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Graf Spee - Kreuzergeschwader Graf Spee - Seeschlacht bei Coronel - Schlacht bei den Falklandinseln
Es war klar, dass die Niederlage von Coronel die britische Admiralität zu äußersten Gegenmaßnahmen veranlassen würde. Das Geschwader hatte bisher Kohlen- und Lebensmittelvorräte - wenn auch unter Schwierigkeiten - dank vorzüglicher Vorbereitung des Etappenwesens durch den deutschen Admiralstab laufend ergänzen können. Stark vermindert war dagegen der Munitionsvorrat, der schwer zu ersetzen war und die Lebensdauer des Geschwaders bestimmen konnte. Graf Spee beschloss deshalb, über den Atlantischen Ozean den Durchbruch in die Heimat zu versuchen. Er trat mit dem Geschwader den Marsch nach Süden an, umschiffte die Südspitze Südamerikas und beschloss, am 8. Dezember einen Handstreich auf die Falkland-Inseln zu wagen. Dieser Plan wurde ihm zum Verhängnis. Am Tage zuvor waren dort die zur Vernichtung des deutschen Kreuzergeschwaders entsandten britischen Schlachtkreuzer H.M.S. Invincible und H.M.S. Inflexible eingetroffen, die an Geschwindigkeit, Gefechtskraft und Geschützreichweite jedem deutschen Schiff derart überlegen waren, dass keine Aussicht für einen siegreichen Ausgang eines Kampfes verblieb. Die Haltung der deutschen Besatzungen in dem nun entbrennenden Kampf, der keine Hoffnungen bot, der unvergleichliche Heldenmut, mit dem sie kämpften und starben, war einzigartig und sollte auch heute noch denkwürdig bleiben. Graf Spee entließ zunächst die Kleinen Kreuzer, S.M.S. Dresden, S.M.S. Leipzig und S.M.S. Nürnberg, mit dem Befehl, den Versuch zu machen, zu entkommen. Mit S.M.S. Scharnhorst und S.M.S. Gneisenau drehte er dann auf, um die Schlacht aufzunehmen und möglichst viele der Gegner von der Verfolgung der Kleinen Kreuzer abzuhalten. Länger als drei Stunden gelang es, den Endkampf hinzuziehen. Kurz vor dem Ende drehte Graf Spee mit seinem Flaggschiff Scharnhorst auf den Gegner zu, um als letztes Kampfmittel die Torpedowaffe einzusetzen. Zu dieser Zeit lag das Schiff schon bis zu den Kasematten im Wasser. Als das Vorschiff nur noch zwei Meter aus dem Wasser ragte, feuerte der vordere Turm zum letzten Mal.
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Der letzte Schuss (zeitgenössische Postkarte)
Dann ging das Schiff um 16.17 Uhr mit wehenden Flaggen und laufenden Maschinen rasch unter. Die englischen Schiffe konzentrierten sich nun auf den Panzerkreuzer Gneisenau. Nach anderthalb Stunden war der letzte Kampf auch dieses Schiffes zu Ende. S.M.S. Gneisenau kenterte um 17.45 Uhr und ging einige Minuten später unter. Inzwischen hatten die englischen Schiffe H.M.S. Glasgow, H.M.S. Cornwall und H.M.S. Kent, teils an Geschwindigkeit teils in der Artillerie den deutschen Kreuzern überlegen, deren Verfolgung aufgenommen. Nach viereinhalbstündigem Gefecht unter schwersten Verlusten und Beschädigungen hatte S.M.S. Leipzig um 19.10 Uhr die letzte Granate verfeuert. Trotzdem ergab sich das deutsche Schiff nicht, so dass um 19.50 Uhr Kapitän Luce von der Glasgow das Feuer auf die wehrlos an Deck stehenden und liegenden Leute wieder eröffnen ließ, wodurch die Überlebenden gruppenweise zerschmettert wurden. Erst um 20.00 Uhr, als S.M.S. Leipzig dicht vorm Kentern war, wurde ein Boot gesandt, um die letzten Überlebenden aufzunehmen. Der Kommandant, Fregattenkapitän Haun, lehnte es ab, sich retten zu lassen, bevor das Schiff untergegangen sei. Um 21.23 Uhr ging S.M.S. Leipzig mit wehenden Flaggen, ihren tapferen Kommandanten mit sich ziehend, in die Tiefe. Nur 18 von 303 Mann wurden gerettet. Währenddessen war um 17.00 Uhr der Kleine Kreuzer Nürnberg von dem Panzerkreuzer Kent eingeholt worden. Nach Ausfall sämtlicher Geschütze war S.M.S. Nürnberg um 18.30 Uhr kampfunfähig. Obwohl ein Teil der deutschen Besatzung bereits das nicht mehr kampffähige Schiff verlassen hatte, setzte der Gegner das Feuer fort, weil die deutsche Kriegsflagge noch wehte.
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Heldentod auf hoher See (zeitgenössische Postkarte)
Nach britischen Beobachtungen und Berichten hielten auf der sinkenden "Nürnberg" eine Zeitlang vier Männer an einer Stange eine Bootsflagge hoch.
Als die Flagge später weggeschossen wurde, wurde am Kutterdavit eine neue ausgebracht, und schließlich hielten vier Mann die Flagge an einer Stange hoch, während das Schiff unter ihren Füßen in die Tiefe glitt. Der erste Offizier der Kent äußerte später: "Ich wollte, meine Leute würden so heldenhaft zu sterben wissen, wenn es mal zum letzten Augenblick käme." Nur 7 von 327 Mann wurden gerettet.
Als einziges Schiff vom Kreuzergeschwader entging der Kreuzer Dresden, der in einer Regenböe den Verfolgern außer Sicht kam, der Vernichtung. Alle anderen Schiffe, S.M.S. Scharnhorst, S.M.S Gneisenau, S.M.S. Leipzig, S.M.S Nürnberg und selbst die die Hilfsschiffe Baden und Santa Isabel, fanden ihr Grab in den eisigen Fluten des Südmeeres.
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"Der letzte Mann" Gemälde von Prof. Bohrdt auf einer zeitgenössischen Postkarte
Das Gemälde selber gilt seit 1916 als verschollen.
Mitteilung von Herrn Roger Kunert, 23.05.2004: Sie schreiben zur Seeschlacht bei den Falklandinseln am 8.12.1914 und speziell zum Untergang der "Nürnberg" auf Ihrer Homepage: "Nach britischen Beobachtungen und Berichten hielten auf dem sinkenden Schiff [der "Nürnberg"] eine zeitlang vier Männer an einer Stange eine Bootsflagge hoch, eine Szene, die in Unkenntnis des erst nach Kriegsende in Deutschland bekannt gewordenen Sachverhaltes von Prof. Bohrdt in dem Gemälde "Der letzte Mann" nicht zutreffend dargestellt wurde." (http://www.deutsche-schutzgebiete.de/sms_nuernberg_1.htm) Ich habe in dem von Vizeadmiral z. D. Hermann Kirchhoff bereits 1915 bei Hesse & Becker in Leipzig herausgegebenen Buch "Der Seekrieg 1914 – 1915" folgende Passagen gefunden:
Wie Sie den angeführten Zitaten entnehmen können, war der "Sachverhalt" des "letzten Mannes" durchaus bereits während des Krieges in Deutschland bekannt. Und auch die Darstellung durch Prof. Hans Bohrdt scheint zutreffend zu sein, bezieht sich aber auf den Untergang des kleinen Kreuzers "Leipzig" und nicht auf den der "Nürnberg", wie Sie es anführen. Ich würde mich freuen, wenn ich Ihnen mit diesen Ausführungen etwas gedient hätte. Mit freundlichem Gruß Roger Kunert
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Unter den Gefallenen befanden sich der Geschwaderchef, Vizeadmiral Graf Spee, mit seinen beiden Söhnen, sämtliche Kommandanten und die gesamte Besatzung des Panzerkreuzers Scharnhorst. Lange Zeit nach der Schlacht wurde von dem Kreuzergeschwader ein letztes Zeichen aufgefunden. An der brasilianischen Küste trieb im August 1915 eine Kartuschbuchse an, an der der Leichnam eines der Getreuen vom Speeschen Geschwader gebunden war. Die vom Salzwasser zerfressene Hülse enthielt eine Kriegsflagge des Panzerkreuzers Scharnhorst. Mit anderen Gedenkstücken wurde sie im Museum für Meereskunde in Berlin aufbewahrt. Infolge der Kriegseinwirkungen wurde auch dieses letzte Erinnerungsstück im 2. Weltkrieg vernichtet.
Seeschlacht bei den FalklandinselnS.M.S. Scharnhorst - 860 Tote S.M.S. Gneisenau - 598 Tote S.M.S. Nürnberg - 327 Tote S.M.S. Leipzig - 315 Tote Hilfsschiff Baden - ? Tote Hilfsschiff Santa Isabel - ? Tote |

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