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S.M.S. Seeadler

(1916)

Hilfskreuzer

Hilfskreuzer Seeadler - Graf Luckner

S.M.S. Seeadler

S.M.S. Seeadler

 

Die Anregung, ein Segelschiff als Hilfskreuzer auszurüsten, ging von einem erfahrenen Segelschiffskapitän, dem Leutnant zur See der Reserve Kling, aus. Als geeignetes Fahrzeug wurde das amerikanische Vollschiff "Paß of Balmaha" ausfindig gemacht. Es war 1916 von einem U-Boot beschlagnahmt und unter dem Kommando eines Unteroffiziers nach Cuxhaven eingebracht worden. Dem Schiff wurde ein Hilfsmotor eingebaut. Ferner erhielt es wasserdichte Querschotten, Öltanks, Räume zur Unterbringung von Gefangenen, Provianträume, Munitionsräume u.a.m. Die Bewaffnung bestand aus zwei 10,5 cm Schnellladekanonen. Da mit einer Untersuchung des Schiffes von Seiten des Feindes gerechnet werden muss, wurden die Geschütze und die unteren Räume durch eine Decksladung von Holzplanken sehr gründlich maskiert. Das Kommando über das Schiff wurde dem Kapitänleutnant Graf Luckner anvertraut.

S.M.S. Seeadler

Am 25. Dezember 1916 wurde Hilfskreuzer Seeadler auf der Bewachungslinie

durch den englischen Hilfskreuzer Avenge untersucht und infolge der

geschickten Verkleidung der Besatzung als harmloses neutrales Schiff durchgelassen.

 

Als "norwegisches" Schiff durchsteuerte S.M.S Seeadler das Gefahrengebiet. Außerhalb der Blockadelinie wurde die Decksladung über Bord geworfen und ein nur noch leicht maskierter Kriegszustand hergestellt. Bei den Azoren begann die Aufbringung von Prisen. In langer Erfolgsreihe setzte sich die Unternehmung fort. Es gelang der Seeadler 3 Frachter und 13 Segler mit insgesamt 30 099 BRT aufzubringen. Der Kaperkrieg wurde dadurch unterbrochen, dass sich infolge Mangels an Frischproviant Spuren der Beriberi-Krankheit an Bord bemerkbar machten. Um der Besatzung die nötige Erholung - man befand sich mittlerweile länger als ein halbes Jahr auf See - wurde die schöne und völlig unbewohnte Insel Mopelia (Gesellschaftsinseln) angelaufen. Hier konnte die Besatzung der Seeadler ein reines Schlemmerleben mit dem Genuss von Schildkröten, Fischen, Kokosnüssen, Vogeleiern und Wildschweinen führen. Am 2. August 1917 wurde, nach Angaben Luckners, die Seeadler durch eine hohe Flutwelle, die bei einem Seebeben entstand, auf das die Insel umgebende Korallenriff gesetzt und zertrümmert. Das Schiff ohne Wache und so nah an einem Korallenriff zu ankern war zumindest sehr fahrlässig.

Am 2. August 1917 strandete die Seeadler auf der Insel Mopelia und wurde später von der Besatzung verbrannt.

Am 2. August 1917 strandete die Seeadler auf der

Insel Mopelia und wurde später von der Besatzung verbrannt.

 

Am 2. August 1917 wurde, nach Angaben Luckners, die Seeadler durch eine hohe Flutwelle, die bei einem Seebeben entstand, auf das die Insel umgebende Korallenriff gesetzt und zertrümmert. Das Schiff ohne Wache und so nah an einem Korallenriff zu ankern war zumindest sehr fahrlässig. Luckner ließ sich durch den Verlust des Schiffes nicht entmutigen.  Ein aus der Heimat mitgenommenes Motorboot von 6 Metern Länge wurde mit Takelage und einem Maschinengewehr versehen. Am 23. August ging das Schiffchen unter dem Namen "Kronprinzessin Cecilie" unter dem Kommando des Grafen und mit einer Besatzung von 5 Mann in Richtung Fidschiinseln in See. Man plante, irgendein Schiff zu kapern und mit ihm den Rest der Leute vom Mopelia abzuholen. Vier Wochen lang dauerte die Reise auf See. Als sich Graf Luckner und seine Leute auf der Bakaya-Insel an Bord eines ankeraufgehenden amerikanischen Motorschoners in der Absicht eingeschifft hatte, das Fahrzeug in freien Gewässern zu kapern, wurden sie durch einen militärisch besetzten Regierungsdampfer daran gehindert und gefangen gesetzt; zunächst auf der Insel Suva, später in Auckland. Noch einmal gelang es Luckner auszubrechen. Am 13. Dezember 1917 floh er mit seinen Gefährten in dem Motorboot des Kommandanten des Gefangenenlagers und kaperten einen kleinen Segelschoner, der jedoch abermals von einem britischen Regierungsdampfer aufgebracht wurde. Bis zum Friedensschluss hat Australien dann die Besatzung der Seeadler im Zuchthaus von Auckland interniert.

Die auf der Insel Mopelia zurückgelassenen Leute bemächtigten sich eines französischen Schoners, steuerten zwei Monate in der Südsee umher, gerieten bei den Osterinseln auf ein Riff und wurden schließlich in Chile interniert.

Schoner Moa

Schoner Moa

 

Ein Teil der Besatzung, der in neuseeländische Gefangenschaft geraten war, unternahm einen Fluchtversuch, kaperte auf See den Schoner Moa und erreichte mit ihm die Kermadek-Inseln. Dort wurden sie jedoch wieder gefangen genommen.

 

 

 

 

 


 

 


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