
| 1871 | 1905 | 1910 |
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Militär:
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Graudenz - Fliegerstation
Wirtschaft:
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Dirschau - Partie am Markt mit Rathaus
Postwesen und Briefmarken im Königreich Preußen
Das Königreich Preußen verfügte vom 18.01.1701 bis 31.12.1867 über eine eigene Posthoheit. Die erste preußische Briefmarke wurde 1857 ausgegeben. Ab 1866 gehörte Preußen zum Norddeutschen Postgebiet, ab 01.01.1871 zum Gebiet der Reichspost.
| 1857 | 1867 | 1868 - 1871 | ab 1871 | ab 1875 |
| Erste Preußische Freimarke von 1857 | Letzte Preußische Freimarke von 1867 | Norddeutscher Postbezirk mit Währung Taler | Deutsche Reichspost mit Währung Taler | Deutsche Reichspost mit Währung Mark |
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| 6 Pfennige | 9 Kreuzer | 1/2 Groschen | 1 Groschen | 20 Pfennig |
Preußische Maße:
Währungen und Münzen im Königreich Preußen
| 1868 - 1875 | ab 1875 |
| 1 Taler = 30 Silbergroschen = 360 Pfennige | 1 Mark = 100 Pfennig |
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| Königreich Preußen - 1 Pfennig, 1870 | Deutsches Reich - 5 Mark, 1901 |
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| Königreich Preußen - 2 1/2 Silbergroschen, 1869 | Deutsches Reich - 10 Mark, 1888 |
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Königreich Preußen - 1 Taler, 1860 | Deutsches Reich - 20 Mark, 1888 |
Oberpräsidenten 1878 - 1918
Der Oberpräsident und der Landesdirektor nebst dem Provinziallandtag und Provinzialausschüsse haben ihren Sitz in Danzig. Dem Oberpräsidenten unterstehen das Medizinalkollegium, das Provinzialschulkollegium, die Provinzialsteuerdirektion mit den zwei Hauptzollämtern und vier Hauptsteuerämtern und die Regierung. Ferner unterliegen der Provinzialverwaltung der Straßenbau, das Taubstummen- und Hebammenlehrinstitut, die Provinzialirren- und die Besserungsanstalten, das Landeskrankenhaus, die Provinzialhilfskasse und der Meliorationsfonds.
| Regierungszeit | Name | Lebensdaten |
| 1878 - 1879 | Heinrich Karl Julius von Achenbach | 1829 - 1899 |
| 1879 - 1888 | Karl Adolf August Ernst von Ernsthausen | 1827 - 1894 |
| 1888 - 1891 | Adolf Hilmar von Leipziger | 1825 - 1891 |
| 1891 - 1902 | Gustav Heinrich Konrad von Gossler | 1838 - 1902 |
| 1902 - 1905 | Clemens Gottlieb Ernst von Delbrück | 1856 - 1921 |
| 1905 - 1919 | Ernst Ludwig von Jagow | 1853 - 1930 |
Administrative Gliederung
Die Provinz Westpreußen gliedert sich in 2 Regierungsbezirke:
| 1. Regierungsbezirk Danzig (der Norden Westpreußens) mit einer Fläche von 7 956,93 km² und 665 992 Einwohnern (Jahr 1900), gliedert sich in 12 Kreise: |
| Stadtkreis Danzig und Stadtkreis Elbing, sowie die Landkreise Berent, Danziger Höhe, Danziger Niederung, Dirschau, Landkreis Elbing, Karthaus, Marienburg in Westpreußen, Neustadt in Westpreußen, Preußisch Stargard und Putzig |
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| Danzig - Marienkirche | Elbing - Liege Brücke aufgezogen | Marienburg / Westpreußen - Die Lauben (1906) | ||
| Danzig - Partie am hohen Tor | Elbing - Wilhelmstrasse | Marienburg / Westpreußen - Hausgraben | Gruß aus Hela - 1898 | |
| Danzig - Holzmarkt | Elbing - Königsbergerstraße mit Zigarettenfabrik Loeser & Wolf | Dirschau - Totalansicht | Zoppot, Kurgarten - 1903 | Luftkurort Oliva - Kirche mit Schlossgarten |
| 2. Regierungsbezirk Marienwerder (der Süden Westpreußens) mit einer Fläche von 17 577,97 km² und 897 666 Einwohnern (Jahr 1900), gliedert sich in 17 Kreise: |
| Stadtkreises Graudenz und Stadtkreises Thorn, sowie die Landkreise Briesen, Deutsch Krone, Flatow, Landkreis Graudenz, Konitz, Kulm, Löbau, Marienwerder, Rosenberg in Westpreußen, Schlochau, Schwetz, Strasburg in Westpreußen, Stuhm, Landkreis Thorn, Tuchel |
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Hymne
Westpreußenlied Text: Paul Felske, 1902
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Schiffe der Kaiserlichen Marine
S.M.S. Danzig - Kleiner Kreuzer
S.M.S. Elbing - Kleiner Kreuzer
S.M.S. Graudenz - Kleiner Kreuzer
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Westerplatte - Strandleben mit Blick auf das Herrenbad
Westpreußen nach 1918
Westpreußen 1919
1919 - 1939 | Durch den Versailler Vertrag gingen Deutschland 2/3 der reichen Provinz ohne Volksbefragung bzw. Abstimmung verloren, vor allem, um Polen einen Zugang zum Meer zu verschaffen (wodurch Ostpreußen eine Exklave wurde). Dabei ist zu beachten, dass die Provinz als Ganzes zu 2/3 Deutsch und nur zu 1/3 polnisch bevölkert war. Die Weichsel berührte jetzt nirgends mehr preußisches Gebiet. Obgleich das östlich am Strom liegende Gebiet Westpreußens (Kreis Marienwerder usw.) durch Abstimmung bei Deutschland blieb, wurde doch der östliche Ufersaum Polen zugesprochen. Die fast ausschließlich von Deutschen bewohnte Stadt Danzig (seit 1237 deutsches Stadtrecht) der Provinz Westpreußen wird am 10.1.1920 ohne Plebiszit und gegen den ausdrücklichen Wunsch der Bevölkerung zur "Freistadt Danzig" erklärt. Die Stadt steht unter dem "Schutz" des Völkerbundes in enger wirtschaftlicher Verbindung mit Polen. Polen versucht in den folgenden Jahren die Stadt mit allen Mitteln unter vollständige Kontrolle zu bringen. 1921 werden Polen im Warschauer Abkommen weitgehende Rechte eingeräumt, so gestattet der Völkerbund die Errichtung eines Stützpunktes auf der strategisch wichtigen Danziger Westerplatte. Die ausgeblutete Stadt muss die Hälfte der Kosten für den Bau des polnischen Munitionslager (3.000.000 Gulden) aufbringen. 1925 lässt Polen in der Innenstadt polnische Briefkästen aufstellen mit der Begründung, die Innenstadt gehöre zum Hafengebiet in dem Polen zuständig sei. Am 1.9.1939 beginnt mit der Beschießung der polnisch besetzten Westernplatte durch das Schulschiff Schleswig-Holstein der Krieg mit Polen. 17 Tage später überfällt die Sowjetunion Polen von Osten her. Am 3.9.1939 erklären Großbritannien, Frankreich, Australien, Neuseeland und Indien dem Deutschen Reich den Krieg - in Europa beginnt der II. Weltkrieg. |
| 1939 - 1945 | Die ehemalige preußische Provinz Westpreußen wird als Reichsgau Danzig-Westpreußen dem Deutschen Reich angegliedert. |
1945 | Die Deutschen fliehen vor der heranrückenden Roten Armee, werden ermordet, verschleppt, bzw. komplett vertrieben, Westpreußen wird dem polnischen Staat eingegliedert. |
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Danzig (1930) - Dennoch ewig dir verbunden Deutschland fernes Vaterland

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