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Victor Franke

Victor Franke

Victor Franke

* 21.07.1866 in Zuckmantel in Österreichisch Schlesien

† 07.09 1936 in Hamburg

 

Victor Franke wurde am 21. Juli 1866 zu Zuckmantel in Österreichisch Schlesien geboren.

1887 trat er in das Pionier-Bataillon Nr. 6 ein, wurde 1888 Offizier, schied 1896 aus dem Heer aus.

Victor Franke trat zur Schutztruppe für Deutsch-Südwestafrika über. Hier erwarb er sich als Chef der 2. Feldkompanie beim Ausbruch des Hereroaufstandes 1904 außerordentliche Verdienste, indem er, mit seiner Kompanie auf dem Marsch nach dem Süden des Schutzgebietes begriffen, auf die Kunde von dem Ausbruch des Aufstandes im Hererolande unverzüglich umkehrte und den von den Hereros hart bedrängten und zum Teil eingeschlossenen Orten, vor allem Okahandja und Omaruru, nach schweren Kämpfen, die als der "Siegeszug der Kompanie Franke" bekannt sind, Rettung brachte. Auch an den weiteren Kämpfen gegen die Hereros, vor allem an den Gefechten bei Otjihinamaparero, Onganjira und Oviumbo, nahm er Anteil, bis er wegen Krankheit Ende 1904 in die Heimat zurückkehrte. In Anerkennung seiner Verdienste erhielt Franke den Orden "Pour le Mérite".

Deutsch-Südwest-Afrika - Feste in Keetmanshoop

Deutsch-Südwestafrika, Feste in Keetmanshoop

 

Im November 1914 wird Franke zum Oberstleutnant und zum Kommandeur der Kaiserlichen Schutztruppe in Deutsch-Südwestafrika ernannt.

Die erdrückende gegnerische Übermacht und die ständigen Rückzüge wirkten sich schon bald zermürbend auf die Kampfmoral der Schutztruppler aus. Besonders gravierend für den Geist der Truppe aber waren die enttäuschenden Führungsqualitäten ihres Kommandeurs Oberstleutnant Franke, eines im Hererokrieg hoch dekorierten, nun aber durch jahrzehntelangen Kolonialdienst nervlich zerrütteten Offiziers, dessen Führungskünste sich in bombastischen Durchhalte- und Endkampfparolen erschöpften.

Nach Blitzkriegsmanier drängten Bothas hoch bewegliche Burenreiter die Schutztruppe immer weiter nach Norden zurück und schlössen sie schließlich in weit ausholenden Operationen bei Korab ein. Da gab Franke, am Kampfgeist seiner Soldaten und an sich selbst zweifelnd, den Kampf auf - trotz des wütenden Protestes vieler seiner Offiziere. Seine noch völlig intakte Truppe streckte die Waffen. Am 9. Juli 1915 kapituliert Franke und eine mehr als dreißigjährige deutsche Kolonialära in Südwest war zu Ende!

Deutsche Kamelreiter, Foto Copyright © Walter Nuhn

Deutsche Kamelreiter in Südwest

Foto von Walter Nuhn

 

Franke wird in Südafrika interniert. 1919 kehrt er nach Deutschland zurück und wird 1920 zum Generalmajors befördert.

1921 heiratet Victor Franke die Hamburgerin Maria Diekmann. Er lebt von 1927 bis 1930 als Landwirt auf Groß-Schwaß bei Rostock.

Victor Franke leidet zunehmend unter chronisch auftretenden Tropenkrankheiten. 1930 zieht er wegen zunehmender gesundheitlicher Probleme mit seiner Frau zunächst auf ein Landgut der Familie nach Sao Paulo in Brasilien und betreibt in Itajahy eine Mineralwasserfabrik. Später zieht er nach Joinville, muss jedoch bereits 1936 wegen seines stets schlechter werdenden Gesundheitszustandes nach Deutschland zurückkehren. Am 7. September 1936 stirbt Victor Franke im Hamburger Tropenkrankenhaus.

Victor Franke ist in Hamburg auf dem Ohlsdorfer Friedhof beigesetzt.


 

 

 


 

 


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