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S.M.S. Leipzig

(1875)

Eiserne Gedeckte Korvette - Kreuzerfregatte

Leipzig - S.M.S. Leipzig (1) - S.M.S. Leipzig (2) - S.M.S. Leipzig (3)

S.M.S. Leipzig, 1889

S.M.S. Leipzig, 1889

 

S.M.S. Leipzig

Daten

Name: Seiner Majestät Schiff Leipzig
Namensherkunft: Leipzig, Stadt im Königreich Sachsen (wobei "Leipzig" hier als Ort der Völkerschlacht von 1813 verwendet wurde)
Stapellauf: 13.09.1875 in Stettin (Vulkan)
Schwesterschiffe: Kreuzerfregatte Leipzig, Kreuzerfregatte Prinz Adalbert
Besatzung: ca. 432 Mann
Maße: Länge 87,5 m - Breite 14 m - Tiefgang: 7 m
Wasserverdrängung: 3930 Tonnen
Maximale Geschwindigkeit: 13 kn
Bewaffnung: 12 - 17 Geschütze Kaliber 17 cm
Ende: Ab 1894 Hulk, 1921 abgewrackt.

 

S.M.S. Leipzig

Indiensthaltung und Kommandanten

01.06.1877 - 12.06.1877 Korvettenkapitän Paul Zirzow
12.09.1877 - 05.10.1877 Korvettenkapitän Carl Paschen
06.10.1877 - 18.10.1879 Korvettenkapitän / Kapitän zur See Carl Paschen
03.10.1882 - 22.10.1884 Korvettenkapitän / Kapitän zur See Otto Herbig
01.09.1886 - 20.10.1886 Korvettenkapitän Herbing
12.10.1887 - 12.11.1887 Korvettenkapitän Herbing
06.04.1888 - 02.06.1893 Korvettenkapitän Eduard Hartog (4/88 - 6/88)
Kapitän zur See Franz Strauch (8/88 - 2/89)
Kapitänleutnant Hermann da Fonseca-Wollheim (2/89 - 3/89) in Vertretung
Kapitän zur See Max Plüddemann (3/89 - 11/90)
Kapitän zur See Fritz Rötger (11/90 - 10.92)
Kapitän zur See Richard Hornung (10/92 - 06/93)




S.M.S. Leipzig

Geschichte

In den 1870er Jahren wurden die gepanzerten Kreuzer-Fregatten Leipzig, Prinz Adalbert, Bismarck, Moltke, Stosch, Blücher, Stein und Gneisenau auf deutschen Werften gebaut und in der Kaiserlichen Marine in Dienst gestellt. Da sie weder besonders widerstandsfähig noch modern bewaffnet waren wurden sie in Friedenszeiten auf Auslandsstationen und als Schulschiffe verwendet. Trotz voller Takelung und Dampfantriebes galten sie als schwerfällig. S.M.S.  Gneisenau ging 1900 im Sturm an der Mole von Málaga (Spanien) verloren.

Am 17.11.1877 begann eine Weltreise nach der Süd- und Westküste von Mittelamerika. Nach Anlaufen von mexikanischen und kalifonischen Häfen erfolgte ein Besuch von Honolulu. Hier besuchte König Kalakauha das Schiff. Im Oktober 1878 erreichte S.M.S. Leipzig japanische Gewässer. Nach fünfmonatigem Aufenthalt segelte die Korvette im April 1879 nach der chinesischen Küste. Über Singapore, Anjer, Mauritius, Kapstadt und Plymounth erreiche SMS Leipzig am 29.09.1879 wieder Kiel.

S.M.S. Leipzig - Kreuzerfregatte
S.M.S. Leipzig - Kreuzerfregatte
S.M.S. Leipzig - Kreuzerfregatte S.M.S. Leipzig - Kreuzerfregatte


Nach einigen kleineren Umbauten wurde das Schiff im Herbst 1882 wieder in Dienst gestellt. Unter den Besatzungsmitgliedern befand sich auch der spätere Admiral Hipper. Die zweite Weltreise begann am 19.10.1882 über Südamerika und durch den Pazifik nach Ostasien. Dort wurde sie im Juni 1883 wurde sie dem Ostasiatischen Kreuzergeschwader zugeteilt. Ende 1883 transportierte sie den deutschen Generalkonsul in Schanghai, Zappe, nach Tschemulpo, der dort den ersten deutsch-koreanischen Handelsvertrag unterzeichnete. Anfang März 1884 erreichte das Schiff der Heimreisebefehl. An der Ostküste von Borneo lief die Korvette südlich von Sandakan auf. Dadurch machte sich ein siebenwöchiger Reparaturaufenthalt in Singapore notwendig. Während dieser Zeit kam es zu schweren Fieberepidemien an Bord, so dass zeitweise 6 Offiziere und 230 Mann dienstunfähig waren. Auf der weiteren Heimreise bekam KzS Herbig den Befehl nach Südwestafrika zu segeln, um dort mit S.M.S. Elisabeth die deutsche Flagge bei Angra Pequena zu hissen. Diese völkerrechtliche Besitzergreifung war die Grundlage zur Gründung der Kolonie Deutsch-Südwestafrika. Auf der Weitereise entlang der westafrikanischen Küste wurde S.MS. Leipzig zur Unterstützung des Reichskommissars Gustav Nachtigal befohlen und so wurden in verschiedenen Küstenorten westlich der Mündung des Kamerunflusses die deutsche Flagge gehisst. Am 05.09.1884 wurde diese Aufgabe in Porto Seguro und Klein-Popo an der Küste des späteren Schutzgebietes Togoland erfüllt. Am 9. Oktober 1884 erreichte das Schiff in Wilhelmshaven wieder die Heimat.

S.M.S. Leipzig
S.M.S. Leipzig, 1889
S.M.S. Leipzig

Konteradmiral Deinhard und Offiziere S.M.S. Leipzig, 1889
v.l.n.r sitzend: Seydell, Capelle, Plüddemann, Deinhard, Schneider, Elvers
stehend: Behm, Oré, Tapken, Nieten, Thyen, Wuthmann, Gühler, Pfarrer Ettel, Dr. Groppe, Dr. Arimond, Oelker, Meier



Ab 25.11.1884 begann eine Grundreparatur des Schiffes. Aus der Grundreparatur wurde allerdings fast ein Neubau, so erhielt Leipzig eine neue Schiffsbeplankung, Querschotten, neue Maschinenanlage und eine Vergrößerung der Innenräume. Die neuen Maschinenanlagen erforderten auch einen zweiten Schornstein, der zusammen mit dem veränderten Achterschiff die Silhouette des Schiffes stark veränderte. Nach Probefahrten mit einer schweren Schraubenhavarie zeigte sich, dass weitere Umbauten notwendig waren. SMS Leipzig bekam auch eine vollelektrische Schiffsbeleuchtung eingebaut. Im April 1888 wurde das Schiff wieder in Dienst gestellt.

Am 14.06.1888 begann die Reise über Aden in Richtung Sansibar. Dorst setzte KzS Strauch auf S.M.S. Leipzig seine Flagge. Die geplante Reise in die Südsee wurde durch Unruhen im ostafrikanischen Küstenland, die bald in den sogenannten "Araberaufstand" mündeten, abgesagt. Am 08.05. des Jahres schifften SMS Leipzig, Olga und Möwe ihre Landungskorps vor Tanga aus. Mehrmals greifen die deutschen Schiffe ein um Daressalam zu schützen. Nach der Erstürmung des Buschiri-Lagers konnte der Aufstand endgültig niedergeschlagen werden. Nun konnte das Schiff im September 1889 in Kapstadt im Dock überholt werden. Im November 1889 erfolgte ein kurzer Zwischenstopp im Mittelmeer um Kaiser Wilhelm II. Bericht zu erstatten. Die unterbrochenen Wartungsarbeiten wurden danach in Venedig beendet.

Kaiserreise im Mittelmeer 1889
S.M.S. Leipzig
Kaiserreise im Mittelmeer 1889
v.l.n.r.: S.M.S. Kaiser, S.M.S. Deutschland, S.M.S. Leipzig, S.M.S. Jagd
und S.M.S. Blitz auf der Reede von Korfu
S.M.S. Leipzig, das Flaggschiff während der ostafrikanischen Blockade
beim Zusammentreffen mit dem Übungsgeschwader
während der Kaiserreiche nach Konstantinopel 1889


Im Januar 1890 erreichte S.M.S. Leipzig der Befehl nach Ostasien zu fahren, am 20.03. wurde Hongkong erreicht.

1890–1891 Ostasien

1891 Chilenischer Bürgerkrieg

1894 - 1921 Verwendung als Wohnhulk in Wilhelmshaven, 1919 plötzlich gesunken, 1921 gehoben und abgewrackt.

 

S.M. Hulk Leipzig
Hulk Leipzig
S.M. Hulk Leipzig Hulk Leipzig

 

 

 

 

 


 

 


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