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S.M.S. Weißenburg

Ab 1910 "Torgut Reis" unter türkischer Flagge

Panzerschiff - Linienschiff

S.M.S. Weißenburg

S.M.S. Weißenburg

 

S.M.S. Weißenburg

Daten

Name: Seiner Majestät Schiff Weißenburg
Namensherkunft: Weißenburg, Stadt im Unterelsaß. Am 4. August 1870 fand hier während des Deutsch-Französischen Krieg eine siegreiche Schlacht statt.
Stapellauf: 14.12.1891 in Stettin (Vulkan Werft)
Schiffsklasse: Brandenburg-Klasse
Schwesterschiffe: S.M.S. Brandenburg, S.M.S. Kurfürst Friedrich Wilhelm, S.M.S. Weißenburg, S.M.S. Wörth
Besatzung: ca. 568 Mann
Maße: Länge 108 m - Breite 19,5 m - Tiefgang: 7,4 m
Wasserverdrängung: 10060 Tonnen
Maximale Geschwindigkeit: 17 kn
Maschinenleistung: 10 000 PS, 2 stehende Dreifach-Expansionsmaschinen, Kessel 12 Zylinder mit rückkehrender Flamme.
Aktionsradius 4 500 Seemeilen
Bewaffnung:

6 Kanonen Kaliber 28 cm, 8 Kanonen Kaliber 10,5 cm, 8 Schnellfeuerkanonen Kaliber 8,8 cm, 12 Maschinenkanonen 3,7 cm, Torpedos

Ende: 1910 an die Türkei verkauft, dort 1952 abgewrackt

 

S.M.S. Weißenburg

Geschichte

1888 wurde Wilhelm II. Deutscher Kaiser. Er zeigte ein starkes Interesse an maritimen Fragen und schickte sich an, zum Schutze des wirtschaftlich aufblühenden Reiches und seiner jungen Kolonien in Übersee eine angemessene Flotte zu bauen.
General von Caprivi wurde von seiner Stellung als Chef der Admiralität entbunden. Der Monarch gliederte die Admiralität in das Oberkommando der Marine und das Reichsmarineamt (Verwaltung) auf und unterstellte beide Spitzenbehörden erstmalig Admiralen. Außerdem schuf er ein Marinekabinett, das ihm zur Ausübung der Kommandogewalt unterstand.
Die Schiffe der deutschen Flotte waren inzwischen größtenteils überaltert, und selbst moderne Bauten entsprachen nicht mehr den Anforderungen der Taktik und Technik.
Eine erste Maßnahme war noch 1888 der Planungsbeginn von 4 großen Panzerschiffen der Brandenburg-Klasse. Der Entwurf dieser ausgezeichneten Schiffe stammte von dem hochbegabten Chefkonstrukteur der Kaiserlichen Marine, Alfred Dietrich, dessen ideenreichen Konstruktionen sie eine ganze Anzahl verschiedenartiger Typen und Klassen verdankt. Besonders in der Panzerung, der wasserdichten Unterteilung, der Antriebsanlage und der Bewaffnung brauchte man den Vergleich mit entsprechenden ausländischen Schiffen nicht mehr zu scheuen. Die Brandenburg-Klasse war mit 6 28-cm-Geschützen stärker als vergleichbare Bauten anderer Marinen bestückt. Am Nickelstahlpanzergürtel betrug die größte Dicke 40 cm.

Die Brandenburgklasse als 1. Division des 1. Geschwaders, 1894

Die Brandenburgklasse als 1. Division des 1. Geschwaders, 1894

 

S.M.S. Weißenburg wurde 1894 in Dienst gestellt und der I. Division zugeteilt. Per Kabinettsorder vom 27. Februar 1899 wurden die Panzerschiffe der Brandenburg-Klasse zu Linienschiffen erklärt.

Im Juli 1900 wurde S.M.S. Weißenburg gemeinsam mit anderen Schiffen als "Ostasiatischen Expeditionskorps" zur Niederschlagung des Boxeraufstandes nach China entsandt, ohne dort irgendwelche kriegerischen Handlungen zu unternehmen. Mitte August 1901 erreichte das Linienschiff wieder den deutschen Heimathafen Wilhelmshaven und wurde dort auf der Werft modernisiert und umgebaut.

S.M.S. Weißenburg

S.M.S. Weißenburg

 

1904 konnte der Dienst wieder aufgenommen werden und das Schiff nahm an verschiedenen Manövern und Sicherungsaufgaben in Nord- und Ostsee teil.

1910 wurde S.M.S. Weißenburg an das Osmanische Reich (Türkei) verkauft und tat noch bis 1938 unter seinem neuen Namen "Torgut Reis" seinen Dienst. Nach bis in die 50er Jahre diente es dann als Wohnschiff.

S.M.S. Weißenburg

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