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Seeschlacht am Skagerrak

Die Seeschlacht am Skagerrak - The Battle of Jutland

31. Mai - 1. Juni 1916

Überblick - Scheer-Bericht - deutsche Schiffe - britische Schiffe

 

Grand Fleet

Grand Fleet

Hochseeflotte

Hochseeflotte

Admiral John Jellicoe Vizeadmiral Reinhard Scheer
Admiral John Jellicoe 1859 - 1935

Oberbefehlshaber der Grand Fleet auf Flaggschiff H.M.S. Iron Duke

Vizeadmiral Reinhard Scheer 1863 - 1928

Chef der Hochseeflotte auf Flaggschiff S.M.S. Friedrich der Große

Vizeadmiral Sir David Beatty

Vizeadmiral Franz Ritter von Hipper

Vizeadmiral Sir David Beatty  1871 - 1936

Chef der Schlachtkreuzerflotte auf H.M.S. Lion

Vizeadmiral Franz Ritter von Hipper 1863 - 1932

Befehlshaber der Aufklärungsschiffe auf S.M.S. Lützow

 

Seeschlacht am Skagerrak

Vor dem Skagerrak fand am 31. Mai und 1. Juni 1916 zwischen deutschen und britischen Seestreitkräften die größte Seeschlacht der Weltgeschichte statt. Von der deutschen Flottenleitung wurde im Mai 1916 eine Gelegenheit gesucht, die britische Flotte zum Kampf zu stellen. Nachdem ein gegen die englische Ostküste bei Sunderland geplanter Vorstoß wegen ungünstiger Wetterlage aufgegeben war, wurde die Absicht dahin geändert, einen Kreuzer- und Handelskriegszug nach dem Skagerrak auszuführen.

Am 31. Mai früh liefen die deutschen Hochseestreitkräfte unter Vizeadmiral Scheer aus der Jade aus. Sie bestanden in 5 Panzerkreuzern, 11 Kleinen Kreuzern, 7 Torpedobootsflottillen und 3 Linienschiffsgeschwadern mit 15 modernen und 6 alten Linienschiffen. Flottenflaggschiff war S.M.S. Friedrich der Große.

S.M.S. Friedrich der Große

Flottenflaggschiff S.M.S. Friedrich der Große

 

In dieser Zeit befand sich die britische "Große Flotte" bereits in See, da die britische Admiralität schon am 30. Mai abends auf Nachrichten über bevorstehende Tätigkeit der deutschen Flotte auf Nachrichten über bevorstehende Tätigkeit der deutschen Flotte ihre Verbände aus den verschiedenen Häfen hatte auslaufen lassen. Sie sollten sich am folgenden Nachmittag vor dem Skagerrak vereinigen. Die deutschen Schlachtkreuzer unter Vizeadmiral Hipper, die etwa 50 km vor den Linienschiffen mit Kleinen Kreuzern als Vorhut die norwegische Küste ansteuerten, trafen 16.30 Uhr, noch vor der Vereinigung der britischen Verbände, auf die britische Kreuzerflotte unter Vizeadmiral Beatty (Kleine Kreuzer und 6 Schlachtkreuzer). Nach kurzer Verfolgung der feindlichen Kleinen Kreuzer durch die deutsche Vorhut eröffnete 17.49 Uhr Hipper das Gefecht gegen die sich in Südkurs entwickelnden Schlachtkreuzer auf 13 km Entfernung. Die Linien bewegten sich im laufenden Gefecht den deutschen Gros entgegen. Während dieses Kampfes sanken im deutschen Feuer die britischen Schlachtkreuzer H.M.S. Indefatigable (Unbesiegbare) und H.M.S. Queen Mary.  Invincible hatte in der Falklandschlacht mit Inflexible aus sicherer Entfernung das deutsche Geschwader niedergekämpft. Unter ihren Granaten war S.M.S. Scharnhorst mit der gesamten Besatzung untergegangen. Nun wurde Invincible selbst von einem furchtbaren Schicksal getroffen. Nach zwei Salven des deutschen Schlachtkreuzers Lützow zerriss eine gewaltige Explosion zwischen den Masten das britische Schiff in zwei Teile. Vorschiff und Achterschiff stürzten in die Fluten und stellten sich aufrecht auf den Meeresboden. Da das Schiff 170 m lang war, blieben bei etwa 50 m Wassertiefe sowohl der Bug wie das Heck über der Wasseroberfläche sichtbar. Der britische Flottenchef, Admiral Jellicoe, passierte mit der ganzen englischen Linie das Wrack "ein schauerlicher Anblick, dessen Wirkung nur dadurch gemildert wurde, dass die meisten Schiffe es für das eines deutschen Kreuzers" (Deutsches Seekriegswerk.) Jellicoe entsandte ein Torpedoboot, um festzustellen, was für ein Wrack das sei. Beim Herankommen las der englische Kommandant aus nächster Nähe am Heck den Namen "Invincible", die Unbesiegbare. Nur 6 Mann von 1032 wurden gerettet.

Vernichtung der Queen Mary

Vernichtung der Queen Mary

 

Grade als die Lage der deutschen Kreuzer infolge der Überlegenheit von 5 hinzukommenden britischen Großkampfschiffen kritisch wurde, griff das deutsche Gros ein und nahm die Verfolgung des nach Norden ausweichenden Gegners auf. Die Panzerkreuzer setzten sich an die Spitze. Gegen 20.00 Uhr stießen sie auf das britische Gros unter Admiral Jellioce (24 Schlachtschiffe und viele leichtere Streitkräfte), das in seiner Entwicklung zur Gefechtslinie durch Beattys Schlachtkreuzer gestört wurde. Schon während dieser Entwicklung flog im Feuer der deutschen Linienschiffe H.M.S. Defence in die Luft, H.M.S. Warrior, außer Gefecht gesetzt, sank später. Die Hauptschlacht begann bei schlechten Sichtverhältnissen für die deutsche Flotte ungünstig. Bei dem Versuch, den schwerbeschädigten Kreuzer S.M.S. Wiesbaden herauszuhauen, sah sich Scheer aus einem Bogen von Norden bis Osten von dem Mündungsfeuerunsichtbarer feindlicher Schiffe umgeben und glaubte überflügelt zu sein. Das von drei Seiten kommende Feuer lag besonders auf dem an der Spitze fahrenden 3. Geschwader unter Admiral Behncke, der aber kein Schiff verlor. Auf britischer Seite danken H.M.S. Invincible und H.M.S. Blackprice; H.M.S. Warspite blieb schwer beschädigt liegen. Um der Umklammerung zu entgehen, machte Scheer um 19.35 Uhr eine Gefechtskehrtwendung, der Jellicoe nicht folgte. Überraschend für die Britten, deren Feuer vorübergehend nachließ, warf Scheer 15 Minuten später seine Linie wieder herum auf Ostkurs zum Stoß gegen die Mitte des Gegners und ließ Panzerkreuzer und Torpedoboote angreifen. Nun drehte Jellioce ab, das britische Feuer verstummte allmählich, die Tagschlacht war gegen 21 Uhr beendet. Die Fühlung ging verloren, obwohl Beatty drängte, den Feind abzuschneiden. Scheer schwenkte nun nach einer dritten Kehrtwendung in einem Bogen über Südwest nach Süden, um nach Einbruch der Dunkelheit den Rückweg nach Horns Riff zu erzwingen. Gegen 2.45 sank nach schweren konzentrischen Artilleriefeuer britischer Schlachtschiffe S.M.S. Wiesbaden , unter den 589 Toten Johann Kienau, genannt Goch Fock.

H.M.S. Tiger

H.M.S. Tiger, erhielt in der Schlacht 21 Treffer

 

Während die Deutschen, die nur S.M.S. Wiesbaden  verloren hatten, da der schwer beschädigte Panzerkreuzer S.M.S. Lützow noch folgen konnte, ein nochmaliges Zusammentreffen nicht fürchteten, schien dem britischen Kommandierenden die Fortsetzung der Schlacht nicht ratsam, weil sie von der deutschen Überlegenheit im Nachtkampf überzeugt waren. Scheer behielt die Handlungsfreiheit. Die deutsche Flotte fuhr, ohne es in der Dunkelheit zu merken, hinter der britischen Flotte her und stieß 21.30 Uhr auf südlichen Kurs zwischen dem britischen Gros und der Rückendenkung hindurch. Es entwickeln sich fortwährende Kämpfe zwischen der deutschen Linie und den überraschten und dann angreifenden britischen Zerstörern. S.M.S. Frauenlob wird im Kampf gegen den britischen Kreuzer H.M.S. Southampton von einem Torpedo schwer getroffen und und sinkt gegen 23.35 Uhr. S.M.S. Elbing kollidiert beim Formationswechsel mit dem Linienschiff S.M.S. Posen, muss verlassen werden (Torpedoboot S 53 übernimmt die Mannschaft) und wird von der eigenen Besatzung selbst versenkt. S.M.S. Lützow musste gegen Morgen nach Rettung der Besatzung (die Begleittorpedoboote übernehmen die Mannschaft) aufgegeben und versenkt werden. Um 1.30 Uhr erhielt S.M.S. Rostock einen schweren Torpedotreffer, die Turbinen fallen aus und die Mannschaft wird von Torpedobooten übernommen. Gegen 5.25 Uhr wird  S.M.S. Rostock durch deutsche Torpedos selbst versenkt. Die Briten verlieren den Panzerkreuzer H.M.S. Black Prince, die Zerstörer Turbulent, Sparrowhawk, Fortune, Ardent und das Zerstörerführungsschiff Tipperary. Jellicoe hat am Morgen die deutsche Flotte nicht erneut zum Kampf gestellt, obwohl er es in seiner Macht lag; seine Streitkräfte waren in drei Teile zersplittert. In den Einzelgefechten des Nachtmarsches und im Morgengrauen des 1. Juni ging die größte Seeschlacht aller Zeiten zu Ende. Die Briten verloren 115 025 Tonnen, darunter 3 Großkampfschiffe und 6 094 Mann, die Deutschen 61 180 Tonnen, darunter 1 Großkampfschiff und 2 551 Mann. Die deutsche Flotte brachte 177 Gefangene heim, die britische Flotte keinen. An schweren Geschossen (28 cm bis 38 cm Kaliber) wurden auf britischer Seite 4 598 Stück, auf deutscher Seite 3 597 Stück verschossen. Die britische schwere Artillerie erzielte 100 Treffer (= 2,17 Prozent), die deutsche 120 (= 3,33 Prozent). 74 britische und 109 deutsche Torpedos wurden abgefeuert.

The Battle of Jutland, May 31, 1916

The Battle of Jutland, May 31, 1916

 

Erst am Abend des 2. Juni, nach Vertagung des Unterhauses, gab die britische Admiralität zögernd ihre erste Meldung über die Schlacht, die einen niederdrückenden Eindruck in der britischen Öffentlichkeit hervorgerufen haben soll. "In der langen und glorreichen Geschichte der britischen Marine ist nichts verzeichnet, was sich mit dieser Tragödie auch nur einigermaßen vergleichen ließe", urteilt Lord Sydenham of Combe. Der Skagerraktag wurde und wird in Großbritannien nicht gefeiert; die deutsche Marine feierte ihn alljährlich "als den größten Ruhmestag ihrer Geschichte". Die Leistung des deutschen Flottenchefs Admiral Scheer war nach der Äußerung des britische Seekriegshistorikers Corbett "Ruhmes genug, um ihn den großen Flottenführern aller Zeiten ebenbürtig zur Seite zu stellen". Der britische Admiral Beatty schrieb später über die Skagerrakschlacht: "Einer der traurigsten Tage meines Lebens."

Zur siegreichen Seeschlacht am Skagerrak am 31. Mai 1916

Zur siegreichen Seeschlacht am Skagerrak am 31. Mai 1916

 

Der verstorbene erste Inspekteur der Bundesmarine, Vizeadmiral Ruge, schrieb: "Scheers Persönlichkeit strahlte Kraft und Vertrauen aus, er löste in der Marine das feudale durch das technische Zeitalter ab. Mit Übernahme der Führung der Hochseeflotte war er von Beginn an bestrebt, sie operativ einzusetzen, und wenn möglich, den Gegner, die Grand Fleet, zur Schlacht zu zwingen. Als es im Verlauf des 31. Mai 1916 vor dem Skagerrak schließlich zu diesem ersehnten Treffen kam, entbrannte eine heftige Seeschlacht, die für die Royal Navy verlustreicher verlief als für die deutsche Flotte. Scheer erwies sich als geschickter Taktiker, als er die sich entwickelnde britische Schlachtordnung durch mehrmalige Gefechtskehrtwendungen der gesamten Hochseeflotte durcheinander brachte und so einer drohenden und sich anbahnenden Umklammerung entzog. Die Skagerrakschlacht war zwar ein taktischer Sieg, dieser konnte aber nicht genutzt werden, denn es gelang kein zweites Mal, den Gegner zu stellen."

An der größten Seeschlacht der Geschichte waren 99 deutsche und 159 britische Schiffe beteiligt.

Verluste

Seeschlacht am Skagerrak - The Battle of Jutland

11 Schiffe  =  61 180 Tonnen 14 Schiffe = 115 025 Tonnen
S.M.S. Pommern
S.M.S. Frauenlob
S.M.S. Wiesbaden
Torpedoboot V 48
Torpedoboot S 35
Torpedoboot V 27
Torpedoboot V 4
Torpedoboot V 29
S.M.S. Lützow (selbst versenkt)
S.M.S. Elbing (selbst versenkt)
S.M.S. Rostock (selbst versenkt)
H.M.S. Queen Mary
H.M.S. Indefatigable
H.M.S. Invicible
H.M.S. Defence
H.M.S. Warrior
H.M.S. Black Prince
H.M.S. Tipperary
H.M.S. Nestor (selbst versenkt)
H.M.S. Nomad (selbst versenkt)
H.M.S. Turbulent
H.M.S. Sparrowhawk
H.M.S. Shark
H.M.S. Fortune
H.M.S. Ardent
2 551 Tote 6 094 Tote

 

Quellen:

 

 

     


 

 


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