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Schwerin i. M.

Haupt- und Residenzstadt des Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin

     

Schwerin in Mecklenburg

Haupt- und Residenzstadt des Großherzogtums Mecklenburg-Schwerin

Schwerin in Mecklenburg = 41.638 Einwohner (1905) = 96. Platz der größten Städte des Deutschen Reichs.

Schwerin i.M. - Blick vom Arsenal aus.

Schwerin i. M. - Blick vom Arsenal aus.

 

 

Neben der Stadt Schwerin in Mecklenburg existiert im Deutschen Reich (Kaiserreich):

2.) Schwerin an der Warthe, eine Kreisstadt im Königreich Preußen, Provinz Posen, Regierungsbezirk Posen.

 

Schwerin i. M. ist die Haupt- und Residenzstadt des Großherzogtums Mecklenburg-Schwerin, im Kreis Mecklenburg oder Herzogtum Schwerin, das die größere Westhälfte des Landes umfasst, in schöner Gegend zwischen der Westseite des Schweriner Sees und anderen kleineren Seen und 38,4 Meter über dem Meer liegt.

Die städtische Verwaltung setzt sich zusammen aus dem Magistrat (9 Mitglieder) und dem Bürgerausschuss (50 Mitglieder).

Die Zahl der Einwohner beläuft sich (1905) mit der Garnison (2 Bataillone Grenadierregiment Nr. 89 und ein Feldartillerieregiment Nr. 60) auf 41.638 Seelen, davon (1900) 793 Katholiken und 299 Juden.

Schwerin i.M. - Hoftheater mit Schlossbrücke

Schwerin i. M. - Hoftheater mit Schlossbrücke

 

Schwerin (Zwarin oder Swerin) ist slawischen Ursprungs und wird 1018 erstmals erwähnt. 1161 erhielt Schwerin von Heinrich dem Löwen Stadtrechte und wurde Hauptstadt einer Grafschaft sowie 1167 Sitz eines Bistums. Nach der Säkularisation des Bistums 1648 kam es für das abgetretene Wismar an Mecklenburg.

Schwerin hat schöne Straßen und 9 Plätze, darunter der Luisenplatz, der Alt- und der Neustädtische Platz und der Alte Garten, auf letzterem das von Rauch modellierte kolossale Erzstandbild des Großherzogs Paul Friedrich und das Kriegerdenkmal, sowie viele ansehnliche Gebäude, darunter das auf einer Insel zwischen dem Schweriner und dem Burgsee gelegene prächtige großherzogliche Residenzschloss. Dieses wurde 1845–58 nach den Plänen Demmlers, mit teilweisen Änderungen von Stüler, im Renaissancestil an der Stelle einer alten Wendenfeste neu erbaut. Im prächtigem Garten steht ein Denkmal für den Großherzog Friedrich Franz II.

Schwerin i.M. - Großherzogliches Schloss

Brand des Großherzoglichen Schlosses in Schwerin i. M. am 14. Dezember 1914

Schwerin i. M. - Großherzogliches Schloss
Brand des Großherzoglichen Schlosses in Schwerin i. M. am 14. Dezember 1913

 

An kirchlichen Gebäuden besitzt Schwerin 4 evangelische Kirchen, darunter der 1365–1430 erbaute gotische Dom mit bemerkenswerten Denkmälern, Glasmalereien und einer vorzüglichen Orgel und die gotische Paulskirche, eine katholische Kirche und eine Synagoge. Sonst sind noch nennenswert der Kollegienpalast (Ministerium), das Prinzenpalais, der großherzogliche Marstall, das Arsenal, das Theater etc.

Schwerin i.M. - Partie aus dem Burggarten

Schwerin i.M. - Denkmal des Großherzogs Friedrich Franz II.

Schwerin i. M. - Partie aus dem Burggarten
Schwerin i M. - Denkmal des Großherzogs Friedrich Franz II.


In Schwerin gibt es keine bedeutende Industrie und Handel. Die Stadt hat eine Eisengießerei, Maschinenfabrikation, Fabriken für musikalische Instrumente (darunter eine große Pianofortefabrik), Silberwaren, Glasschilder, Korke, Lackfirnis, Bierbrauerei, Dampfmahl- und Sägemühlen, ein Elektrizitätswerk, Spiritusbrennerei, Molkerei, Dampfschifffahrt etc.

Für den Eisenbahnverkehr ist Schwerin Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Ludwigslust - Wismar,  Schwerin - Parchim und Schwerin - Rehna.

An Bildungs- und andern öffentlichen Anstalten befinden sich in Schwerin ein Gymnasium, ein Realgymnasium, ein Predigerseminar, eine Präparandenanstalt, ein neues Museum mit Gemäldegalerie, eine Bibliothek, ein Verein für mecklenburgische Geschichte und Altertümer, eine Geigenmacherschule, ein Waisenhaus, eine Idiotenanstalt u. a.

Schwerin - Bahnhof mit Anlagen

Schwerin - Bahnhof mit Anlagen

 

Schwerin ist Residenz des Großherzogs (seit 1837), Sitz der Landesbehörden, eines Landgerichts, einer Oberpostdirektion, der Direktion der Mecklenburgischen Friedrich Franz-Eisenbahn, eines Forstkollegiums, einer Forstinspektion, eines Hauptsteueramts, der Mecklenburgischen Lebensversicherungs- und Sparbank, der Mecklenburgischen Landes-Versicherungs-, der Hypotheken- und Wechselbank, des Ritterschaftlichen Kreditvereins für beide Mecklenburg etc., ferner des Kommandos der 17. Division, der 34. Infanterie-, 17. Kavallerie- und 17. Feldartilleriebrigade.

Schwerin i.M. - Kaserne des Großh. Meckl. Grenadier-Regiments

Schwerin i. M. - Kaserne des Großh. Meckl. Grenadier-Regiments

 

In der Nähe der Stadt Schwerin liegen der Vergnügungsort Zippendorf und auf einer Anhöhe am Ziegelsee das Dorf Sachsenberg mit einer Irrenanstalt.

Zum Landgerichtsbezirk Schwerin gehören die 15 Amtsgerichte zu: Boizenburg, Dömitz, Gadebusch, Grabow, Grevesmühlen, Hagenow, Krivitz, Lübtheen, Ludwigslust, Neustadt, Parchim, Rehna, Schwerin, Wismar und Wittenburg.

 

Schwerin i. M.


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