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Seeschlacht bei Coronel

1. November 1914

Graf Spee - Kreuzergeschwader Graf Spee - Seeschlacht bei Coronel - Schlacht bei den Falklandinseln

Die Seeschlacht bei Coronel

Die Seeschlacht bei Coronel

 

Seeschlacht bei Coronel

Hochseeflotte Grand Fleet

Graf Maximilian von Spee
Sir Christopher Cradock
Graf Maximilian von Spee Sir Christopher Cradock


Das deutsche Kreuzergeschwader unter dem Kommando von Vizeadmiral Graf von Spee benötigt Kohle und hält Kurs auf Valparaiso (Chile). Nacht für Nacht werden Funktelegramme von den britischen Kriegsschiffen "Good Hope", "Monmouth" und "Glasgow" aufgefangen. Sie werden begleitet vom Hilfskreuzer "Otranto". Der britische Verband wird von Konteradmiral Sir Christopher Cradock befehligt. Der deutsche Begleitdampfer "Yorck" meldet aus Valparaiso das rechthaltige Vorhandensein von Kohle. Außerdem teilt er Einzelheiten über den Standtort der britischen Kriegsschiffe mit. Beim Näherkommen an die Küste zieht Graf Spee seine Streitkräfte zu einer breiten Aufklärungslinie auseinander. Er versteht es sich von Anbeginn alle Vorteile zu sichern. Auf Befehl des Geschwaderchefs staffelt S.M.S. Nürnberg etwa 10 Seemeilen nach Land zu heraus, um so ein Entweichen des Gegners an der Küste entlang nach Norden zu verhindern. S.M.S. Dresden folgt als Verbindungsglied. S.M.S. Leipzig schert nach Steuerbord aus um eine Rauchwolke zu erkunden.

Die Seeschlacht bei Coronel
Die Seeschlacht bei Coronel
Die Seeschlacht bei Coronel Die Seeschlacht bei Coronel


Um 16.17 Uhr hat man des erste mal Sichtkontakt zum Gegner, erst werden zwei, dann noch ein drittes Schiff ausgemacht. Die Briten drehen nach Westen.

Um 17.20 Uhr wird ein viertes Schiff ausgemacht. Es ist Cradocks Flaggschiff, die "Good Hope". Es setzt sich an die Spitze des Geschwaders und dreht nach Süden ab. Um 17.30 Uhr steigen die Topflaggen hoch und Cradocks Schiffe eröffnen das Feuer.

Die Seeschlacht bei Coronel

Karte Seeschlacht bei Coronel - 1914 (Marinearchiv 1931)

 

 

H.M.S. Good Hope
H.M.S. Monmouth
H.M.S. Good Hope (Stapellauf 1901, 14.300 Tonnen) H.M.S. Monmouth (Stapellauf 1901, 9950 Tonnen )

 

Um 18.33 Uhr eröffnen auch die deutschen Schiffe den Kampf und feuern. Nach der dritten Salve ist S.M.S. Scharnhorst eingeschossen. Zwischen dem vorderen 23,4 cm Geschützturm und dem Kommandoturm von H.M.S. Good Hope sitzt der erste Treffer, ein Brand bricht aus. Weitere Treffer  verwandelt das Schiff in eine Fackel. S.M.S. Gneisenau schießt sich auf H.M.S. Monmouth ein und ein Treffer sprengt ihr die Turmdecke ab und bringt die Bereitschaftsmunition zum Brennen, eine gewaltige Stichflamme schlägt empor. Gegen 18.50 Uhr kann H.M.S. Monmouth seinen Platz in der Linie nicht mehr halten und schert nach Steuerbord aus. Um 19.20 Uhr verstummen ihre Geschütze und sie begann zu versinken. Gegen 19.23 Uhr erschüttert H.M.S. Good Hope eine gewaltige Explosion, nur noch vereinzelt fallen Schüsse. Im Schein der Brände erkennen die Deutschen, dass die letzte Explosion H.M.S. Good Hope das Vorderschiff abgetrennt hat. Im letzten Moment hatte die Briten versucht ihre Torpedos einzusetzen, aber die Schiffe des deutschen Geschwaders konnten rechtzeitig ausweichen. Gegen 20.00 Uhr geht das Schiff zusammen mit Konteradmiral Sir Christopher Cradock an Bord unter. Bereits vorher ist die "Otranto" den Salven von S.M.S. Dresden ausgewichen und ist in westlicher Richtung davon gedampft. Auch H.M.S. Glasgow suchte sein Heil in der Flucht, S.M.S. Leipzig und S.M.S. Dresden nahmen sie gemeinsam unter Feuer und beschädigten sie schwer.

Das englische Flaggschiff Good Hope in Flammen
Englischer Panzerkreuzer Monmouth vor dem Untergange
Das englische Flaggschiff Good Hope in Flammen Englischer Panzerkreuzer Monmouth vor dem Untergange


Die Nacht brach herein und der Nimbus der Unbesiegbarkeit der Briten seit Trafalgar 1805 war zerbrochen. Nach über 100 Jahren hatten die Engländer wieder eine Seeschlacht verloren. Der gesamte englische Schifffahrtsverkehr von Panama bis Punta Arenas wurde eingestellt. Die Versicherungsprämien schossen in die Höhe.

Die deutschen Schiffe des Kreuzergeschwaders Graf Spee hatten nur unwesentliche Schäden erlitten, jedoch über die Hälfte ihres Munitionsvorrates verschossen und keine Aussicht auf eine Ergänzungsmöglichkeit.

Die Kommandanten des Geschwaders Graf Spee
Graf von Spee in Valparaiso
Die Kommandanten des Geschwaders Graf Spee
v.l.n.r.: v. Schonberg, Kommandant der Nürnberg, Lüdecke, Kommandant der Dresden, Maerker, Kommandant der Gneisenau, Fielitz, Chef des Stabes, Vizeadmiral Graf Spee, Haun, Kommandant der Leipzig, Thierichens, Kommandant des (Hilfskreuzers) Prinz Eitel Friedrich, Schultz, Kommandant der Scharnhorst
Graf von Spee in Valparaiso
v.l.n.r.: Generalkonsul Gumprecht, Graf Spee, Gesandter von Erckert, Chilenischer Komplimentieroffizier, Flagglt. Oblt. z. S. Schliep

 

Nach dem Sieg bei Coronel lief Graf Spee mit S.M.S. Scharnhorst, S.M.S. Gneisenau und S.M.S. Nürnberg am 3. November 1914 für 24 Stunden im chilenischen Valparaiso ein und wurde dort von Einheimischen und deutschen Aussiedlern jubelnd empfangen. Einer kriegsführenden Macht war seinerzeit nur das Einlaufen von gleichzeitig 3 Kriegsschiffen in einen neutralen Hafen erlaubt. Der englische Kreuzer Glasgow entkam dank überlegener Geschwindigkeit. Nach Umschiffung der Südspitze Südamerikas wurde das Schiff im brasilianischen Regierungsschwimmdock zur Reparatur eingedockt. Es durfte dort 6 Tage bleiben. Dies war ein Neutralitätsbruch zugunsten der Entente.

 

 

 


 

 


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