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Die Post im Deutschen Reich (1871-1918)
Norddeutscher Postbezirk - Reichspost - Briefmarken
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Neue Briefmarken-Sprache
Die Reichspost ist eine Staatsanstalt, die unter gesetzlicher Garantie im Interesse des Gemeinwohls die Beförderung von Briefen, Drucksachen (Zeitungen), Paketen, Geldern oder von Personen gegen Erhebung von Porto und andern Gebühren übernimmt. Die Vorläufer der Post bestanden schon im Altertum, so bei den Chinesen, Persern und Ägyptern. Das moderne Postwesen beginnt 1516 mit der Errichtung der ersten Briefpost (reitende Boten) von Wien nach Brüssel durch Franz von Taxis. 1615 wurde Lamoral von Taxis zum Reichsgeneralpostmeister ernannt und ihm dieses Amt als erbliches Lehen übertragen. Die Taxissche Reichspost erhielt sich im südwestlichen Deutschland teilweise bis 1866. Das uneinheitliche Postwesen in Deutschland hatten aber Brandenburg, Kursachsen, Österreich u.a. veranlasst, eine besondere Post zu errichten. Wichtig wurde die vom Großen Kurfürsten begründete und von dessen Nachfolgern energisch geförderte Post; neben der Briefpost wurden Fahrposten errichtet, Postverträge mit andern Staaten abgeschlossen, Postordnungen erlassen. So gründete Nagler 1821 das Landbrief-Bestellungsinstitut und die Schnellposten; 1850 wurden in den Provinzen die Oberpostdirektionen errichtet. Gleichzeitig entstand der Deutsch-Österreichische Postverein, der vereinfachte Tarife und niedrige Portosätze brachte, nach dem Vorbild Großbritanniens, wo 1840 auf Veranlassung Rowland Hills ein einheitliches Briefporto von 1 Penny eingeführt worden war. Durch Vertrag vom 28. Januar 1867 ging das Taxische Postwesen gegen eine Entschädigung von 3 Millionen Talern auf das Königreich Preußen über. Nach 1866 wurden 17 territorialen Postinstitute im Norddeutschen Bund in den Norddeutsche Postbezirk (1. Januar 1868) zusammengefasst, die sich 1871 zur Deutschen Reichspost unter Leitung des Bundespräsidiums (Preußen) erweiterte. Nur das Königreich Bayern und Königreich Württemberg haben eigene Postverwaltungen behalten. Unter Generalpostmeister Stephan begann eine rege Entwicklung des Postwesens im Deutschen Reich, Verkehrserweiterungen und Erleichterungen (im Postverkehr durch einheitliche niedrige Portosätze u.a.m.), die sein Nachfolger Podbielski (seit 1897), besonders nach Aufhebung der Privat-Post, noch weiter förderte. Es erfolgte 1876 die Vereinigung der Telegraphie mit der Post zu einem Ressort sowie eine großartige Tätigkeit in den internationalen Postbeziehungen, die durch den Postkongress in Bern (Schweiz) 1874 angebahnten Beziehungen mit den ausländischen Postverwaltungen führten zum Abschluss des "Allgemeinen Postvereinsvertrages" vom 9. September 1874 und 1878 zur Gründung des Weltpostvereins.
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Der preußische Adler, der bayrische Löwe
Verstehen sich meistens ganz gut - die zwei
Wenn aber der Adler von Briefmarken anspricht
so tut der Löwe, als hört er das nicht.
Heinrich von Stephan | Heinrich von Stephan * 7.1.1831 in Stolp/Pommern Um das einheitliche Postwesen machte sich Heinrich von Stephan besonders verdient, der 1876 Generalpostdirektor des deutschen Reiches wird. 1870 Generalpostdirektor des Norddeutschen Bundes | 100. Todestag Heinrich von Stephan |
1871, 4. Mai: Die Deutsche Reichsverfassung vom 16.04 1871 tritt in Kraft. Sie bestimmte u.a. dass dem Reich die unmittelbare Posthoheit zusteht mit der Ausnahme des internen Verkehrs in Bayern und Württemberg.

Adlerausgaben der Reichspost
1901: 05.11. Die Reichspostverwaltung schließt mit Württemberg einen Vertrag über einheitliche Postwertzeichen.
1902, 1. Februar: Der Vertrag zwischen der Reichspostverwaltung und dem Königreich Württemberg über die Verwendung einheitlicher Freimarken tritt in Kraft. Seit 1899 wurden mit den beiden Monarchien Verhandlungen geführt. Um ihnen den Beitritt zu dem allgemeinen Abkommen zu erleichtern, verzichtete die Reichspost auf alle Hoheitszeichen und druckte statt dessen neutrale Symbole der deutschen Einheit auf die Briefmarken. So entstanden die Germania -Postwertzeichen, die eine sitzende Germania mit einer Kaiserkrone abbilden.

Germaniaausgaben der Reichspost
1902: 01.02. Der Vertrag mit dem Königreich Württemberg tritt in Kraft. Die württembergischen Dienstmarken und die Postwertzeichen des Königreichs Bayern bleiben weiterhin gültig.
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Ab 1902 galten die Reichspostmarken auch im Königreich Württemberg.
Karikatur von 1902: Bayern behält seine Briefmarken, der Preuße freut sich und die württembergischen Freimarken verabschieden sich.
Übersicht verausgabter Briefmarken Deutsches Reich, Kolonien, Auslandsausgaben
| Deutsches Reich | 1871 | 1945 | 910 Freimarken |
| Deutsch-Südwestafrika | 1888 | 1919 | 32 Freimarken |
| Deutsch-Ostafrika | 1888 | 1919 | 39 Freimarken |
| Kamerun | 1887 | 1919 | 25 Freimarken |
| Togo | 1888 | 1919 | 23 Freimarken |
| Samoa | 1886 | 1919 | 23 Freimarken |
| Neuguinea | 1888 | 1919 | 24 Freimarken |
| Karolinen | 1899 | 1919 | 19 Freimarken |
| Marianen | 1899 | 1919 | 21 Freimarken |
| Marshall-Inseln | 1888 | 1919 | 27 Freimarken |
| Kiautschou | 1887 | 1919 | 37 Freimarken |
| China | 1886 | 1917 | 47 Freimarken |
| Marokko | 1899 | 1919 | 58 Freimarken |
| Türkei | 1870 | 1914 | 52 Freimarken |
| Wituland | 1888 | 1891 | -- |

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