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S.M.S. Hansa

(1872)

Panzerkorvette - Gedeckte Korvette

S.M.S. Hansa, Panzerkorvette

S.M.S. Hansa, Panzerkorvette

 

S.M.S. Hansa

Daten

Name: Seiner Majestät Schiff Hansa
Namensherkunft: Hansa, nach der Deutschen Hanse, Handelsorganisation im 12. - 17. Jahrhundert
Stapellauf: 28.01.1872 in Danzig (Königliche bzw. Kaiserliche Werft Danzig)
Schwesterschiffe: Einzelschiff
Besatzung: ca. 397 Mann
Maße: Länge 73,5 m Breite 14 m Tiefgang: 6,5 m
Wasserverdrängung: 3696 Tonnen
Maximale Geschwindigkeit: 12 kn
Bewaffnung: 8 Ringkanonen Kaliber 21 cm
Ende: 1888 Hulk, 1906 abgewrackt

 

S.M.S. Hansa

Geschichte

Nach dem Deutschen Krieg von 1866 kommt es zur Errichtung des Norddeutschen Bundes und damit zur Schaffung der Norddeutschen Bundesmarine: Auch die preußischen Kriegsschiffe führen die neue Bundeskriegsflagge. Die Marine soll jetzt nicht nur dem Schutz der Schifffahrt und der Küste dienen, sondern auch im Bedarfsfalle das offensive Vergehen gegen feindliche Kräfte, Küsten und Häfen ermöglichen. Kriegsminister von Roon arbeitet einen Flottengründungsplan aus, nachdem in den nächsten zehn Jahren: 10 Panzerschiffe, 20 Korvetten, 22 Küstenverteidigungsfahrzeuge, 8 Avisos, 3 Transportschiffe und 7 Schulschiffe gebaut werden sollen. Der Reichstag bewilligt diesen Plan zwar, jedoch ist die deutsche Schiffbauindustrie und ungenügend entwickelt. Man benötig Musterschiffe und kauft daher im Ausland geeignete Fahrzeuge: in Frankreich die Panzerfregatte S.M.S. Friedrich Carl (6800 t und 16 Geschütze), in England S.M.S. Kronprinz (5600 t und 16 Geschütze) und S.M.S. König Wilhelm (9800 t und 23 Geschütze) - in seiner Zeit ein Gigant und das damals stärkste Schiff, ursprünglich wurde es von den Türken bestellt, dann aber von diesen nicht abgenommen. Es hatte seine 24-cm-Kruppsche-Mantelringkanonen in langer Batterie und im Bug aufgestellt und machte mit seiner immer noch üblichen Segeltakelage, dem massiven Rammsporn und Gürtelpanzer einen imposanten Eindruck.

S.M.S. Hansa

S.M.S. Hansa

Panzerkorvette Hansa, das erste deutsche Panzerschiff

 

In Danzig (Westpreußen) begann der eigene deutsche Schiffsneubau, so 1868 die Panzerkorvette S.M.S. Hansa (3696 t und 8 Kanonen), die Glattdeckskorvette S.M.S. Ariadne und die gedeckte Korvette S.M.S. Elisabeth. Die Fregatte S.M.S. Vineta, als preußisches Schiff hinausgegangen, kehrte als norddeutsches Bundesschiff in heimische Gewässer zurück. S.M.S. Hertha fand Gelegenheit mit dem Kanonenboot S.M.S. Blitz einer aufgelaufenen französischen Korvette tatkräftig zu helfen. Andere Schiffe besuchten ostasiatische und westindische Stationen und zeigten die neue Flagge rund um die Welt. Der Oberbefehl der Norddeutschen Bundesmarine unterstand Prinz Adalbert von Preußen.

Am 17. Juni 1869 fand, im Beisein König Wilhelms I. und einer englischen Abordnung, die feierliche Einweihung des Kriegshafens, der Gründung der Marinebasis Wilhelmshaven statt. Die Wahl der Jadebucht als Kriegshafen lag auf der Hand: kein Handelsverkehr wie in den Flussmündungen konnte die Tätigkeit der Kriegsflotte hindern oder durch sie gehindert werden. Die vorgelagerten Sandbanken erschwerten zwar das Navigieren, stellten jedoch gleichzeitig einen natürlichen Schutz dar, der außerdem durch Befestigungen am westlichen Ufer verstärkt wurde.

Die Panzerkorvette Hansa entstand nach dem Amtsentwurf von 1868-70 und war eine Querspant- und Eisen-Holz-Kupfer-Komposition mit einem Panzer aus Schmiedeeisen auf Teakholz. Angetrieben wurde es von einer liegenden, dreizylindrigen Einfachexpansionsmaschinen. Das Schiff besaß keine elektrische Anlage. S.M.S. Hansa galt als sehr steifes Seeschiff, dass sich unter Segel ganz gut steuern und manövrieren, jedoch und unter Dampfantrieb zwar gut manövrieren, aber schlecht steuern ließ.

Deutsches Geschwader 1875, v.l.n.r.: S.M.S. Falke, S.M.S. Hansa, S.M.S. Kaiser, S.M.S. Kronprinz, S.M.S. König Wilhelm

Deutsches Geschwader 1875

v.l.n.r.: S.M.S. Falke, S.M.S. Hansa, S.M.S. Kaiser, S.M.S. Kronprinz, S.M.S. König Wilhelm

 

Das Schiff wurde auf der Königlichen bzw. seit 1871 Kaiserlichen Werft in Danzig (Westpreußen) gebaut und am 28. Januar 1872 erfolgte nach der Taufe der Stapellauf. Die Panzerkorvette Hansa war das erste deutsche Panzerschiff und das erste deutsche Schiff mit entsprechendem Taufzeremonie. Nach verschiedenen Probefahrten wurde es dem  Panzerübungsgeschwader unter dem Befehl des Konteradmirals Carl Ferdinand Batsch (1831 - 1898), Flaggschiff S.M.S. König Wilhelm, zugeteilt.

Anfang 1879/80 wurde ihr das mittelamerikanische Stationsgebiet zugeteilt.

Ab 1880 diente Hansa als Wachtschiff in Kiel, ab 1888 als Hulk für die Heizerausbildung.

Infolge der noch unerfahrenen Bauweise des neuen Schiffstyps kam es zu sehr starker Korrosion, insbesondere zu starken Schäden am Rumpf. 1906 wurde das Schiff für 96 000 Mark verkauft und in Swinemünde (Pommern) abgewrackt.

 

 

 

 

 


 

 


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