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S.M.S. Hertha

(1864)

Gedeckte Korvette

S.M.S. Hertha

S.M.S. Hertha

 

S.M.S. Hertha

Daten

Name: Seiner Majestät Schiff Hertha
Namensherkunft: Hertha, nach der germanischen Gottheit Nerthus, auch Sagengestalt auf Rügen
Stapellauf: 01.10.1864 in Danzig (Königliche Werft Danzig)
Schiffsklasse: Arcona-Klasse
Schwesterschiff S.M.S. Arcona (1) , S.M.S. Elisabeth, S.M.S. Gazelle (1), S.M.S. Hertha (1), S.M.S. Vineta (1)
Besatzung: ca. 380 Mann
Maße: Länge: 72 m - Breite: 13 m - Tiefgang: 6,3 m
Wasserverdrängung: 1930 Tonnen
Maximale Geschwindigkeit: 12 kn
Bewaffnung: Kanonen
Ende: 1884 gestrichen, als Hulk verwendet, 1902 abgewrackt

 

S.M.S. Hertha

Geschichte

Neue Verordnungen von 1856 regeln jetzt in der preußischen Marine die Bildung eines Seewehroffizierskorps, einer Schiffsjungendivision, die Trennung der Admiralität in Marine-Oberkommando und Verwaltung. Die Verwaltung wird dann zum Marineministerium und neben dem Kriegsministerium dem Generalleutnant Albrecht von Roon übertragen. Der Flottenbestand vermehrt sich bis 1859 weiter im die Schraubenkorvette "Arcona" und "Gazelle", die Jacht "Grille" und Aviso "Loreley". Die beiden letzteren Schiffe haben weit über 50 Jahre ihren Dienst versehen.

Das Schwesterschiff der S.M.S. Hertha, S.M.S. Arcona, war das erste preußische Schraubenschiff.

Eine für die preußische Marine besonders wichtige Auslandsreise führte 1859 - 1862 ein Geschwader, bestehend aus "Arcona" mit 27 Geschützen, "Thetis" mit 38 Geschützen, Schoner "Frauenlob" und Transportschiff "Elbe" in ostasiatische Gewässer. Im fernen Osten waren die Tore der 250 Jahre verschlossenen japanischen Inselwelt durch den us-amerikanischen Kommodore Perry geöffnet worden. Perry erzwang mit Gewalt die Öffnung des bis dahin hermetisch verschlossenen Landes und den Vertrag von Kanagawa 1854. Auch das Königreich Preußen zeigte sich an einem Handel mit China, Japan und Siam (Thailand) sehr interessiert. Die Reise ging von Danzig über England um das Kap von Südafrika nach Singapur. Das kleine preußische Geschwader gerät am 2. September 1860 vor Yokohama in einen Taifun, in dem S.M.S. Frauenlob untergeht. Die größeren Kriegsschiffe, die gleichfalls in ernster Gefahr gewesen waren, landeten den außerordentlichen preußischen Gesandten Graf Eulenberg dann am 18. September 1860 in Yokohama, wo er seinen Staatsbesuch abstattete, um nach Vollendung seines Auftrages mit dem Geschwader über Siam die Heimreise anzutreten.

 

Nach dem Deutschen Krieg von 1866 kommt es zur Errichtung des Norddeutschen Bundes und damit zur Schaffung der Norddeutschen Bundesmarine: Auch die preußischen Kriegsschiffe führen die neue Bundeskriegsflagge. Die Marine soll jetzt nicht nur dem Schutz der Sifffahrt und der Küste dienen, sondern auch im Bedarfsfalle das offensive Vergehen gegen feindliche Kräfte, Küsten und Häfen ermöglichen. Kriegsminister von Roon arbeitet einen Flottengründungsplan aus, nachdem in den nächsten zehn Jahren: 10 Panzerschiffe, 20 Korvetten, 22 Küstenverteidigungsfahrzeuge, 8 Avisos, 3 Transportschiffe und 7 Schulschiffe gebaut werden sollen. Der Reichstag bewilligt diesen Plan zwar, jedoch ist die deutsche Schiffbauindustrie und ungenügend entwickelt. Man benötig Musterschiffe und kauft daher im Ausland geeignete Fahrzeuge: in Frankreich die Panzerfregatte S.M.S. Friedrich Carl (6800 t und 16 Geschütze), in England S.M.S. Kronprinz (5600 t und 16 Geschütze) und S.M.S. König Wilhelm (9800 t und 23 Geschütze) - in seiner Zeit ein Gigant und das damals stärkste Schiff, ursprünglich wurde es von den Türken bestellt, dann aber von diesen nicht abgenommen. Es hatte seine 24-cm-Kruppsche-Mantelringkanonen in langer Batterie und im Bug aufgestellt und machte mit seiner immer noch üblichen Segeltakelage, dem massiven Rammsporn und Gürtelpanzer einen imposanten Eindruck.

In Danzig (Westpreußen) begann der eigene deutsche Schiffsneubau, so 1868 die Panzerkorvette S.M.S. Hansa (3600 t und 8 Kanonen), die Glattdeckskorvette S.M.S. Ariadne und die gedeckte Korvette S.M.S. Elisabeth. Die Fregatte S.M.S. Vineta, als preußisches Schiff hinausgegangen, kehrte als norddeutsches Bundeschiff in heimische Gewässer zurück. S.M.S. Hertha fand Gelegenheit mit dem Kanonenboot S.M.S. Blitz einer aufgelaufenen französischen Korvette tatkräftig zu helfen. Andere Schiffe besuchten ostasiatische und westindische Stationen und zeigten die neue Flagge rund um die Welt. Der Oberbefehl der Norddeutschen Bundesmarine unterstand Prinz Adalbert von Preußen.

Am 17. Juni 1869 fand, im Beisein König Wilhelms I. und einer englischen Abordnung, die feierliche Einweihung des Kriegshafens, der Gründung der Marinebasis Wilhelmshaven statt. Die Wahl der Jadebucht als Kriegshafen lag auf der Hand: kein Handelsverkehr wie in den Flussmündungen konnte die Tätigkeit der Kriegsflotte hindern oder durch sie gehindert werden. Die vorgelagerten Sandbänke erschwerten zwar das Navigieren, stellten jedoch gleichzeitig einen natürlichen Schutz dar, der außerdem durch Befestigungen am westlichen Ufer verstärkt wurde.

 

 

 

 

 

 


 

 


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