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Post- und Telegraphenwesen

Die Post im Deutschen Reich (1871-1918)

Norddeutscher Postbezirk - Reichspost - Briefmarken - Germania

Neue Briefmarken-Sprache

Neue Briefmarken-Sprache

 

 

Das Post- und Telegraphenwesen ist im deutschen Reichspostgebiet einheitlich organisiert. Dies Gebiet umfasst das Deutsche Reich mit Ausnahme von Bayern und Württemberg, die auf Grund des Artikels 52 der Reichsverfassung getrennte Verwaltungen des Post- und Telegraphenwesens besitzen. Mit der österreichisch-ungarischen Monarchie ist das Deutsche Reich durch den Postvertrag vom 7. Mai 1872 und den Telegraphenvertrag vom 5. Oktober 1871 geeinigt. Am Schluss des Jahres 1900 betrug die Zahl der Postanstalten im Reichspostgebiet 32.039, in Bayern 4067, in Württemberg 1040, zusammen 37.146.

Die Portoeinnahmen beliefen sich 1900/1901 im Reichspostgebiet auf 300,2 Millionen Mark, in Bayern auf 27,6 Millionen Mark, in Württemberg auf 12,5 Millionen Mark, zusammen auf 340,3 Millionen Mark. Die eingegangenen Briefsendungen betrugen in demselben Jahr im Reichspostgebiet 2893,6 Millionen, in Bayern 262,9 Millionen, in Württemberg 123,6 Millionen; die eingegangenen Pakete ohne Wert im Reichspostgebiet 154 Millionen, in Bayern 14,5 Millionen, in Württemberg 8 Millionen; die Briefe und Pakete mit Wertangabe respektive 10,5 Millionen, 1,3 Millionen, 739,000; der Wert der eingegangenen Postanweisungen betrug respektive 7868,9 Millionen, 789,9 Millionen, 372,6 Millionen Mark. Am Ende des Jahres 1901 belief sich die Zahl der Telegraphenanstalten im Reichspostgebiet auf 20.768, in Bayern auf 2771, in Württemberg auf 917; die Länge der Telegraphenlinien respektive auf 108.486 km, 16.881 km, 5472 km und die Länge der Drähte respektive auf 424.475,46.477,12.652 km. Die Anzahl der 1901 ausgegebenen Telegramme betrug im Reichspostgebiet fast 34,3 Millionen, in Bayern 3,1 Millionen, in Württemberg 871,563; die Gebühren für Telegraphen und Fernsprechanstalten respektive 66,5 Millionen, 5,3 Millionen, 2,4 Millionen, zusammen 74,2 Millionen Mark.

Fernsprecheinrichtungen besaßen 1900 im Deutsche Reich 15.533 Orte, davon 549 in Bayern und 680 in Württemberg. Die Länge der bezüglichen Linien betrug 79.384 km, die Länge der Leitungen dagegen 833.091 km; die Zahl der vermittelten Gespräche 690 Millionen. Zwischen den Stadt-Fernsprecheinrichtungen verschiedener Orte bestanden 2797 Verbindungsanlagen.

 

Reichspost

Die Reichspost ist eine Staatsanstalt, die unter gesetzlicher Garantie im Interesse des Gemeinwohls die Beförderung von Briefen, Drucksachen (Zeitungen), Paketen, Geldern oder von Personen gegen Erhebung von Porto und andern Gebühren übernimmt. Die Vorläufer der  Post bestanden schon im Altertum, so bei den Chinesen, Persern und Ägyptern. Das moderne Postwesen beginnt 1516 mit der Errichtung der ersten Briefpost (reitende Boten) von Wien nach Brüssel durch Franz von Taxis. 1615 wurde Lamoral von Taxis zum Reichsgeneralpostmeister ernannt und ihm dieses Amt als erbliches Lehen übertragen. Die Taxissche Reichspost erhielt sich im südwestlichen Deutschland teilweise bis 1866. Das uneinheitliche Postwesen in Deutschland hatten aber Brandenburg, Kursachsen, Österreich u.a. veranlasst, eine besondere Post zu errichten. Wichtig wurde die vom Großen Kurfürsten begründete und von dessen Nachfolgern energisch geförderte Post; neben der Briefpost wurden Fahrposten errichtet, Postverträge mit andern Staaten abgeschlossen, Postordnungen erlassen. So gründete Nagler 1821 das Landbrief-Bestellungsinstitut und die Schnellposten; 1850 wurden in den Provinzen die Oberpostdirektionen errichtet. Gleichzeitig entstand der Deutsch-Österreichische Postverein, der vereinfachte Tarife und niedrige Portosätze brachte, nach dem Vorbild Großbritanniens, wo 1840 auf Veranlassung Rowland Hills ein einheitliches Briefporto von 1 Penny eingeführt worden war. Durch Vertrag vom 28. Januar 1867 ging das Taxische Postwesen gegen eine Entschädigung von 3 Millionen Talern auf das Königreich Preußen über. Nach 1866 wurden 17 territorialen Postinstitute im Norddeutschen Bund in den Norddeutsche Postbezirk (1. Januar 1868) zusammengefasst, die sich 1871 zur Deutschen Reichspost unter Leitung des Bundespräsidiums (Preußen) erweiterte. Nur das Königreich Bayern und Königreich Württemberg haben eigene Postverwaltungen behalten. Unter Generalpostmeister Stephan begann eine rege Entwicklung des Postwesens im Deutschen Reich, Verkehrserweiterungen und Erleichterungen (im Postverkehr durch einheitliche niedrige Portosätze u.a.m.), die sein Nachfolger Podbielski (seit 1897), besonders nach Aufhebung der Privat-Post, noch weiter förderte. Es erfolgte 1876 die Vereinigung der Telegraphie mit der Post zu einem Ressort sowie eine großartige Tätigkeit in den internationalen Postbeziehungen, die durch den Postkongress in Bern (Schweiz) 1874 angebahnten Beziehungen mit den ausländischen Postverwaltungen führten zum Abschluss des "Allgemeinen Postvereinsvertrages" vom 9. September 1874 und 1878 zur Gründung des Weltpostvereins.

 

Der preußische Adler, der bayrische Löwe
Verstehen sich meistens ganz gut - die zwei
Wenn aber der Adler von Briefmarken anspricht
so tut der Löwe, als hört er das nicht.

 

Reichspost

Heinrich von Stephan
Deutschen Reichs von 1924

Heinrich von Stephan

* 7.1.1831 in Stolp/Pommern
+ 8.4.1897 in Berlin

Um das einheitliche Postwesen machte sich Heinrich von Stephan besonders verdient, der 1876 Generalpostdirektor des deutschen Reiches wird.

1870 Generalpostdirektor des Norddeutschen Bundes
1876 Generalpostmeister
1880 Staatssekretär des Reichspostamtes
1895 Preußischer Staatsminister

100. Todestag Heinrich von Stephan
Briefmarke Deutschland 1997

1871, 4. Mai: Die Deutsche Reichsverfassung vom 16.04 1871 tritt in Kraft. Sie bestimmte u.a. dass dem Reich die unmittelbare Posthoheit zusteht mit der Ausnahme des internen Verkehrs in Bayern und Württemberg.

Adlerausgaben der Reichspost

 

1901: 05.11. Die Reichspostverwaltung schließt mit Württemberg einen Vertrag über einheitliche Postwertzeichen.

1902, 1. Februar: Der Vertrag zwischen der Reichspostverwaltung und dem Königreich Württemberg über die Verwendung einheitlicher Freimarken tritt in Kraft. Seit 1899 wurden mit den beiden Monarchien Verhandlungen geführt. Um ihnen den Beitritt zu dem allgemeinen Abkommen zu erleichtern, verzichtete die Reichspost auf alle Hoheitszeichen und druckte statt dessen neutrale Symbole der deutschen Einheit auf die Briefmarken. So entstanden die Germania -Postwertzeichen, die eine sitzende Germania mit einer Kaiserkrone abbilden.

Germaniaausgaben der Reichspost

 

1902: 01.02. Der Vertrag mit dem Königreich Württemberg tritt in Kraft. Die württembergischen Dienstmarken und die Postwertzeichen des Königreichs Bayern bleiben weiterhin gültig.

Ab 1902 galten die Reichspostmarken auch im Königreich Württemberg.

Ab 1902 galten die Reichspostmarken auch im Königreich Württemberg.

Karikatur von 1902: Bayern behält seine Briefmarken, der Preuße freut sich und die württembergischen Freimarken verabschieden sich.

 

Reichspost

Übersicht verausgabter Briefmarken Deutsches Reich, Kolonien, Auslandsausgaben

Deutsches Reich 1871 1945 910 Freimarken
Deutsch-Südwestafrika 1888 1919  32 Freimarken
Deutsch-Ostafrika 1888 1919  39 Freimarken
Kamerun 1887 1919  25 Freimarken
Togo 1888 1919  23 Freimarken
Samoa 1886 1919  23 Freimarken
Neuguinea 1888 1919  24 Freimarken
Karolinen 1899 1919  19 Freimarken
Marianen 1899 1919  21 Freimarken
Marshall-Inseln 1888 1919  27 Freimarken
Kiautschou 1887 1919  37 Freimarken
China 1886 1917  47 Freimarken
Marokko 1899 1919  58 Freimarken
Türkei 1870 1914  52 Freimarken
Malakote 1888 1891

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