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Klein-Venedig

Venezuela

als Lehen der Augsburger Handelshäuser Fugger und Welser

1528 - 1556

 

Kolumbus kam auf seiner dritten Reise nach Westindien 1498 zur Mündung des Orinoko, zur Halbinsel Paria und zur karibischen Küste. Wahrscheinlich erreichte er auch die Insel Margarita. Wenig später sah Alonso de Ojeda, der von Amerigo Vespucci begleitet wurde, im Gebiet von Maracaibo die Pfahlbauten der Indianer, die die Entdecker an Venedig erinnerten. Sie nannten das Land daher Venezuela, "Klein-Venedig".

Bartholomäus und Barbara Welser

"Bartholomäus und Barbara Welser"

 

1499 begleiteten Vertreter der Augsburger Handelshäuser Fugger und Welser Pedro Alvarez Cabral, der mit 13 Schiffen Afrika zu umsegeln versucht, statt des Fernen Ostens jedoch Brasilien erreicht.

1505 finanzierten Fugger, Welser und andere Augsburger Kaufherren eine "Indien-Expedition", die unter der Führung von Francisco de Almeira mit 20 Schiffen ihr Ziel erreicht.

1519 Kaiser Karl V. belohnt die Fugger und Welser für deren finanzielle Unterstützung mit der Gewährung kaiserlicher Handelsprivilegien für alle überseeischen Länder.

Kaiser Karl V. bei Fugger in Augsburg

"Kaiser Karl V. bei Fugger in Augsburg"

Die Augsburger Kaufmannsfamilie der Fugger war zu unermesslichen Reichtum gelangt, so dass sie als Bankier der Päpste und der deutschen Kaiser auftreten konnte. Unter anderem finanzierte die die Kaiserwahl 1519. Bei einem Besuche Karls V. verbrannte Anton Fugger Schuldverschreibungen des Kaisers.

 

Ab 1520 erfolgten die ersten spanischen Siedlungen z.B. Cumaná.  Siedler ließen sich in Barquisimeto (1552), Valencia (1555) und Caracas (1567) nieder und begannen mit der Landwirtschaft.

Nikolaus Federmann

Nikolaus Federmann

Deutscher Statthalter in Kleinvenedig

* 1506 in Ulm

† Februar 1542 in Valladolid (Spanien)

 

Kaiser Karl V. überließ 1528 die Nutzung Venezuelas dem Augsburger Handelshaus der Welser als Pfandbesitz für gewährte Kredite. Sie transportieren deutsche Bergleute nach  Venezuela - "Klein Venedig" und übernehmen die Verschiffung von 4000 Sklaven aus dem Küstenbereich Guineas für Arbeiten in den Zuckerrohrplantagen. Viele Siedler heirateten Indianerfrauen aus Mangel an europäischen Frauen. Auf der Suche nach Gold unternahmen die deutschen Statthalter Nikolaus Federmann, Georg Hohermuth von Speyer, Philipp von Hutten u.a. weite Expeditionen ins Land, stießen aber auf den Widerstand der Eingeboren. Für die Welser entwickelte sich das Venezuela-Geschäft rasch zu einem verlustreichen Unternehmen, zusätzlich kam es zu Auseinandersetzungen mit den dort ansässigen spanischen Siedler.

1529 landete Ambrosius Ehinger im Auftrage der Welser in Venezuela.

"Flotte des Ambrosius Ehinger landet in Venezuela" Gemälde

"Flotte des Ambrosius Ehinger landet in Venezuela" Gemälde

 

1546 Mit der Ermordung von Huttens durch spanische Befehlshaber war die deutsche Herrschaft praktisch beendet. Venezuela fällt wieder unter die Oberhoheit Spaniens.

1556 werden den Welsern aufgrund ihres "wucherischen Handels" in Venezuela dort alle Konzessionsrechte entzogen. "So geht nach kaum 27 Jahren die erste deutsche überseeische Kolonie elend zu Grunde. Der günstige Augenblick, in Amerika festen Fuß zu fassen, war unwiederbringlich verloren."

1577 kam das Land endgültig unter spanische Verwaltung.

 

 

 

 

 


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