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Kiel - Haupteinfahrt der Kaiserlichen Werft
Die kaiserlich deutschen Werften, deren es in Wilhelmshaven, Kiel und Danzig je eine gibt, unterstehen einem Oberwerftdirektor im militärischen Rang. Ihm wiederum unterstehen Direktoren für Schiff- und Maschinenbau, Ausrüstung und Verwaltung mit Hilfe von Ingenieuren, Zeugoffizieren etc. die Spezialressorts verwalten.
Nach dem Deutschen Krieg von 1866 kommt es zur Errichtung des Norddeutschen Bundes und damit zur Schaffung der Norddeutschen Bundesmarine. Mit Gründung des Norddeutschen Bundes 1867 wird Kiel, neben Wilhelmshaven, zum Reichskriegshafen. In Kiel gründet man auf dem ehemaligen Gelände, der zuvor umgezogenen Howaldt-Werft, die Königliche Werft Kiel. Nach der Gründung des Deutschen Reiches, am 18. Januar 1871, wird die Marine des Norddeutschen Bundes zur Kaiserlichen Marine und damit auch die Königlichen Werften in Kaiserliche Werften umbenannt. Als 1895 schließlich der Kaiser-Wilhelm-Kanal (Nord-Ostsee-Kanal) fertig gestellt wird, zieht 1899 die Kaiserliche Werft Kiel nach Kiel-Gaarden um. 1904 wird die stark wachsende Kaiserliche Werft Kiel um Teile der benachbarten Germaniawerft erweitert. Die Kaiserliche Werft, die sich von Gaarden im Süden bis zum Nordufer der Schwentine erstreckte, war der größte Schiffbaubetrieb Kiels. Zwischen 1899 und 1904 dehnte sich der Betrieb so stark aus, dass die Germaniawerft im Süden einen Teil ihres Geländes an die Kaiserliche Werft abtreten musste. Auch nach Norden war ein weiterer Ausbau des Betriebes nötig. 1904 verschwanden die letzten Reste des alten Fischerdorfes Ellerbek. Die Einwohner wurden nach Wellingdorf umgesiedelt. Bis zur Schwentinemündung reichend wurde die Nordwerft aufgebaut mit Gebäuden für das Artillerie- und Ausrüstungsressort. Zur Verbindung beider Werftteile entstand eine große Schwebefähre, die bald ein Wahrzeichen Kiels war. 1882 beschäftigte die Kaiserliche Werft 3500 Arbeiter, 1914 9200 Arbeiter und während des 1. Weltkrieges dann 18 650 Mitarbeiter.
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Kiel - Kaiserliche Werft
1865 gründet der Ingenieur Georg Howaldt, Sohn des Mitbegründers der Firma Schweffel und Howaldt, in Ellerbek eine kleine Werft. Diese muß jedoch schon bald dem Ausbau der preußischen Marinewerft weichen. 1876 machte sich Georg Howaldt mit einer neuen Werft in Diedrichsdorf an der Schwentinemündung selbständig. 1883 wurde auch die Maschinenfabrik der Gebrüder Howaldt, vormals Schweffel und Howaldt, von Kiel nach Dietrichsdorf verlegt. Beide Unternehmen vereinigten sich 1889 zu den Howaldtswerken und bauten bis zur Jahrhundertwende 390 Schiffe, darunter 18 Dampfer bis 3000 tdw, 18 Dampfer bis 6000 tdw und 9 Dampfer bis 11 000 tdw. Auf dieser Werft wurden u.a. das Polarschiffes "Gaus" (1901), des U-Boot-Hebeschiffes S.M.S. Vulkan (1908), das erste in Deutschland entstandene Motorfrachtschiffe die "Monte Penedo" (1911) und der Petroleum-Tankdampfers "Jupiter" (1913) gebaut. Ab 1909 begannen die Howaldtswerke auch Linienschiffe für die Kaiserliche Marine zu bauen, so entstanden hier S.M.S. Helgoland, S.M.S. Kaiserin und S.M.S. Bayern sowie Kleine Kreuzer und Torpedoboote. Im Juli 1914 waren auf der Werft 3000 Arbeiter beschäftigt. (tdw: tons deadweight = Tragfähigkeit eines Schiffs)
1865 entstand in Gaarden bei Kiel eine weitere Werft, die Norddeutsche Schiffbau A.G., die spätere Germaniawerft. Diese wurde 1895 von der Firma Krupp übernommen und war weitgehend auf den Bau von Kriegsschiffen konzentriert. Hier waren 1914 fast 7500 Arbeiter beschäftigt.
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Germaniawerft Kiel-Gaarden
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