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Deutsche Kolonien

Deutsche Schutzgebiete - Die Kolonien des Deutschen Reiches

in zeitgenössischen Postkarten und Texten.

Deutsch-Witu - Deutsch-Südwestafrika - Deutsch-Ostafrika - Kamerun - Togo - Deutsch-Neuguinea - Samoa - Kiautschou

Deutsche Kolonien

Deutsche Kolonien

amtliche Bezeichnung "Deutsche Schutzgebiete"

 

Länder und Regionen, die gegen ihren Willen anderen Mächten unterworfen waren, sind so alt wie die Menschheit selbst. Spanien, Portugal, England und Frankreich waren die klassischen Kolonialmächte der Neuzeit, sie teilten die Welt weitgehend unter sich auf. Deutschland begann infolge seiner politischen Zerrissenheit erst sehr spät mit der Kolonisation. Zwar betätigten sich Deutsche öfters an fremden kolonialen Unternehmungen, vorübergehend wurden auch deutscherseits Unternehmungen in fremden Ländern versucht (so 1528 mit der Belehnung der Augsburger Kaufmannsfamilie der Ehinger durch Kaiser Karl V. mit Venezuela, das bald an die Welser überging), indessen kam es nicht zu einer dauernden staatlichen Betätigung in Übersee. Die Unternehmungen des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg (1620-1688) an der afrikanischen Westküste (Großfriedrichsburg 1682 - 1717), sowie auf der dänisch-westindischen Insel St. Thomas wurden nach seinem Tod infolge des Widerstands der Holländer und Franzosen und letztlich auch eigenes Desinteresse aufgegeben. Nach der Gründung des Deutschen Reiches (1871) verhielt sich Reichskanzler Otto von Bismarck zunächst ablehnend gegen territoriale Erwerbungen in Übersee, so lehnte er den Vorschlag ab, anstelle der beiden Provinzen Elsaß und Lothringen französischen Kolonialbesitz zu übernehmen - Bismarck 1871:" Ich will auch gar keine Kolonien, sie sind bloß zu Versorgungsposten gut. Diese Kolonialgeschichte wäre für uns genau so wie der seidene Zobelpelz in polnischen Adelsfamilien, die keine Hemden haben". Und so verwundert es nicht, dass die ersten kolonialen Bestrebungen von Privatpersonen initiiert wurden. Erwähnt sei hier besonders der Bremer Kaufmann Adolf Lüderitz, der 1882 die Gebiete um Angra Pequen im späteren Deutsch-Südwestafrika erwarb und Carl Peters. Peters gilt als Begründer der Kolonie Deutsch-Ostafrika. Er schloss 1884 in Ostafrika die ersten Verträge ab und gründete 1885 die Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft.

Adolf Lüderitz

Adolf Lüderitz

* 16.07.1834 in Bremen

† Ertrank Ende Oktober 1886 im Oranjefluss

Kaufmann mit mehreren Faktoreien in Westafrika. Er erwarb 1883 das Gebiet um Angra Pequena (Lüderitzbucht) nebst dem angrenzenden Küstenstrich (Lüderitzland) im späteren Deutsch-Südwestafrika.

Carl Peters

Carl Peters

* 27.09.1856 Neuhaus an der Elbe

† 10.09.1918 Bad Harzburg

Dr. Carl Peter gilt als der Begründer der Kolonie Deutsch-Ostafrika. 1897 wegen verschiedener ihm zur Last gelegten Grausamkeiten gegen Einheimische zur Dienstentlassung verurteilt.

 

Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts, unter Kaiser Wilhelm II., versuchte das Deutsche Reich mit der Eroberung von weiteren Kolonien in den Rang einer Weltmacht aufzusteigen. Dabei geriet es immer wieder mit den etablierten Kolonialmächten, allem voran England und Frankreich, aneinander. Als Handelsvertretungen gegründet, bedurfte die Verwaltung der Kolonien ständiger Subventionen. Die Kolonialgebiete kosteten das Reich mehr als sie einbrachten. Die amtliche Bezeichnung der deutschen Kolonien lautete "Deutsche Schutzgebiete", auch wenn der von früher stammende Name "Schutzgebiete" das Rechtsverhältnis nicht klar wiedergab. Auf dem Höhepunkt umfassten die deutschen Kolonien 2.597.000 km² (47.166 Quadratmeilen) mit 12,4 Millionen Einwohner (24.000 Deutsche), wovon auf Afrika 2.352.800 km² (42.729 Quadratmeilen) mit 11.864.000 Einwohnern, auf Ozeanien 243.819 km² (4428 Quadratmeilen) mit 448.700 Einwohnern, auf Asien 501 km² mit 84.000 Einwohnern kommen.
Sämtliche afrikanischen Besitzungen sowie die Marshallinseln mit Nawodo stehen unmittelbar unter dem Reich und werden durch dessen Gouverneure oder Kommissare verwaltet, auch trägt das Reich die für Verwaltung, Schutztruppe u. a. durch die Einnahmen nicht gedeckten Kosten.

Deutsch-Ostafrika-Ausstellung - Leipzig 1897
Jung-Deutschland (1900)
Ich werd' ein Deutscher - muss ein Deutscher sein (1901)
Deutsch-Ostafrika-Ausstellung - Leipzig 1897 Jung-Deutschland (1900) Ich werd' ein Deutscher - muss ein Deutscher sein (1901)

 

1914 war das Deutsche Reich auf eine Kriegsführung in Übersee nicht vorbereitet. "Die Kolonien werden in der Nordsee verteidigt", lautet die offizielle Leitlinie. Zudem hoffte Berlin vergeblich auf Einhaltung der Kongo-Akte, in der sich die Kolonialmächte 1885 das vertragliche Versprechen gegeben hatten, ihre überseeischen Besitzungen im Kriegsfall als neutral anzusehen. "Absolut ungenügend vorbereitet...", wie der ehemalige deutsch-südwestafrikanische Gouverneur Seitz 1920 bekannte, "...trafen die deutschen Schutzgebiete 1914 die Invasionen der Ententemächte". Allein in Deutsch-Ostafrika konnte man unter Führung Lettow-Vorbecks bis Kriegsende "dem Feind erfolgreich widerstehen". Im Vertrag von Versailles musste das Deutsche Reich auf alle Überseebesitzungen verzichten. Die meisten deutschen Siedler, mit Ausnahme der im heutigen Namibia, wurden entschädigungslos enteignet und vertrieben. Spuren dieser imperialen Epoche lassen sich trotzdem bis in unsere Zeit wieder finden. Heute stellen die Deutschen Kolonien einen relativ unbekannten, aber dennoch sehr interessanten Abschnitt deutscher Geschichte dar.

Banknoten Deutsch-Ostafrika
Münzen Deutsch-Ostafrika Banknoten Deutsch-Ostafrika

 

Deutsche Kolonien

Deutsche Kolonien - Deutsche Schutzgebiete

Das Deutsche Reich und seine Kolonien (Angaben in 1000 km² und Prozent)

Das Deutsche Reich und seine Kolonien (Angaben in 1000 km² und Prozent)

 

Deutsch-Südwestafrika

Deutsch-Ostafrika

Kamerun

Togo

Deutsch-Neuguinea

Samoa

Pachtgebiet Kiautschou

Deutsch-Witu

Anfang 1914 gab es im Reichskolonialamt Planungen, den Deutschen Kolonien eigene Wappen und Flaggen zu geben. Die Wappenentwürfe wurden nach mehreren Änderungen von Kaiser Wilhelm II. noch genehmigt, kamen dann jedoch aufgrund des Kriegsbeginns (1. Weltkrieg) nicht mehr zur Ausführung.

 

Die Dirigenten bzw. Direktoren der Kolonialabteilung des Auswärtigen Amtes und die Staatssekretäre des Reichskolonialamtes.

Amtszeit

Name

1 April 1890 F. R. Krauel, Ministerialdirigent
1890 - 1894 P. Kayser, Ministerialdirigent
1894 - 1896 P. Kayser, Ministerialdirektor
1896 - 1898 Freiherr 0. von Richthofen, Ministerialdirektor
1898 - 1900 G. von Buchka, Ministerialdirektor
1900 - 1905 0. W. Stübel, Ministerialdirektor
1905 - 1906 Erbprinz Ernst zu Hohenlohe-Langenburg, Ministerialdirektor
1906 B. Dernburg, Ministerialdirektor
1907 - 1910 B. Dernburg, Staatssekretär
1910 - 1911 F. von Lindequist, Staatssekretär
1911 - 1918 W. H. Solf. Staatssekretär

Seit Beginn der Kolonialpolitik des Deutschen Reichs bearbeiten Referenten der politischen Abteilung des Auswärtigen Amtes die kolonialen Belange bis 1890

 

Quellen:

 

 

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