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Bamberg

Stadt im Königreich Bayern, Regierungsbezirk Oberfranken

     

Bamberg

Stadt im Königreich Bayern, Regierungsbezirk Oberfranken

Bamberg 45.304 Einwohner - 1905 = 93. Platz der größten Städte des Deutschen Reichs.

Bamberg - Grüner Markt mit Martinskirche

Bamberg - Grüner Markt mit Martinskirche

 

 

Bamberg ist eine unmittelbare Stadt im Königreich Bayern, Regierungsbezirk Oberfranken, Hauptstadt des Fürstbistums Bamberg, liegt an der hier in drei Arme sich teilenden Regnitz, die 4,5 km unterhalb in den Main geht, in fruchtbarer Gegend und  242 Meter über dem Meer. Die Stadt liegt teils in der Talebene, teils zieht sie sich amphitheatralisch über sieben Hügel hinan; der Stadtteil jenseits des rechten Armes der Regnitz, mit der Königs- und der Luitpoldstraße, steht mit der Stadt durch die Ludwigs-, die Sophien- und die Luitpoldbrücke in Verbindung. Unter den übrigen Brücken ist die in der Mitte der Stadt liegende, bereits 1452–56 erbaute Obere Brücke beachtenswert.

Bamberg - Neue untere Brücke
Bamberg - Schönleinplatz
Bamberg - Neue untere Brücke Bamberg - Schönleinplatz



Öffentliche Plätze sind der Domplatz mit dem Reiterstandbilde des Prinzregenten Luitpold (modelliert von von Miller), der Maximiliansplatz mit monumentalem Brunnen, der Schönleinsplatz mit Büste des Arztes Schönlein, der Markusplatz, der Schillerplatz etc. Die meisten dieser Plätze sind mit Gartenanlagen, der Schönleins- und Markusplatz auch mit Fontänen geschmückt. Unter den Gebäuden nimmt der auf einer Anhöhe sich erhebende Dom, ein ausgezeichnetes Werk spätromanischer Architektur, die erste Stelle ein. Er wurde um 1004 von Heinrich II. gegründet und 1012 eingeweiht, brannte später nieder, wurde im 13. Jahrhundert wieder aufgebaut und 1828–37 durch König Ludwig I. restauriert. Er hat ein von Norden nach Süden gerichtetes Hauptschiff von 105,3 Meter Länge und 30,7 Meter Breite. An die beiden Enden des Hauptschiffs schließen sich zwei Chöre an. Unter dem einen, dem Georgenchor, liegt eine Krypta (mit einem Ziehbrunnen und dem Sarkophag des deutschen Königs Konrad III.). Hauptzierde des Domes sind seine vier Türme (je 81 Meter hoch). Die Kirche hat vier Portale, von denen das Portal der nördlichen Langseite (die "Fürstentür", mit dem Jüngsten Gericht) reich verziert ist. Unter den Grabmälern ist das ausgezeichnetste das Heinrichs II. und seiner Gemahlin Kunigunde, im Schiff der Kirche, von Tilman Riemenschneider 1499–1513 aus weißem Salzburger Marmor gearbeitet. Von den übrigen Bildhauerwerken sind hervorzuheben die 14 Hochreliefs mit Propheten u. Aposteln im Georgenchor, eine Reiterstatue (wohl Konrads III., nicht Stephans des Heiligen von Ungarn), das 8,5 kg schwere Elfenbeinkruzifix (angeblich aus dem 4. Jahrhundert und von Heinrich II. dem Dom geschenkt); das eherne Christusbild (nach Schwanthaler), die 22 Heiligen-Reliefs (von Schönlaub) und die alten Chorstühle. Der Domschatz enthält wertvolle Reliquien, von Heinrich II. und seiner Gemahlin (z. B. beider Schädel, seine Krone, sein Trinkhorn etc.).

Bamberg - Dom
Bamberg - Rathaus
Bamberg - Dom
Bamberg - Dom Bamberg - Rathaus Bamberg - Dom

 

Bamberg hat im 17 Kirchen, darunter eine protestantische, und eine Synagoge. Von diesen verdienen noch Erwähnung die Jakobskirche, eine Säulenbasilika (zwischen 1073 und 1109 errichtet), die St. Martinskirche, am Markt, die Obere Pfarr- oder Marienkirche, im reinsten gotischen Stil (1320 bis 1387 errichtet), die restaurierte Michaelskirche und die 1889 erbaute Wunderburger Kirche. Von Klöstern besitzt Bamberg ein Stift der Englischen Fräulein, ein Franziskanerkloster und ein Filialinstitut der Barmherzigen und der Niederbronner Schwestern. Dem Dom gegenüber steht die Neue königliche Residenz, früher Residenz der Fürstbischöfe, 1864 bis 1867 Wohnsitz des vertriebenen Königs Otto von Griechenland, seit 1900 des Prinzen Rupprecht von Bayern, ein 1698–1702 vom Fürstbischof Lothar Franz von Schönborn errichteter, aber nicht ganz vollendeter Bau. Aus einem Fenster des oberen Stockes stürzte sich der Marschall Berthier 1815 beim Einzug russischer Truppen in Bamberg. Zwischen der Neuen Residenz und dem Dom steht das Denkmal des Fürstbischofs Franz Ludwig von Erthal und weiter zurück die Alte Hofhaltung, ein Rest der alten Burg, später der Sitz der Fürstbischöfe von Bamberg, in dem König Philipp (1208) durch Otto von Wittelsbach erschlagen wurde. Nördlich davon erhebt sich der Michelsberg mit dem ehemaligen, 1009 durch Heinrich II. gegründeten, 1803 säkularisierten Benediktinerkloster St. Michaelis, jetzt Bürgerhospital, mit der städtischen Kunst- und Gemäldesammlung nebst ethnographischer Sammlung und der Sammlung des Historischen Vereins, sowie der dazu gehörigen zweigetürmten Kirche (mit dem Grabmal des heil. Otto). Andere bemerkenswerte Gebäude sind der sogenannte alte Geyerswörth (über 100 Jahre lang bischöfliche Residenz, jetzt Sitz des Oberlandesgerichts), das alte Rathaus, das erzbischöfliche Palais, das uralte Mautgebäude am Markt etc.

Bamberg - Der Hof der alten Residenz
Bamberg - Stephansberg mit protestantischer Kirche
Bamberg - Der Hof der alten Residenz Bamberg - Stephansberg mit protestantischer Kirche



Bamberg hat im Jahr 1900 mit der Garnison (Infanterieregiment Nr. 5 und Ulanenregiment Nr. 1) 41.823 Einwohner, die überwiegende Mehrheit sind Katholiken, 5605 sind Evangelische und 1160 Juden. Die Industrie erstreckt sich auf Tabakfabrikation, Baumwollspinnerei und -Weberei, Seidenzwirnerei, Schuh-, Metall- und Zementwaren-, Schiefertafel-, Seilerwaren-, Wagen- und Möbelfabrikation, Holzschnitzerei, Bierbrauerei etc. Von besonderer Bedeutung ist der ausgezeichnete Gemüsebau am rechten Regnitzufer, vielleicht der älteste in Deutschland und gegenwärtig von 600 Gärtnern ausgeübt, die bis 1862 eine Genossenschaft mit uralten Statuten und Privilegien bildeten. Auch der Handel (besonders Ausfuhr von Vieh und Gemüse), unterstützt durch eine Nebenstelle der Reichsbank, durch eine königliche Filialbank und eine Agentur der Bayrischen Notenbank, die Schifffahrt und der Schrannenverkehr sind lebhaft. Bamberg ist Knotenpunkt der Staatsbahnlinien München-Hof und Bamberg-Würzburg und besitzt einen Freihafen (der Ludwigskanal hat hier seine Ausmündung). An Unterrichtsanstalten besitzt Bamberg ein Lyzeum für Philosophie und katholische Theologie (Reste der 1648 gegründeten, 1803 aufgelösten Universität), ein Priesterseminar, zwei königliche Gymnasien, das Aufseessche Seminar für Studierende, ein katholisches Schullehrerseminar, eine Taubstummenanstalt, eine Realschule mit Handelsabteilung, eine Baugewerkschule, eine landwirtschaftliche Winterschule mit Gartenbauschule, eine Musikschule, ein Porzellanmalerinstitut, eine Sternwarte etc. Die reichhaltige Bibliothek enthält unter anderem 2600 Handschriften (meist Pergamentcodices aus dem 8.–16. Jahrhundert, darunter die Bibel, die Alkuin für Kaiser Karl der Große geschrieben) und ca. 5000 Inkunabeln (Wiegendrucke).

Bamberg - Hafenanlagen
Bamberg - Klein Venedig
Bamberg - Hafenanlagen Bamberg - Klein Venedig


Der Bibliothek sind auch die Kunstschätze Joseph Hellers (* 22. September 1798 - † 4. Juni 1849) vermacht, bestehend in Handzeichnungen von Dürer und andern Meistern, Wassermalereien aus dem 15.–19. Jahrhundert u. a. Daneben befindet sich das Naturalienkabinett. Auch bestehen ein Verein für die Geschichte des ehemaligen Fürstentums Bamberg, eine Naturforschende Gesellschaft, ein Kunstverein und ein Theater. Wohltätigkeits- und sonstige gemeinnützige Anstalten sind das städtische Krankenhaus (1787 von Franz von Erthal gestiftet), das Bürgerhospital auf dem Michelsberg, das Waisenhaus, eine Irrenanstalt etc. Bamberg ist Sitz eines Erzbischofs mit Domkapitel, eines Oberlandesgerichts für Ober- und Unterfranken, eines Landgerichts, des Stabes der 7. Infanterie- und der 4. Kavalleriebrigade, zweier Bezirksämter, eines Oberbahn-, Oberpost- und eines Hauptzollamtes, zweier Forstämter, hat einen Magistrat von 20 und eine Stadtvertretung von 42 Mitgliedern etc. In der Umgebung Bambergs sind bemerkenswert der Theresienhain, mit Parkanlagen und Bad, in dessen Nähe der Vergnügungsort Bug, die Villa Remeis und der Terrassengarten auf dem Michelsberg, die Ruine der historisch denkwürdigen Altenburg mit Kapelle und hohem Turm, jetzt z. T. neu aufgebaut, mit vorzüglicher Aussicht; sowie die Marquardsburg, auch Seehof genannt (bischöfliche Sommerresidenz). Zum Landgerichtsbezirk Bamberg gehören die 15 Amtsgerichte zu Bamberg I, Bamberg II, Baunach, Burgebrach, Ebermannstadt, Ebern, Forchheim, Höchstadt a. d. Aisch, Kronach, Lichtenfels, Ludwigsstadt, Nordhalben, Scheßlitz, Seßlach und Staffelstein.

Bamberg - Bahnhof
Bamberg - Wilhelmplatz mit Oberpostdirektion
Bamberg - Bahnhof Bamberg - Wilhelmplatz mit Oberpostdirektion



Die Stadt Bamberg wird erstmalig um 902 erwähnt und lag neben dem Castrum Babenberch, das, im 9. Jahrhundert erbaut, den Babenbergern gehörte, die jetzige Alte Hofhaltung. Nach dem Sturz des Geschlechts kam die Stadt an das Reich und später durch Schenkung an den Bayernherzog Heinrich den Zänker; sein Sohn, Kaiser Heinrich II., gründete den Dom und das Bistum Bamberg (1007). Im 15. und 16. Jahrhundert kämpften die Bischöfe mit den Bürgern Bambergs, die ihre unabhängige Verfassung nicht opfern wollten; später gab es Fehden mit den Markgrafen von Brandenburg. Im Dreißigjährigen Kriege litt die Stadt durch die Schweden, im Siebenjährigen Kriege durch die Preußen, im 19. Jahrhundert durch französische Truppen. Stadt und Stift fielen 1802 an Bayern. Am 25. und 26. Mai 1854 hielten acht deutsche Mittelstaaten (Bayern, Sachsen, Hannover, Württemberg, Baden, Kurhessen, Hessen-Darmstadt und Nassau) hier Konferenzen, um über ihre Stellung zu Österreich und Preußen im Krimkrieg zu beraten.

 

Bamberg (Bayern)


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