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Deutsch-Südwestafrika im 1. Weltkrieg

Südwestafrika - deutsche Kolonie von 1884 bis 1919

Deutsch-Südwestafrika - Schutztruppen - Hereroaufstand - Deutsch-Südwest im 1. WK - Ansichtskarten - Briefmarken - Farbfotos - Landkarten - Schutzvertrag

 

Deutsche Kamelreiter

Deutsche Kamelreiter in Südwest

 

Auf verlorenem Posten - Deutsch-Südwestafrika im Ersten Weltkrieg


Als im August 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, war keine der deutschen Kolonien hierauf vorbereitet. Schuld daran trugen Reichsregierung und Reichstag, die im blinden Vertrauen auf die Kongoakte von 1885 sich der Illusion hingaben, dass im Falle eines Konfliktes zwischen den Großmächten deren Kolonien neutralisiert würden, und daher entsprechende militärische Vorsorgemaßnahmen in den Kolonien ablehnten.

In einer besonders prekären Lage befand sich dabei Deutsch-Südwestafrika, war doch die Südafrikanische Union, ein britisches Dominium, mit ihrem hohen weißen Bevölkerungsanteil und somit besonders großen Kräftepotenzial sein direkter Nachbar! Und deren Premier, dem englandhörigen Burengeneral Botha, war Deutsch-Südwest "schon lange ein Dorn im Fleische Südafrikas." Er sah jetzt die Gelegenheit gekommen, diesen "Dorn" herauszuziehen! Mit Lug und Trug glückte es ihm, die Mär von einem drohenden Einfall der angeblich hoch gerüsteten Südwester Schutztruppe dem Parlament und der Presse glaubhaft zu machen.

Südafrika mobilisierte zum Feldzug gegen Südwest! Zwar wehrte sich ein Teil seiner Burenbevölkerung in einer bewaffneten Rebellion gegen Bothas Kriegspläne, doch dieser parierte den "Dolchstoß in den Rücken" und holte nach kurzer Verzögerung zum Schlag gegen die deutsche Kolonie aus. Dank ihrer gewaltigen personellen und materiellen Überlegenheit gelang es den nun von mehreren Seiten vordringenden Unionstruppen durch "polypenhafte" Umklammerungsoperationen die schwachen deutschen Verbände immer wieder auszumarschieren und zum Rückzug zu zwingen.

Die erdrückende gegnerische Übermacht und die ständigen Rückzüge wirkten sich schon bald zermürbend auf die Kampfmoral der Schutztruppler aus. Besonders gravierend für den Geist der Truppe aber waren die enttäuschenden Führungsqualitäten ihres Kommandeurs Oberstleutnant Franke, eines im Hererokrieg hoch dekorierten, nun aber durch jahrzehntelangen Kolonialdienst nervlich zerrütteten Offiziers, dessen Führungskünste sich in bombastischen Durchhalte- und Endkampfparolen erschöpften.

Nach Blitzkriegsmanier drängten Bothas hoch bewegliche Burenreiter die Schutztruppe immer weiter nach Norden zurück und schlössen sie schließlich in weit ausholenden Operationen bei Korab ein. Da gab Franke, am Kampfgeist seiner Soldaten und an sich selbst zweifelnd, den Kampf auf - trotz des wütenden Protestes vieler seiner Offiziere. Seine noch völlig intakte Truppe streckte die Waffen. Eine mehr als dreißigjährige deutsche Kolonialära in Südwest war zu Ende!

 

Aus, Gefangenenlager 1915


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Im Schatten der Leistungen ihrer bis zum Ende des Weltkrieges unter General Lettow-Vorbeck ausharrenden ostafrikanischen Kameraden (siehe Deutsch-Ostafrika im 1. Weltkrieg) stehend, mussten die Südwester Schutztruppler später das Odium auf sich nehmen, dass ihr Kampf " stets ein verkümmertes im Lorbeerkranz des deutschen Heeres bleiben werde." Ihr Kommandeur, nach Rückkehr in die Heimat vielfach angefeindet und mit dem Vorwurf der Feigheit belastet, fühlte sich als Stigmatisierter und kehrte der Heimat schon bald wieder den Rücken.

 

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Dieses Werk ist entstanden unter Verarbeitung zahlreicher deutscher, namibischer, südafrikanischer und britischer Quellen, teils privater, teils amtlicher. In ihm wird einer der letzten ausschließlich mit klassischer "Schlachtenkavallerie" geführten Feldzüge beschrieben. Sein Ausgang leitete die südafrikanische Herrschaft in Südwestafrika ein, die schließlich mit der Gründung des unabhängigen Staates Namibia endete.

Copyright © Walter Nuhn

Veröffentlichung hier mit freundlicher Genehmigung von Walter Nuhn

 

     

 

 

 


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