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S.M.S. Leipzig

(Nr. 2)

Kleiner Kreuzer

S.M.S. Leipzig

S.M.S. Leipzig - Kleiner Kreuzer

 

S.M.S. Leipzig

Daten

Stapellauf:31.03.1905 in Bremen
Schiffsklasse:Bremen-Klasse
Schwesterschiffe:S.M.S. Danzig, S.M.S. Leipzig, S.M.S. München, S.M.S. Lübeck, S.M.S. Berlin, S.M.S. Hamburg, S.M.S. Bremen
Besatzung:ca. 300 Mann
Maße:Länge 110,6 m Breite 13,2 m Tiefgang: 5,0 m
Wasserverdrängung:3250 Tonnen
Maschinenleistung:10 100 PS, 3fach Expansionsmaschinen, 10 Marine-Kessel
Dampfstrecke5 000 Seemeilen
Maximale Geschwindigkeit:23 kn
Bewaffnung:10 Schnellfeuerkanonen Kaliber 10,5 cm, 10 Maschinenkanonen Kaliber 3,7 cm und Torpedos
Ende:Am 08.12.1914 in der Seeschlacht bei den Falklandinseln gesunken.

 

S.M.S. Leipzig

Geschichte

Die Kreuzer der Bremen-Klasse waren ausgezeichnete Schiffe für den Aufklärungs- und Auslandsdienst, von denen 1905 S.M.S. Lübeck als erstes Schiff der deutschen Marine eine Turbinenanlage anstelle der üblichen Kolbendampfmaschine erhielt.

S.M.S. Leipzig

S.M.S. Leipzig im Kaiser Wilhelm-Kanal

 

Das Schiff gehörte 1914 zum Kreuzergeschwader Graf Spee und nahm an der siegreichen Seeschlacht bei Coronel teil und wurde in der Seeschlacht bei den Falklandinseln versenkt. Kommandant Johann-Siegfried Haun weigerte sich in der Seeschlacht bei den Falklandinseln sein sinkendes Schiff zu verlassen und fand mit 314 Besatzungsmitgliedern den Tod. Nur 18 Mann wurden von britischen Schiffen gerettet.

S.M.S. Leipzig

S.M.S. Leipzig "Der nach heldenhaften Kampf untergegangene kl. Kreuzer Leipzig"

 

S.M.S. LeipzigGraf Spee und Kommandant Haun 1914S.M.S. Leipzig
S.M.S. LeipzigGraf Spee und Kommandant Haun 1914

Am 08.12.1914 im Gefecht mit den Engländern bei den Falklandinseln gesunken

  

Der letzte Mann

"Der letzte Mann" Gemälde von Prof. Bohrdt auf einer zeitgenössischen Postkarte

Das Gemälde selber gilt seit 1916 als verschollen.

 



Die Verfolgung der "Nürnberg", die in ihrer Geschwindigkeit durch den schlechten Zustand der Maschinenanlage und Kessel behindert war, nahm der Panzerkreuzer Kent auf. Als sie infolge schwerer Treffer zu sinken begann, gab Kapitän zur See von Schönberg um 18:30 Uhr den Befehl zur Sprengung des Schiffes, das auf 53°28s/55°04w um 19:27Uhr versank. 327 Mann fanden den Tod; nur 7 Mann konnten von den Briten gerettet werden. Nach britischen Beobachtungen und Berichten hielten auf dem sinkenden Schiff eine zeitlang vier Männer an einer Stange eine Bootsflagge hoch, eine Szene, die in Unkenntnis des erst nach Kriegsende in Deutschland bekannt gewordenen Sachverhaltes von Prof. Bohrdt in dem Gemälde "Der letzte Mann" nicht zutreffend dargestellt wurde.

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Mitteilung von Herrn Roger Kunert, 23.05.2004:

Sie schreiben zur Seeschlacht bei den Falklandsinseln am 8.12.1914 und speziell zum Untergang der "Nürnberg" auf Ihrer Homepage: "Nach britischen Beobachtungen und Berichten hielten auf dem sinkenden Schiff [der "Nürnberg"] eine zeitlang vier Männer an einer Stange eine Bootsflagge hoch, eine Szene, die in Unkenntnis des erst nach Kriegsende in Deutschland bekannt gewordenen Sachverhaltes von Prof. Bohrdt in dem Gemälde "Der letzte Mann" nicht zutreffend dargestellt wurde." (http://www.deutsche-schutzgebiete.de/sms_nuernberg_1.htm)

Ich habe in dem von Vizeadmiral z. D. Hermann Kirchhoff bereits 1915 bei Hesse & Becker in Leipzig herausgegebenen Buch "Der Seekrieg 1914 – 1915" folgende Passagen gefunden:

  • S. 185: "Nach einem Bericht aus englischer Quelle teilt Konsul Stubenrauch noch folgende Episode von dem Untergang des kleinen Kreuzers "Leipzig" mit: Auf der "Leipzig" hatte sich die Mannschaft auf dem Vorderdeck aufgestellt und weigerte sich, der Aufforderung zur Übergabe nachzukommen. Als der Kreuzer schon gekentert war und einen Augenblick kieloben trieb, schwamm ein Matrose an das Schiff heran, kletterte hinauf, eine deutsche Fahne schwingend, und ging dann mit ihm unter."
  • S. 185f: "Die im allgemeinen nicht als deutschfreundlich bekannte griechische Zeitung "Hestia" brachte am 29. Dezember v. J. einen Leitartikel, worin sie ausführt, daß der gegenwärtige Krieg viele Beispiele von Aufopferung und Heldentum aufweise. Wir entnehmen dem Artikel folgendes: ... Aber am kräftigsten hat dieses schöne Bild der Aufopferung die Besatzung des deutschen "Gneisenau" gezeigt, die nach der Seeschlacht in den Meeren der südlichen Hemisphäre gesunken ist. Die Besatzung des deutschen Kreuzers konnte sich retten, wenn sie wollte, ohne eine moralische Einbuße zu erleiden. Sie kämpfte gegen einen stärkeren Feind und wurde besiegt. Ihr von Geschossen durchlöchertes Schiff versank in den kalten Armen des Meeres. Die tapferen Matrosen des "Gneisenau" weigerten sich stolz, sich auf ein englisches Schiff zu retten. Sie wollten ihr sinkendes Schiff nicht verlassen, und sie gingen unter mit ihm, indem sie sangen "Deutschland, Deutschland über alles". Die Meldung von ihrem heldenhaften Tode hat der englische Admiral Sturdee selbst den Völkern der Erde gebracht. Und Deutschland hat das Recht, stolz zu sein auf seine Söhne, die, nachdem sie ihre Pflicht erfüllt, indem sie bis zur Vernichtung ihres Schiffes kämpften, glaubten, daß sie nicht das Recht hätten, ihre Tätigkeit mit der Gefangenschaft einzustellen, sondern beschlossen, auf dem Höhepunkt einer höchsten Tätigkeit, der Vererbung einer goldenen Tradition an das Vaterland, welche die kommenden deutschen Geschlechter beseelen wird, zu sterben. – Die Bemannung des "Gneisenau" wußte, wie man handelnd, moralisch unbesiegt, stolz in den Tod geht. Es ist vielleicht interessant, den Beweggründen nachzuspüren, welche die deutschen Seeleute zu ihrem hohen Opfer veranlaßt haben. Es ist nicht schwer, sie zu erforschen. Die Einprägung der Idee und des Gefühls der Pflicht in ihr Denken und ihre Seele, ihr unerschütterlicher Glaube an ihren Kaiser, welcher in ihrer Auffassung das Vaterland repräsentiert, beseelte sie mit jenem höchsten Stolze, der zur unbedenklichen Selbstaufopferung führt."
  • S. 192: "Um 7 ½ Uhr sank die "Nürnberg"; die Kommandobrücke stand in Brand. Einige Männer standen auf Deck mit wehender Fahne."

Wie Sie den angeführten Zitaten entnehmen können, war der "Sachverhalt" des "letzten Mannes" durchaus bereits während des Krieges in Deutschland bekannt. Und auch die Darstellung durch Prof. Hans Bohrdt scheint zutreffend zu sein, bezieht sich aber auf den Untergang des kleinen Kreuzers "Leipzig" und nicht auf den der "Nürnberg", wie Sie es anführen.

Ich würde mich freuen, wenn ich Ihnen mit diesen Ausführungen etwas gedient hätte.

Mit freundlichem Gruß

Roger Kunert

 

 

 

S.M.S. Leipzig

08. Dezember 1914

 In der Seeschlacht bei den Falklandinseln gesunken.

315 Tote

 

Namenspatron: Benannt nach der Stadt Leipzig im Königreich Sachsen.

 

 

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