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Auslandkreuzer

1914 - 1918

S.M.S. Königsberg - S.M.S. Dresden - S.M.S. Emden - S.M.S. Karlsruhe

S.M.S. Königsberg
S.M.S. Dresden
S.M.S. Königsberg        S.M.S. Dresden

 

Außer dem Kreuzergeschwader befanden sich bei Beginn des Krieges verschiedene Kriegsschiffe im Ausland, unter denen in erster Linie die Kleinen Kreuzer Karlsruhe und Dresden, die Ende Juli 1914 einander an der mexikanischen Küste ablösen sollten, und die Kleiner Kreuzer Königsberg und Emden zu nennen sind. S.M.S. Dresden umschiffte die Südspitze Südamerikas und vereinigte sich im Oktober 1914 im Stillen Ozean mit dem Kreuzergeschwader Graf Spee. Sie nahm an dem Sieg von Coronel teil und entkam dank ihrer Geschwindigkeit als einziges Schiff der vernichtenden englischen Übermacht bei den Falklandinseln. Der Kreuzer verschwand dann in dem Gewirr der Feuerlandkanäle, wo er einige Monate lang verborgen blieb. Erst im März 1915 wurde er bei der Robinson-Crusoe-Insel Más á Tierra angetroffen und, zu Anker liegend, innerhalb der chilenischen Hoheitsgewässer unter Bruch des Völkerrechts vernichtet. S.M.S. Königsberg, der in Ostafrika stationiert war, unternahm Kreuzfahrten von der arabischen Halbinsel bis Madagaskar und versenkte den englischen Kreuzer Pegasus vor Sansibar. Später musste S.M.S. Königsberg dringende Maschinenreparaturen, die längere Zeit beanspruchten, ausführen. Sie wurde hierbei in ihrem Schlupfwinkel, der Rufidjimündung, entdeckt und blockiert und ist schließlich im Sommer 1915 nach schwerem Bombardement durch siebzehn Schiffe auf flachem Wasser gesunken. Sowohl S.M.S. Königsberg wie S.M.S. Dresden waren durch ständigen Kohlenmangel während der ganzen Dauer ihrer Fahrten in ihrer Handlungs- und Bewegungsfreiheit schwer beeinträchtigt. S.M.S. Dresden heizte wochenlang in den Feuerlandkanälen mit Kiefernholz, das an Land geschlagen wurde, um ihren spärlichen Kohlenvorrat zu schonen. Die Besatzung von S.M.S. Königsberg nahm später unter Lettow-Vorbeck an der Verteidigung Deutsch-Ostafrikas teil. Von der Dresden-Besatzung erreichten einige Offiziere und Leute auf dem chilenischen Segler Tinto nach 120tägiger Fahrt die Heimat.

S.M.S. Emden
S.M.S. Ayesha
S.M.S. Emden  S.M.S. Ayesha

 

Wesentlich ereignisreicher, aber auch kürzer war die Laufbahn der Kleinen Kreuzer Emden und Karlsruhe. Beide Schiffe haben fast die gleiche Menge feindlicher Handelstonnage zur Strecke gebracht: je sechzehn englische Dampfer mit rund 70.000 Tonnen. Sie sind auch beide etwa zur gleichen Zeit, am 4. und am 9. November, von dem unausbleiblichen Schicksal ereilt worden, und von beiden erreichte ein Teil der Besatzung nach abenteuerlichen Irrfahrten die Heimat. Trotzdem ist ihre Tätigkeit von Grund auf verschieden gewesen. Unter der Führung ihres ritterlichen Kommandanten, des Fregattenkapitäns von Müller, erlangte S.M.S. Emden weltweite Berühmtheit. Mit erstaunlicher Kühnheit ging Kapitän von Müller mit dem Schiff mitten in den Brennpunkt englischer Interessensphären im Indischen Ozean, er durchkreuzte den Golf von Bengalen, umschiffte Ceylon, beschoss Madras und versenkte auf der Reede von Penang den russischen Kreuzer Schemtschug. Während dieser Zeit führte er ununterbrochen mit größtem Erfolge Handelskrieg. Dann stieß er gegen die britische Funkenstation auf den Cocosinseln vor und traf hier in einem ähnlichen Missgeschick wie Graf Spee bei den Falklandinseln mit einer erheblich überlegenen feindlichen Streitmacht, dem Kreuzer Sydney, zusammen. Nach heldenhafter, aber aussichtsloser Verteidigung unterlag S.M.S. Emden den stärkeren Waffen. Fühlbarer fast als der ungeheure materielle Schaden, den die Emden bewirkte, war die moralische Schädigung des britischen Ansehens in den malaiischen und indischen Ländern. Es wird berichtet, dass Eingeborene noch heute nicht selten ihren Kindern den Namen Emden geben und dass das Wort Emden in die Sprache der Singhalesen mit der Bedeutung "unüberwindlich" oder "verwegen" dauernden Eingang gefunden hat. Das Landungskorps der Emden, das bei dem Gefecht der Kriegsschiffe zurückgeblieben war, setzte mit dem Schoner Ayesha nach Sumatra über und erreichte später unter außerordentlichen Schwierigkeiten mit dem deutschen Dampfer Choising die arabische Küste und von dort aus über Konstantinopel (Istanbul) die Heimat.

S.M.S. Karlsruhe

S.M.S. Karlsruhe

 

Die Tätigkeit von S.M.S. Karlsruhe unter dem Kommando des Fregattenkapitäns Köhler ist, im Gegensatz zu dem "strahlenden Glanz der Siegesfahrten der Emden", umgeben von einem Schleier undurchdringlichen Geheimnisses. Kapitän Köhler verstand es in meisterhafter Weise, im Brennpunkt der europäisch-südamerikanischen Schifffahrt hin und her zu kreuzen und keinerlei Nachricht über seine Tätigkeit weiterdringen zu lassen. So erklärt es sich wahrscheinlich auch kein Bild von der Kriegstätigkeit der Karlsruhe aufzufinden ist. Von flüchtigen Berührungen abgesehen, ist S.M.S. Karlsruhe mit feindlichen Kriegsschiffen nicht zusammengetroffen. Außerordentlich erfolgreich war dagegen ihre Handelskriegsführung, die das oben erwähnte Resultat zeitigte. Eine innere Explosion aus unaufgeklärter Ursache riss das Schiff am 4. November auseinander und zog den  Kommandanten und einen großen Teil der Besatzung in die Tiefe. Der Rest der Besatzung wurde von Begleitdampfern geborgen und erreichte mit dem Dampfer Rio Negro durch die Nordsee am 6. Dezember 1914 die Heimat.

 

Auslandskreuzer

S.M.S. Karlsruhe - 04.11.1914 - 263 Tote

S.M.S. Emden - 09.11.1914 - 134 Tote

S.M.S. Dresden - 14.03.1915 - 4 Tote

S.M.S. Königsberg 11.07. 1915 - 19 Tote

 

 

 

 

 


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