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S.M.S. Fürst Bismarck

Großer Kreuzer

Bismarck - Bismarckdenkmal - S.M.S. Bismarck - S.M.S. Fürst Bismarck

S.M.S. Fürst Bismarck

S.M.S. Fürst Bismarck

 

S.M.S. Fürst Bismarck

Daten

Name: Seiner Majestät Schiff Fürst Bismarck
Namensherkunft: Bismarck, Fürst Otto von Bismarck (1815 - 1898)
Stapellauf: 25.09.1897 in Kiel (Kaiserliche Werft Kiel)
Schiffsklasse: keine
Schwesterschiffe: keine
Besatzung: ca. 594 Mann
Maße: Länge 125,7 m - Breite 20,4 m - Tiefgang: 7,9 m
Wasserverdrängung: 10700 Tonnen
Maximale Geschwindigkeit: 19 kn
Bewaffnung:

4 Schnellfeuerkanonen 24 cm, 12 Schnellfeuerkanonen 15 cm, 10 Schnellfeuerkanonen 8,8 cm, Torpedos

Ende: 1919 gestrichen, 1920 abgewrackt

 

S.M.S. Fürst Bismarck

Geschichte

S.M.S. Fürst Bismarck entstand nach dem Amtsentwurf von 1893-95 als Quer- und Längsspant-Stahlbau auf der Kaiserliche Werft Kiel. Das Schiff besaß eine zusätzliche Gürtelpanzerung aus Nickelstahl von 10-20 cm Dicke und wurde bis 0,95 m über der Wasserlinie mit einer Lage Holzplanken mit Muntzmetallbeschlag ausgestattet. Die unteren Teile des Steven (Teil des Schiffsrumpfes) waren mit Bronze verkleidet. Angetrieben wurde das Schiff von drei stehenden vierzylindrigen Expansionsmaschinen von A.G. Germania aus Berlin-Tegel. Zur Erzeugung elektrischer Energie verfügte das Schiff über fünf Dynamos mit 110 Volt 325 kW.

S.M.S. Fürst Bismarck wird als sehr gutes Seeschiff beschrieben; mit weichen, gleichmäßigen Bewegungen, sehr gut zu manövrieren und zu steuern. Allerdings litt es bei hohen Geschwindigkeiten unter starken Vibrationen. Das Schiff gilt als der erste deutsche Panzerkreuzer, obwohl es diese Bezeichnung nicht offiziell in der Kaiserlichen Marine gab. Amtlich zählte dieser Schiffstyp im Deutschen Reich zu den "Großen Kreuzern".

S.M. Großer Kreuzer Fürst Bismarck
S.M.S. Fürst Bismarck - Matrosen
S.M. Großer Kreuzer Fürst Bismarck S.M.S. Fürst Bismarck - Matrosen

 

1891 wurde S.M.S. Bismarck, eine gedeckte Korvette, nach relativ kurzer Dienstzeit aus der Liste der Kriegsschiffe gestrichen. Dies geschah unmittelbar nach dem Zerwürfnis zwischen Kaiser Wilhelm II. und Otto von Bismarck. Bismarck war darüber sehr verärgert und sah die Stilllegung des Schiffes mit seinem Namen als persönlichen Angriff an. Erst Tirpitz gelang es die verfahrene Situation zu bereinigen und nach einer Unterredung mit Otto von Bismarck dessen Zustimmung für eine neue Namenspatenschaft zu erreichen. Eine persönliche Teilnahme am Stapellauf wollte Otto von Bismarck sich jedoch aufgrund seines Alters nicht mehr zumuten und so vertrat ihn am 25. September 1897 in Kiel sein Sohn, Wilhelm Otto Albrecht Graf von Bismarck-Schönhausen, damaliger Oberpräsident der Provinz Ostpreußen. Die Taufe vollzog dessen Frau Sibylle. Otto von Bismarck starb am 30. Juli 1898 auf seinem Gut Friedrichsruh in Sachsenwald bei Hamburg.

Die endgültige Fertigstellung des Schiffes auf der Kaiserliche Werft Kiel dauerte dann noch 3 Jahre und fiel mit den Unruhen in China im Jahr 1900, dem sogenannten Boxeraufstand zusammen.

Um die Mitte des Jahres 1900 wurde das in den ostasiatischen Gewässern operierende deutsche Kreuzergeschwader, bestehend aus den drei großen Kreuzern S.M.S. Hansa, S.M.S. Hertha und S.M.S. Kaiserin Augusta sowie den sechs kleinen Kreuzern S.M.S. Irene, S.M.S. Gefion, S.M.S. Geier, S.M.S. Seeadler, S.M.S. Bussard und S.M.S. Schwalbe, bedeutend verstärkt.

Am 30. Juni 1900 verließ der modernste Großer Kreuzer (Panzerkreuzer) seiner Art in der Kaiserlichen Marine, S.M.S. Fürst Bismarck, Kiel in Richtung Ostasien.

Die deutsche ostasiatische Linienschiffsdivision in den chinesischen Gewässern
S.M.S. Fürst Bismarck klar zum in See gehen, 1900
Die deutsche ostasiatische Linienschiffsdivision in den chinesischen Gewässern S.M.S. Fürst Bismarck klar zum in See gehen, 1900

 

Ihm folgte am 11. Juli 1900 ein Panzergeschwader, das sich aus den in den letzten Jahren vom Stapel gelaufenen vier Zehntausend-Tonnen-Linienschiffen S.M.S. Kurfürst Friedrich Wilhelm, S.M.S. Weißenburg, S.M.S. Wörth und S.M.S. Brandenburg" zusammensetzte. Jedes der vier Schiffe, die zusammen die Hälfte der deutschen Hochsee-Panzerflotte repräsentierten, war mit 40 Geschützen bestückt und hatte 570 Mann Besatzung. Der kleine Kreuzer S.M.S. Hela  am 4. Juli 1900, die Kanonenboote S.M.S. Luchs, S.M.S. Iltis, S.M.S. Tiger und S.M.S. Jaguar sowie die drei Torpedoboote S 90, 91 und 92 vervollständigten die Armada.

Landungsmanöver in Tsingtau
Landungsartillerie des Kreuzergeschwaders in Tsingtau
Landungsmanöver in Tsingtau Landungsartillerie des Kreuzergeschwaders in Tsingtau

 

An Bord des Lazarettschiffs "Gera", das am 27. Juli 1900 von Wilhelmshaven aus in See stach, befand sich außerdem eine komplette Besatzung für den bei Taku erbeuteten chinesischen Torpedobootzerstörer. Sämtliche deutsche Kriegsschiffe vor Chinas Küste unterstanden Vizeadmiral Bendemann, der zu diesem Zeitpunkt das Kreuzergeschwader befehligte.

Während des Boxeraufstandes waren zeitweise bis zu 250 Kriegsschiffe aus 12 Ländern in China im Einsatz, davon 24 Kriegsschiffe der Kaiserlichen Marine. Von den 70.000 Mann Landungstruppen waren 17.000 aus dem Deutschen Reich.

S.M.S. Fürst Bismarck blieb von 1900 bis 1909 ununterbrochen in den ostasiatischen Gewässern und traf am 26. Juni 1909 wieder in Kiel ein. Dort wurde das Schiff auf der Kaiserlichen Werft Kiel repariert und umgebaut. Ab Februar 1915 diente es kurz dem Torpedoversuchskommando als Zielschiff für U-Boote und ab März 1915 als Exerzier- und Maschinenschulschiff in Kiel. Seine letzte Verwendung fand das Schiff bis 1919 als Büroschiff des Schiffsstammverbandes des Ostsee. Am 17. Juni 1919 wurde das Schiff aus der Liste der Kriegsschiffe gestrichen und bis 1920 in Rendsburg-Audorf abgewrackt.

 

Am 14. Februar 1939 wurde von der Enkeltochter Bismarcks wieder ein Kriegsschiff auf den Namen des ersten Reichskanzlers getauft. Das Schlachtschiff Bismarck war bei der Indienststellung das größte und kampfstärkste Schlachtschiff der Welt. 1941 versenkte sie den Stolz der britischen Marine, den Schlachtkreuzer "Hood" und beschädigte die "Prince of Wales". Am 26. Mai 1941 erhielt die Bismarck durch einen Flugzeugtorpedo einen Treffer, der die Ruderanlage zerstörte und wurde dadurch kampfunfähig. Vermutlich wurde die Bismarck daraufhin von der eigenen Besatzung versenkt.

 

 

 

         

 

 

 

 


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