Quedlinburg
Kreisstadt im Königreich Preußen,
Provinz Sachsen, Regierungsbezirk
Magdeburg
Quedlinburg
Kreisstadt im Königreich Preußen,
Provinz Sachsen, Regierungsbezirk
Magdeburg

Quedlinburg - Rathaus und alte Häuser
Quedlinburg ist eine Kreisstadt im
Königreich Preußen,
Provinz Sachsen, Regierungsbezirk
Magdeburg, liegt an der
Bode und 121 Meter über dem Meer. Die Stadt ist Knotenpunkt der Staatsbahnlinien
Wegeleben-Thale und Quedlinburg-Frose, ist zum Teil von Mauern und Türmen
umgeben und besteht aus der Alt- und der Neustadt mit 4 Vorstädten. Auf
einem Felsen in der Vorstadt Westendorf erhebt sich das Schloss, einst Sitz
gefürsteter Äbtissinnen, die schöne, restaurierte romanische Schlosskirche
(1129 geweiht) mit den Grabmälern des deutschen Königs Heinrich I. und seiner
Gemahlin Mathilde sowie dem Sarge der Gräfin Aurora von Königsmark in einem
Grabgewölbe und interessanten Merkwürdigkeiten in der Sakristei ("Zitter")
enthaltend. Außer der Schlosskirche hat Quedlinburg noch 6 evangelische
Kirchen, darunter die Marktkirche mit schönem Schnitzwerk, eine katholische
Kirche und eine Synagoge. Bemerkenswert ist auch das alte Rathaus mit vielen
Altertümern, interessanten Gemälden und einer Rolandsstatue.
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| Quedlinburg - Pölkenstraße mit Nicolaikirche
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Quedlinburg - Schloss mit Dom |
Quedlinburg - Wallstraße |
In der Nähe des Bahnhofs erhebt sich das schöne Kriegerdenkmal
"Reiter von Marsla-Tour", auf dem Mummentalplatze das des Turnvaters
und Pädagogen Guts Muths, beide modelliert von Anders. Die Zahl der
Einwohner beläuft sich im Jahr 1905 mit der Garnison (eine Eskadron
Kürassiere Nr. 7) auf 24.803 Seelen, die überwiegende Mehrzahl sind
Evangelische, 1313 Katholiken und 112 Juden. Die Quedlinburger betreiben
Draht-, Blechwaren-, Armaturen-, Anilinfarben-, Nudel- und Mehlwaren-
und Maschinenfabrikation, Tuch- und Wollzeugweberei, Glasmalerei, Kunstglaserei
etc. Außerdem besitzt die Stadt ein Elektrizitätswerk. Von besonderer
Bedeutung sind Gartenbau, Blumenzucht und Samenhandel. Die weltberühmte
Gärtnerei der Gebrüder Dippe bebaut allein in Quedlinburg und Umgegend
über 12.000 Morgen Land und beschäftigt ungefähr 2000 Personen. Quedlinburg
hat ein Gymnasium (mit der ehemaligen Stiftsbibliothek), eine Oberreal-,
eine landwirtschaftliche Winter- und eine Präparandenschule, ein Waisenhaus,
städtisches Museum mit Rüstungen, Waffen, Münzen, Urkunden u. dgl.,
mehrere Hospitäler etc. und ist Sitz eines Amtsgerichts und einer Nebenstelle
der
Reichsbank. Die städtischen Behörden
zählen 12 Magistratsmitglieder und 30 Stadtverordnete.
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| Quedlinburg - Kriegerdenkmal |
Quedlinburg - Finkenherd |
Quedlinburg - Guts Muths-Denkmal |
Im Südwesten der Stadt das Brühlwäldchen mit einer Büste
Klopstocks und dem Denkmal des Geographen Karl Ritter, die beide in
Quedlinburg geboren wurden, sowie ein Denkmal des früheren Oberbürgermeisters
Brecht, darüber die Altenburg mit Anlagen und einem Aussichtsturm; im
Westen der Münzenberg, wo das ehemalige Marienkloster stand, im Südosten
nahe dem Bahnhofe der Bismarckturm, weiter die Seewecker Berge mit einer
Gipsmühle und der Gersdorfer Burg. Zwischen Quedlinburg und dem westlich
davon liegenden Dorfe Westerhausen findet alljährlich im Sommer ein
großes Pferderennen statt.
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| Quedlinburg - Klopstock-Haus |
Quedlinburg - Münzenberg |
Die Stadt Quedlinburg ist aus der uralten Siedlung Quitlingen entstanden,
die Kaiser Heinrich I. gegen die Magyaren befestigte. Die Burg wird
seit 922 genannt. Bis ins 13. Jahrhundert haben die deutschen Könige
häufig hier geweilt. In den Kämpfen zwischen den Grafen von Regenstein
und den Bischöfen von
Halberstadt, die sich in der ersten Hälfte des
14. Jahrhundert um die Vorherrschaft im Harzgau stritten, stellte sich
Quedlinburg auf die Seite der Bischöfe. Im Anfang des 15. Jahrhunderts
stand die Stadt dem Stifte gegenüber fast selbständig da, musste aber
1477 die Oberhoheit Kursachsens anerkennen. Auf der Synode zu Quedlinburg
1085 wurde der Bann gegen Heinrich IV. erneuert. 1207 kamen hier die
Gegenkönige Philipp und Otto IV. zusammen, beim Religionsgespräch 1583
stritten sich die pfälzisch-sächsisch-brandenburgischen mit den braunschweigischen
Theologen über die Abendmahlslehre. Bemerkenswerte Kunstdenkmäler sind
die Wipertikrypta, die ehemalige kleine Hofkirche in der Pfalz der sächsischen
Ludolfinger, ein Bau aus Heinrichs I. Zeiten, und die romanische Servatiikirche
(Schlosskirche), auf hohem Sandsteinfelsen gelegen, mit kostbaren Kunstschätzen
des Mittelalters.
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| Quedlinburg - Marktplatz |
Quedlinburg - Blumenstadt |
Quedlinburg