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Kanton Aargau

Hauptort Aarau

Kanton Aargau

Kanton Aargau - Lage in der Schweiz

Kanton Aargau - Wappen

Kanton Aargau - Karte 1914
Kanton Aargau - Lage in der Schweiz

Kanton Aargau - Wappen

Kanton Aargau - Karte 1914

 

Kanton Aargau

Geschichte

Der Aargau war eine alte alemannische Grafschaft, die ursprünglich den größten Teil der heutigen Kantone Aargau und Luzern sowie Stücke von Bern, Solothurn, Unterwalden u.a. umfasste, aber durch die Lostrennung kleinerer Gebiete allmählich verkleinert wurde. Seit dem Erlöschen des Grafenhauses von Lenzburg (1173) gehörte der Aargau den Habsburgern, bis ihn die Eidgenossen auf Anlass des Kaisers Sigismund und des Konstanzer Konzils 1415 dem geächteten Herzog Friedrich entrissen. Bern nahm sich den westlichen Teil (Zofingen, Aarburg, Aarau, Lenzburg), Luzern den Süden (Sursee) und Zürich den Osten, das sogenannte Knonauer Amt, in Besitz; das übrige, die Freiämter und die Grafschaft Baden, wurde als gemeine Herrschaften von sieben, respektive acht Kantonen regiert. Die Revolution erlöste 1798 den Aargau aus seiner Untertanenstellung und wandelte den bernischen Teil in einen Kanton Aargau, die gemeinen Vogteien in einen Kanton Baden um; der heutige Kanton, mit dem das im Luneviller Frieden (1801) von Österreich abgetretene Fricktal vereinigt wurde, entstand 1803 durch die Mediationsakte und blühte unter einer repräsentativ-demokratischen Verfassung sichtlich auf. Im Jahr 1814 gelang es dem jungen Gemeinwesen, seine Existenz gegen die Herrschaftsgelüste Berns zu retten; dagegen wurde die Verfassung durch hohen Abgaben, lange Amtsdauer und dergleichen in aristokratischem Sinn modifiziert. Als nach der Julirevolution die Regierung dem allgemeinen Verlangen nach Änderung der Verfassung nicht entsprechen wollte, wurde sie durch einen unblutigen Aufstand dazu gezwungen und die neue Verfassung vom 15. April 1831 auf demokratischen Grundsätzen aufgebaut. Als durch eine am 5. Januar 1841 vom Volk sanktionierte Verfassungsänderung der bisherige Grundsatz der Parität der Konfessionen, der den an Zahl geringeren Katholiken die gleiche Zahl Vertreter im Großen Rat wie den Reformierten sicherte, aufgehoben und die Vertretung nach der Bevölkerungsanzahl eingeführt wurde, erhob sich in den Freiämtern ein Aufruhr, der von den Regierungstruppen nach dem Gefecht bei Villmergen (11. Januar 1841) rasch niedergeworfen wurde. Da der konfessionelle Streit hauptsächlich von den 8 Klöstern aus geschürt worden war, beschloss der Große Rat, diese aufzuheben (Aargauer Klosterstreit) und ihr 6,5 Millionen Franken betragendes Vermögen für Schulzwecke und Armen zu verwenden (13. Januar 1841). Jedoch war dieser Beschluss eine Verletzung der im Bundesvertrag von 1815 ausgesprochenen Klostergarantie und es kam zu langwierigen Verhandlungen, die zur Folge hatten, dass am 31. August 1843 die vier Frauenklöster wiederhergestellt wurden. Während die Mehrheit sich mit der Wiederherstellung zufrieden gab, protestierten die nachmaligen Sonderbundskantone formell gegen diese Entscheidung. Von da an stand die Regierung des Aargaus an der Spitze der antiklerikalen Bewegung und stellte schon 1844 auf der Tagsatzung den Antrag auf Ausweisung der Jesuiten. Durch die Verfassungsrevision vom 22. Februar 1852 wurde dem Volk das Recht der Abberufung des Großen Rats gegeben. Da die Regierung nicht nur an alle Maßnahmen der Solothurner Diözesanstände gegen den Bischof Lachat teilnahm, sondern auch einen Beschluss des Großen Rats im Sinn der Trennung von Kirche und Staat durchsetzte und die Aufhebung der Klöster Hermetschwyl und Gnadental sowie des Veronastifts Zurzach (16. Mai 1876) veranlasste, verweigerten die Ultramontanen (katholisch Konservativen) konsequent jede Staatssteuer. Am 23. April 1885 kam es zu einem Kompromiss, durch den die Behörden Steuern auf eine gewisse Höhe ohne Referendum bewilligt wurde.

Aarau

Aarau (zeitgenössische Postkarte)

 

Kanton Aargau

Daten

Aufnahme in die Schweizer Eidgenossenschaft: 1803 wurde Aargau einer der sechs neuen Kantone des wiederhergestellten Bündnisses.

Größe: Angaben 1880: 1 404 km²

Bevölkerungsdichte:

  • 1879 = 144,6 Einwohner/km²

  • 1900 = 147,0 Einwohner/km²

Einwohner:

  • 1879 = 203 011
  • 1880 = 198 266
  • 1900 = 206 659
 

Schloss Wildegg (Aargau)

Schloss Wildegg (Aargau) (zeitgenössische Postkarte)

 

Gewässer: Flüsse Rhein, Aare, Reuss und der Hallwiler See.

Sprachen:

  • 99,9 % Deutsch
  •   0,1 % Französisch

 

Aargau, Tracht

Aargau, Tracht (zeitgenössische Postkarte)

 

Religionen:

Der Unteraargau ist vorherrschend protestantisch; dagegen sind Freiamt und Baden sowie das Fricktal überwiegend katholisch.

  • 54,2 % protestantisch
  • 44,8 % römisch-katholisch

Angaben Meyers Lexikon 1906:

  • 106 351 Protestanten
  •   85 835 Katholiken
  •     1 051 Israeliten

Wirtschaft: Textilindustrie

Brugg - Caserne

Brugg - Caserne (zeitgenössische Postkarte)

 

Kanton Aargau

Politische Verwaltung und Einteilung:

Der Kanton Aargau besteht aus 11 Bezirken (Angaben 1880) - Aarau, Baden, Bremgarten, Brugg, Kulm, Laufenburg, Lenzburg, Muri, Rheinfelden, Zofingen, Zurzach.

Städte und Gemeinden:

größere Gemeindemittlere Gemeindenkleinere Gemeinden
AarauBaden, Bremgarten, Brugg, Kulm, Laufenburg, Lenzburg, Muri, Rheinfelden, Zofingen, ZurzachMellingen, Koblenz, Wettingen

 

Baden (Schweiz)

Baden/Schweiz (zeitgenössische Postkarte)

 

 

 

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