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Alfred von Tirpitz

Deutscher Admiral

Alfred von Tirpitz

Alfred von Tirpitz

* 19. März 1849 in Küstrin (Brandenburg)

† 6. März 1930 in Ebenhausen (Bayern)


 
Am 1. April 1865 legte Alfred Tirpitz in Berlin die Seekadettenprüfung ab (Crew 65) und trat am 24. Juni 1869 in die Preußische Marine ein. Am 22. September 1869 erfolgte die Beförderung zum Leutnant zur See. Von 1877 bis 1889 war er maßgeblich am Aufbau der Torpedowaffe beteiligt, gehörte zwar zur Admiralität, war aber zugleich Mitglied der Torpedoversuchs- und -prüfungskommission, dabei zeitweise Kommandant des Avisos und Torpedoschiffs Zieten sowie Erster Offizier und dann Kommandant der Gedeckten Korvette (zugleich Torpedoversuchsschiff Blücher ( 1877 - 1885). Am 17. September 1881 vorzeitig zum Korvettenkapitän befördert, war er von Januar 1885 bis März 1886 Dezernent für Torpedoangelegenheiten bei der Admiralität, anschließend von April 1886 bis April 1889 erster Inspekteur des Torpedowesens. Von 1885 bis 1887 war er zugleich Chef der Torpedobootsflottille. Am 24. November 1888 wurde er zum Kapitän zur See befördert. Von April 1889 bis Mai 1890 war er Kommandant des Panzerschiffes Preußen, von Mai bis September 1890 führte er das Panzerschiff Württemberg. Weitere Stationen waren: Chef des Stabes der Marinestation der Ostsee von Januar 1891 bis Januar 1892, Chef des Stabes beim Oberkommando der Marine von Januar 1892 bis September 1895 und Chef der ostasiatischen Kreuzerdivision von Juni 1896 bis April 1897. Während seiner Zeit als Chef des Stabes bei der Marinestation der Ostsee war er zugleich auch Chef des Stabes der jährlich zusammengestellten "Herbstübungsflotte". Hierbei erarbeitete er mit Unterstützung des Kommandierenden Admirals, Freiherr von der Goltz, die Grundlagen der taktischen Verwendung und den Einsatz der Flotte, später bekannt als "Dienstschrift IX". Am 13. Mai 1895 wurde Tirpitz zum Konteradmiral befördert. Im Juni 1897 wurde Alfred von Tirpitz Staatssekretär des Reichsmarineamtes. Dieses Amt bekleidete er bis März 1916. Mit dem 28. März 1898 wurde er auch preußischer Staatsminister, am 5. Dezember 1899 folgte die Beförderung zum Vizeadmiral. Mit dem 12. Juni 1903 wurde er Admiral. Die Ernennung zum Großadmiral erfolgte am 27. November 1911. Als von Tirpitz am 15. März 1916 in den Ruhestand versetzt wurde, war er Träger des Schwärzen Adlerordens (verliehen am 27. Januar 1907) und des "Pour le Merite" (verliehen am 10. August 1915).

von Tirpitz

von Tirpitz

Admiral, Staatssekretät des Reichs-Marineamtes, preussischer Staatsminister


Die deutsche Flotte bei Beginn des Ersten Weltkrieges war das Lebenswerk des Großadmirals von Tirpitz. Den Auffassungen seiner Zeit (und das sollte bei heutigen Urteilen nie vergessen werden) entsprach auch Tirpitz Überlegung, dass das neue, technisch und wirtschaftlich florierende und expandierende Deutsche Reich einer großen Flotte bedürfe. In diesen Gedankengängen befand sich Tirpitz in voller Übereinstimmung mit Kaiser Wilhelm II. Der Erwerb von Kolonien, von Bismarck einst nicht gewünscht, bedingte nach damaliger Auffassung auch den Besitz von Stützpunkten für Streitkräfte: Schutz der Kolonien und das "Zeigen der Flagge" in aller Welt, das entsprach dem imperialen Denken Wilhelms II. und dem des späteren Großadmirals. Natürlich wussten Tirpitz, und sicherlich auch Wilhelm II., dass ein Einholen der Flottenstärke Englands kaum möglich sein dürfte. Aber: Die deutsche Flotte sollte immerhin so stark sein, dass es für England ein Risiko bedeuten würde, sich auf einen bewaffneten Konflikt mit Deutschland einzulassen. Dieser Risiko-Gedanke von Tirpitz gab dann später im "Jargon der Historiker" der deutschen Hochseeflotte die Bezeichnung der "Risikoflotte". Dass England aber schon diese deutsche Flotte als Bedrohung ansehen musste, dieser Gedanke hat jedenfalls das deutsche Handeln nicht beeinflusst. Zeigt schon der Eintritt Englands in den Ersten Weltkrieg auf Seiten der Gegner Deutschlands, dass England - entgegen den deutschen Auffassungen - das Risiko doch einging, so erwies sich mit der zum deutschen Sieg hochstilisierten Skagerrak-Schlacht (Mai/Juni) 1916) - trotz deutscher taktischer Erfolge und trotz eines hervorragenden deutschen Ausbildungsstandes -, dass England diese Schlacht operativ/strategisch gewonnen hatte. Die deutsche Hochseeflotte, die eben die für Deutschland gegebenen geographischen Bedingungen (Nasses Dreieck) nicht ändern konnte, dümpelte seit dieser Schlacht - äußerlich ruhig, innerlich aber verfaulend bis zur Revolte, aus der sich die Revolution entwickelte - in ihren Heimathäfen still vor sich hin. Das hat Tirpitz nicht gewollt, immer wieder wollte er "mit der Flotte" schlagen. Sein Kaiser aber wollte dies nicht. Und so musste der Großadmiral gehen ... Die Engländer ihrerseits aber kamen nicht ins "Nasse Dreieck" - sie blockierten Deutschland, und sie hatten den Enderfolg. Der Großadmiral hatte in kurzer Zeit ein durchaus in Grenzen brauchbares Instrument geschaffen: Dass aber die politischen Gesamtvoraussetzungen hierfür nicht zutreffend gewesen waren, das sollte man weniger ihm, sondern hauptsächlich dem politisch letztlich Gesamtverantwortlichen, Kaiser Wilhelm II., anlasten.

Grossadmiral von Tirpitz
Grossadmiral von Tirpitz
Grossadmiral von Tirpitz
Grossadmiral von Tirpitz Grossadmiral von Tirpitz Grossadmiral von Tirpitz


Alfred Tirpitz, 1896 über die Notwendigkeit einer starken deutschen Kriegsflotte, in einem Brief an Albrecht von Stosch (Chef der Admiralität von 1872-1883):

"Unsere Politik rechnet als reale Unterlage zur Zeit nur mit der Armee, diese wirkt direkt aber nur auf unsere Landgrenzen, darüber hinaus nur mittelbar durch den von hier aus übertragenen Druck. Unsere Politik versteht nicht, dass der Allianzwert Deutschlands selbst für europäische Staaten vielfach nicht in unserer Armee, sondern in der Flotte liegt. Beispielsweise: Wenn Russland und Frankreich in einer Frage gegen England stehen. Das Hinzutreten unserer jetzigen Flotte ist dafür von zu geringer Bedeutung. [...]

Unserer Politik fehlt bis jetzt vollständig der Begriff der politischen Bedeutung der Seemacht. Wollen wir aber gar unternehmen, in die Welt hinauszugehen und wirtschaftlich durch die See zu erstarken, so errichten wir ein gänzlich hohles Gebäude, wenn wir nicht gleichzeitig ein gewisses Maß von Seekriegsstärke uns verschaffen. Indem wir hinausgehen, stoßen wir überall auf vorhandene oder in Zukunft liegende Interessen. Damit sind Interessenkonflikte gegeben. Wie will nun die geschickteste Politik, nachdem das Prestige von 1870 verraucht ist, etwas erreichen ohne eine reale, der Vielseitigkeit der Interessen entsprechende Macht? Weltpolitisch vielseitig ist aber nur die Seemacht."

 

 

       


 

 


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