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Tübingen

Oberamtsstadt im Königreich Württemberg, Schwarzwaldkreis

     

Tübingen am Neckar

Oberamtsstadt im Königreich Württemberg, Schwarzwaldkreis

Tübingen 16.809 Einwohner - 1905 (Städte im Kaiserreich)  

Tübingen - Marktplatz

Tübingen - Marktplatz

 

 

Tübingen ist Oberamtsstadt im Königreich Württemberg, Schwarzwaldkreis. Sie liegt am Neckar, in schöner Lage auf einem Bergrücken zwischen dem Neckar und der Ammer, auf 341 Meter über dem Meer und ist Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Plochingen-Villingen, Tübingen-Sigmaringen und Tübingen-Herrenberg. Die Stadt hat 3 evangelische Kirchen (darunter die 1470–1500 erbaute gotische Stiftskirche mit den Grabmälern von 12 meist württembergischen Fürsten, die hier residierten), eine katholische Kirche, eine Salemskirche, eine Synagoge, das 1535 vollendete Schloss Hohentübingen mit schönem Portal, das 1845 vollendete Universitätsgebäude, das Rathaus (1435) mit schöner Freskomalerei und Denkmäler des Grafen Eberhard (im Bart), der Dichter Uhland und Hölderlin, des Komponisten Fr. Silcher und der Schriftstellerin Ottilie Wildermuth.

Tübingen von Westen
Tübingen - Stiftskirche
Tübingen - Partie an der Neckarbrücke
Tübingen von Westen Tübingen - Stiftskirche Tübingen - Partie an der Neckarbrücke



Die Bevölkerung zählte 1905 mit der Garnison (ein Infanteriebataillon Nr. 180) 16.809 Seelen, die große Mehrheit ist Evangelisch, 3014 sind Katholiken und 118 Juden. Tübingen hat Fabrikation von chemischen Artikeln, Handschuhen, Essig, physikalischen und chirurgischen Instrumenten, Zement-, Fleisch- und Metallwaren etc., 2 bedeutende Dampfziegeleien, Kunstmühle, Färberei, Glasmalerei, Obst-, Hopfen- und Weinbau etc. Außer den Verwaltungsbehörden befindet sich dort ein Landgericht.

Tübingen - Partie bei der Schlosslinde
Tübingen - Schloss Hohentübingen - Das große Fass im Schlosskeller
Tübingen - Partie bei der Schlosslinde Tübingen - Schloss Hohentübingen - Das große Fass im Schlosskeller


Die Universität (Eberhard Karls-Universität) wurde 1477 gestiftet und mit derselben 1817 die katholisch-theologische Studienanstalt zu Ellwangen als katholisch-theologische Fakultät vereinigt; außer dieser kamen zu den vier alten Fakultäten 1818 noch eine staatswirtschaftliche und naturwissenschaftliche. Die Gesamtzahl der Dozenten betrug im Sommersemester 1907: 106, die der Studierenden 1727. Mit der Universität in Verbindung stehen: die Universitätsbibliothek mit 460.000 Bänden und 4000 Handschriften, ein physiologisches, ein anatomisches und ein hygienisches Institut, ein Botanischer Garten, mehrere Kliniken, ein bedeutendes Münz- und Medaillenkabinett, eine große geognostische Sammlung, eine Sternwarte (im Schloss) etc.

Tübingen - Holzmarkt
Tübingen - Rathaus
Tübingen - Frauenklinik
Tübingen - Holzmarkt Tübingen - Rathaus Tübingen - Frauenklinik

 

Außerdem besitzt Tübingen ein höheres evangelisch-theologisches Seminar (das sogenannte Stift, 1537 gegründet, im ehemaligen Augustinerkloster) und ein katholisches Konvikt (Wilhelmsstift, in der ehemaligen Ritterakademie), ein Museum (mit Bibliothek), ein kunsthistorisches Institut, ein Gymnasium und eine Realschule. Zum Landgerichtsbezirk Tübingen gehören die 9 Amtsgerichte zu Herrenberg, Kalw, Nagold, Neuenbürg, Nürtingen, Reutlingen, Rottenburg, Tübingen und Urach. In der Nähe der aussichtsreiche Österberg mit dem Kaiser-Wilhelmsturm und dem Bismarckstein.

Tübingen - Schloss und Alleebrücke
Tübingen - Partie mit Eberhardsbrücke
Tübingen - Schloss und Alleebrücke Tübingen - Partie mit Eberhardsbrücke

 

Tübingen, zuerst 1078 erwähnt, war frühzeitig der Sitz von Grafen, die 1148 die Pfalzgrafschaft in Schwaben erwarben, und erscheint 1231 als Stadt. Die Pfalzgrafen von Tübingen teilten sich im 13. Jahrhundert in die Linien: Horb, Herrenberg, Asperg und Böblingen. Pfalzgraf Gottfried von Böblingen, dessen Hause Burg und Stadt Tübingen 1294 zufielen, verkaufte sie 1342 an Württemberg. Sein Zweig erlosch als der letzte des pfalzgräflichen Geschlechts 1631. Graf Eberhard im Bart stiftete 1477 die Universität Tübingen und verlieh der Stadt 1493 ein neues Stadtrecht. Der Tübinger Vertrag (8. Juli 1514) zwischen dem Herzog Ulrich von Württemberg und den Landständen, die des Herzogs Schulden übernahmen, sicherte ihm die Herrschaft. 1519 wurde Tübingen von dem Schwäbischen Bund belagert und am 25. April erobert. 1647 wurde es von den Franzosen besetzt, ebenso 1688 und seiner Mauern beraubt.

Tübingen - Universitäts-Kliniken
Tübingen - Ludwig Uhland
Tübingen - Kaserne, 10. Württ. Inf. Regt No 180, 1 Bat.
Tübingen - Universitäts-Kliniken Tübingen - Ludwig Uhland Tübingen - Kaserne, 10. Württ. Inf. Regt No 180, 1 Bat.

 

 

Tübingen (Baden-Württemberg)

 

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