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S.M.S. Großer Kurfürst

(1875)

Panzerfregatte

S.M.S. Großer Kurfürst

S.M.S. Großer Kurfürst

 

S.M.S. Großer Kurfürst

Daten

Name: Seiner Majestät Schiff Großer Kurfürst
Namensherkunft: Friedrich Wilhelm I. von Brandenburg (1620 - 1688). Kurfürst von Brandenburg und Herzog von Preußen (Haus Hohenzollern), ab 1675 trug er den Beinamen "Großer Kurfürst"
Stapellauf: 1875 in Wilhelmshaven
Schwesterschiffe: Panzerfregatten: S.M.S. Friedrich der Große (1), S.M.S. Preußen (1) , S.M.S. Großer Kurfürst (1)
Typschiff: Preußen
Besatzung: ca. 500 Mann
Maße: Länge 97 m Breite 16 m Tiefgang: 7,2 m
Wasserverdrängung: 10700 Tonnen
Maximale Geschwindigkeit: 14 kn
Bewaffnung:

4 Kanonen Kaliber 26 cm, 2 Kanonen Kaliber 17 cm

Ende: 31.05.1878 bei Folkstone nach Kollision mit Panzerkreuzer König Wilhelm gesunken

 

S.M.S. Großer Kurfürst

Geschichte

Nach dem Deutschen Krieg von 1866 kommt es zur Errichtung des Norddeutschen Bundes und damit zur Schaffung der Norddeutschen Bundesmarine: Auch die preußischen Kriegsschiffe führen die neue Bundeskriegsflagge. Die Marine soll jetzt nicht nur dem Schutz der Schifffahrt und der Küste dienen, sondern auch im Bedarfsfalle das offensive Vergehen gegen feindliche Kräfte, Küsten und Häfen ermöglichen. Kriegsminister von Roon arbeitet einen Flottengründungsplan aus, nachdem in den nächsten zehn Jahren: 10 Panzerschiffe, 20 Korvetten, 22 Küstenverteidigungsfahrzeuge, 8 Avisos, 3 Transportschiffe und 7 Schulschiffe gebaut werden sollen. Der Reichstag bewilligt diesen Plan zwar, jedoch ist die deutsche Schiffbauindustrie und ungenügend entwickelt. Man benötig Musterschiffe und kauft daher im Ausland geeignete Fahrzeuge: in Frankreich die Panzerfregatte S.M.S. Friedrich Carl (6800 t und 16 Geschütze), in England S.M.S. Kronprinz (5600 t und 16 Geschütze) und S.M.S. König Wilhelm (9800 t und 23 Geschütze) - in seiner Zeit ein Gigant und das damals stärkste Schiff, ursprünglich wurde es von den Türken bestellt, dann aber von diesen nicht abgenommen. Es hatte seine 24-cm-Kruppsche-Mantelringkanonen in langer Batterie und im Bug aufgestellt und machte mit seiner immer noch üblichen Segeltakelage, dem massiven Rammsporn und Gürtelpanzer einen imposanten Eindruck.

Der Bau der Panzerschiffe der Preußen-Klasse (S.M.S. Friedrich der Große, S.M.S. Preußen, S.M.S. Großer Kurfürst) erfolgte nach dem 1. Amtsentwurf von 1868. S.M.S. Preußen unter dem Projektnamen "Borussia" wurde von der Privatwerft AG Vulcan in Stettin (Pommern) auf Kiel gelegt. Der Schiffstyp war eine Quer- und Längsspant-Eisenbau mit einem Panzer aus Schmiedeeisen auf Teakholz. Angetrieben wurde es von einer liegenden, dreizylindrigen Einfachexpansionsmaschinen von A.G. Vulcan Stettin bzw. F.A. Egells aus Berlin. Zur Erzeugung elektrischer Energie verfügte das Schiff über 3 Dynamos mit 65 Volt 30 kW. Obwohl sich der deutsche Kriegsschiffbau erst in den Anfängen befand, erwiesen sich die neuen Schiffe der Preußen-Klasse als ziemlich gute Seeschiffe mit angenehmen Bewegungen, die gut drehten und sehr gut zu manövrieren waren. Unter Segel waren sie jedoch langsam.

S.M.S. König Wilhelm

S.M.S. König Wilhelm, umgebaut zum Panzerkreuzer I. Klasse

 

Am 31. Mai 1878 dampfte ein deutsches Panzergeschwader unter dem Befehl des Konteradmirals Carl Ferdinand Batsch (1831 - 1898), bestehend aus dem Flaggschiff S.M.S. König Wilhelm, der Panzerfregatte S.M.S. Großer Kurfürst, S.M.S. Preußen und dem Aviso S.M.S. Falke, durch den Englischen Kanal, um im Mittelmeer ein Manöver durchzuführen, als es während der Fahrt zum einem folgenschweren Zusammenstoß kam. Auf der Höhe von Folkestone wurde der Kurs des Geschwaders von 2 Segelschiffe gekreuzt. S.M.S. König Wilhelm und S.M.S. Großer Kurfürst mussten ausweichen und wollten grade auf ihren alten Kurs zurückgehen. Da der Steuermann auf S.M.S. König Wilhelm ein Ruderkommando seines Wachoffiziers missverstand, drehte das Schiff und rammte mit seinem Rammsporn S.M.S. Großer Kurfürst so stark, dass es nach Backbord drehte. In dieser prekären Situation versäumte die Schiffsführung auf S.M.S. Großer Kurfürst zudem "Schotten dicht" zu befehlen. Nachdem sich beide Schiffe wieder gelöst hatten, drang Wasser in S.M.S. Großer Kurfürst so schnell ein, dass es kurz darauf mit 269 Mann an Bord versankt. 218 Mann wurden von deutschen und englischen Schiffen gerettet.

Untergang des Großen Kurfürsten

Untergang des Großen Kurfürsten

 

Von vielen Seiten wurde Konteradmiral Batsch als Hauptschuldiger für die Katastrophe verantwortlich gemacht, weil man die Ursache des Zusammenstoßes der beiden Panzerschiffe lediglich in der von ihm befohlenen zu geringen Distanz derselben finden zu müssen glaubte, der Chef der Admiralität von Stosch verteidigte jedoch im Reichstag das Verhalten Batschs auf das lebhafteste und schob die Schuld des Unglücks ausschließlich auf die mangelhafte Ausführung der gegebenen Befehle. Trotzdem wurde Batsch wegen Nichtbeachtung der Vorschriften über die einzuhaltende Distanz für schuldig erklärt und im Juli 1879 zu sechs Monaten Festung verurteilt. Der Kaiser bestätigte das Urteil, begnadigte Batsch aber, nachdem er erst zwei Wochen seiner Haft auf der Festung Magdeburg verbüßt hatte, und ernannte ihn sogar unmittelbar darauf zum Departementsdirektor in der Admiralität, 1880 zum Vizeadmiral und 1881 zum Chef der Marinestation der Ostsee.

 

S.M.S. Großer Kurfürst

31. Mai 1878

bei Folkestone nach Kollision mit dem Panzerkreuzer König Wilhelm gesunken

269 Tote


 

 

 


 

 


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