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S.M.S. Olga

Kreuzerkorvette - Artillerieschulschiff

S.M.S. Olga

S.M.S. Olga

 

S.M.S. Olga

Daten

Name: Seiner Majestät Schiff Olga
Namensherkunft: Olga, Großfürstin Olga Nikolajewna Romanowa (11.10.1822 - 30.10.1892), Tochter des russischen Zaren Nikolaus I., heiratete 1846 den späteren König Karl I. von Württemberg. Königreich Württemberg.
Stapellauf: 11.12.1880 in Stettin (A.G. Vulcan)
Schiffsklasse: Kreuzerkorvette der Carola-Klasse
Schwesterschiffe: S.M.S. Carola, S.M.S. Marie, S.M.S. Olga, S.M.S. Sophie
Besatzung: ca. 296 Mann
Maße: Länge 69 m - Breite 13 m - Tiefgang: 5,4 m
Wasserverdrängung: 2160 Tonnen
Maximale Geschwindigkeit: 12 kn
Bewaffnung:

2 Schnellfeuerkanonen Kaliber 8,8 cm, 12 Maschinenkanonen Kaliber 3,7 cm

Ende: 1908 abgewrackt

 

S.M.S. Olga

Geschichte

1884 erging der Befehl zur Bildung des "Westafrikanischen Kreuzer-Geschwaders" mit S.M.S. Bismarck, S.M.S. Möwe, S.M.S. Gneisenau, S.M.S. Olga, und S.M.S. Ariadne. Chef des Westafrikanischen Kreuzer-Geschwaders wurde Konteradmiral Knorr, sein Flaggschiff wurde S.M.S. Bismarck.

Am 19. Mai 1884 beauftragt Reichskanzler Otto von Bismarck den deutschen Generalkonsul in Tunis, Dr. Nachtigal, nach Westafrika zu reisen, um "...die dort ansässigen Deutschen unter deutschen Schutz zu stellen". Die Instruktion bezieht sich auf den Küstenstrich zwischen dem Nigerdelta und Gabun, insbesondere das Gebiet gegenüber der spanischen Insel Fernando Po von der Mündung des Kamerunflusses bis zum Kap St. John. In der Weisung heißt es, dass die Errichtung einer Verwaltung sowie einer Garnison deutscher Truppen nicht beabsichtigt ist. In Bimbia wird am 11. Juli 1884 der erste Schutzvertrag im späteren Kamerun unterzeichnet. Nachdem die Agenten der Firmen Woermann und Jantzen & Thormählen bereits vorgearbeitet haben, gelingt es dem Reichskommissar Dr. Nachtigal und seinem Begleiter Dr. Buchner, auch die Könige Bell und Aqua, deren Stammesführer bisher infolge englischen Einflusses dagegen waren, zum Unterzeichnen eines Schutzvertrages zu bewegen. Am 14. Juli erfolgt die feierliche Flaggenhissung in den Dörfern Bell, Aqua und Didotown in Anwesenheit des Kriegsschiffes S.M.S. Möwe. Großbritannien war um einige Tage zu spät gekommen, obschon bereits 1882 das Land den Briten als Protektorat angeboten worden war; diese aber auf dieses Angebot nicht geantwortet hatten. In den darauf folgenden Wochen und Monaten werden von Dr. Buchner weitere Verträge im Innern abgeschlossen, zuletzt in Südkamerun. Die Besitzverhältnisse und die Hoheitsrechte unter den Küstenstammesführern waren sehr schwierig, ein Umstand, der zu Konflikten mit den alteingesessenen Kolonialmächten Großbritannien und Frankreich führte. Vom 18. bis 22. September 1884 kommt es zum Aufstand gegen den deutschfreundlichen König Bell, veranlasst durch britische Kaufleute. Der Aufstand wird durch ein Landungskorps der Kriegsschiffe S.M.S. Bismarck und S.M.S. Olga, die unter dem Kommando des Admirals Knorr stehen, unterdrückt, nachdem die Joßplatte, wo sich die Aufständischen verschanzt haben, erstürmt ist. Bei diesem Kampf fällt der Agent der Firma Woermann, Pantenius. Nach verschiedenen Verträgen mit Frankreich und Großbritannien wird Kamerun noch 1884 eine deutsche Kolonie.

Kamerun, Reichskommissar Gustav Nachtigal lässt die deutsche Flagge hissen.


Kamerun, Reichskommissar Gustav Nachtigal lässt die deutsche Flagge hissen.

 

Große Opfer forderte die Durchsetzung deutscher Wirtschaftsinteressen auf Samoa. Nicht in Kamerun und auch nicht in Ostafrika ist damals so viel deutsches Seemannsblut geflossen, wie auf den samoanischen Inseln. Die eigenen Schutzgebiete in Neu-Guinea und auf den Inseln der Bismarck-Gruppe haben nicht so hartnäckige Kämpfe nötig gemacht, wie der Schutz des deutschen Einflusses auf Samoa. Dort brach 1888 ein Aufstand gegen die deutschen Einwanderer und Händler aus, zu dessen Bekämpfung die Kreuzerfregatte S.M.S. Olga, sowie das Kanonenboot S.M.S. Eber entsandt wurden. Später an noch S.M.S. Adler hinzu. Die Aufständischen waren von US-Amerikanern reichlich mit Waffen versehen und führten den Krieg aus Verstecken, die das waldige und bergige Innere der Inseln reichlich bot. Am 18. Dezember 1888 wurden die Landungstruppen von S.M.S. Olga und S.M.S. Eber in der Nähe von Apia von den Samoanern heftig beschossen. Auf deutscher Seite wurden die Leutnants Singer und Spengler und 15 Männer getötet, sowie Leutnant Burchard und 38 Männer wurden verwundet. Ein Amerikaner namens Klein hatte die Samoaner angeführt und als er zur Rechenschaft gezogen werden sollte, war er plötzlich verschwunden. Ein US-amerikanisches Kriegsschiff, das während des Aufstandes eine zwielichtige Rolle spielte, hatte ihm Zuflucht gewährt und gab ihm eine Überfahrt nach Kalifornien.

Kreuzergeschwader S.M.S. Bismarck, S.M.S. Carola, S.M.S. Sophie, S.M.S. Olga in Kapstadt 1888
S.M.S. Olga auf Strand gesetzt beim Orkan in Apia, 16. März 1889
Kreuzergeschwader S.M.S. Bismarck, S.M.S. Carola, S.M.S. Sophie, S.M.S. Olga in Kapstadt 1888 S.M.S. Olga auf Strand gesetzt beim Orkan in Apia, 16. März 1889

 

Von Zeit zu Zeit treten in der Südsee orkanartige Stürme auf und ein solcher suchte unvermutet nachmittags am 13. März 1889 auch Apia auf Samoa heim. Im Hafen lagen außer den deutschen Schiffen S.M.S. Olga, S.M.S. Eber und S.M.S. Adler, drei amerikanische Kriegsschiffe, U.S.S. Trenton, U.S.S. Vandalia und U.S.S. Nipsic sowie die englische Korvette H.M.S. Calliope vor Anker und unter Dampf, um gegen die hereinrollende See anzudampfen und dadurch auf die Ankerketten wirkende Kraft zu vermindern. Dies gelang auch bis zum anderen Morgen früh, dann aber begannen bei dem immer heftiger werdenden Sturm S.M.S. Adler, S.M.S. Eber und U.S.S. Nipsic vor ihren Ankern zu treiben und selbst die Anwendung der vollen Dampfkraft vermochte nichts dagegen auszurichten. S.M.S. Eber stieß dabei zuerst mit U.S.S. Nipsic , dann mit S.M.S. Olga zusammen, dann brach die Kette und das Schiff wurde mit solcher Gewalt auf ein Korallenriff am Strand geworfen, dass es kenterte und mit dem Kiel nach oben lag. Nur vier Mann der Besatzung, Leutnant Gaedicke, der Steuermann und zwei Matrosen wurden von den Wellen an Land gespült, die ganze übrige Besatzung von 86 Mann mit dem Kommandanten, Kapitänleutnant Wallis, den Leutnants zur See Ehrhardt und von Ernsthausen und dem Assistenzarzt Dr. Machenhauer, fanden in den Fluten den Tod. U.S.S. Nipsic kollidierte ebenfalls mit S.M.S. Olga und trieb dann auf das Riff. Sie konnte Boote aussetzen und den größten Teil ihrer Mannschaft retten, die Übrigen kenterten mit einem Boot und kamen um. Sehr bald darauf trieb auch S.M.S. Adler auf den Strand, lag aber nur auf der Seite und die Mannschaft konnte bis auf 20 Mann gerettet werden. Ihr folgte U.S.S. Vandalia, deren Rumpf bald zerschellte.

Artillerie-Schulschiff Olga
S.M.S. Olga
Artillerie-Schulschiff Olga S.M.S. Olga


Einige Seeleute enterten in die noch stehende Bemastung und konnte durch Boote von U.S.S. Trenton gerettet werden, die Übrigen, unter ihnen der Kapitän büßten, ihr Leben ein. Die deutsche Handelsbark "Peter Godefroy" und der dänische Schoner "Azur" wurden ebenfalls zertrümmert. Jetzt fing auch H.M.S. Calliope an, zu treiben. Der Kapitän, der den Untergang vor Augen sah, griff zu dem gewagten Mittel, durch das enge Fahrwasser zwischen den dem Hafen vorgelagerten Riffen die offene See zu gewinnen. Dank der besonders starken Maschine gelang es, gegen die furchtbaren Wellen anzudampfen. Wenn auch nur sehr langsam drang das Schiff vorwärts und kam ohne Verluste an Mannschaft und ohne schwere Havarie aus. Nun lagen nur noch S.M.S. Olga und U.S.S. Trenton im Hafen. Der Wind drehte sich etwas westlich und es war zu hoffen, dass die beiden Schiffe ihn durchhielten. Doch nun begann das steuerlos gewordene US-Schiff, auf S.M.S. Olga zu treiben. Der Zusammenstoß mit diesem großen Schiff drohte verhängnisvoll zu werden und der Kommandant, Korvettenkapitän von Ehrhardt, glaubte dieser Gefahr nur dadurch entgehen zu können, dass er sein Schiff an einer möglichst günstigen Stelle auf den Strand setzte. Schnell entschlossen ließ er die Ankerkette schlippen, dampfte mit voller Kraft unmittelbar an der Seite von U.S.S. Trenton vorbei, wobei diesem das Bugspriet abgebrochen wurde, während S.M.S. Olga das Unterraaen einbüßte und jagte diese an einer weichen Stelle auf den Strand von Matautu. Dadurch wurde nicht nur das Schiff selbst vor dem Untergang bewahrt, sondern auch die gesamte Mannschaft gerettet. Auch U.S.S. Trenton trieb nun auf das Riff, aber der größte Teil der Besatzung konnte gerettet werden. Erst am 17. März legte sich der furchtbare Sturm, der so vielen Seeleuten das Leben gekostet hatte.

S.M.S. Olga
S.M.S. Olga im Trockendock
S.M.S. Olga S.M.S. Olga im Trockendock

 

 

Apia-Denkmal für S.M.S. Adler, S.M.S. Eber und S.M.S. Olga auf Samoa
Apia-Denkmal für S.M.S. Adler, S.M.S. Eber und S.M.S. Olga auf Samoa

 

 

 

 

 


 

 


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