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Großherzogtum Luxemburg

 in zeitgenössischen Postkarten und Texten um das Jahr 1900

  Fahne Großherzogtum Luxemburg 1815-1845  Fahne Großherzogtum Luxemburg 1845-1972  Großherzogtum Luxemburg - Landkarte 1911 
Großherzogtum Luxemburg - Lagekarte 1914 Landesfarben - Fahne Großherzogtum Luxemburg
(1815-1845 und 1845-1972)
Großherzogtum Luxemburg - Landkarte 1911

Gruss aus Luxemburg

Gruß aus Luxemburg

 

Wappen: In einem von Silber und Blau zehnmal quergestreiften Schild ein gekrönter, doppeltgeschwänzter und goldbewehrter roter Löwe.

Landesfarben: Rot, Weiß, Blau.

Neben dem Großherzogtum Luxemburg existiert die belgische Provinz Luxemburg, bis 1839 der westliche Teil des Großherzogtums. Sie bildet jetzt die südöstlichste Ecke des Königreichs Belgien, im Osten vom Großherzogtum Luxemburg, im Süden von Frankreich, im Westen von der belgischen Provinz Namur, im Norden von Lüttich begrenzt, und hat 4417,84 km² (80,23 Quadratmeilen) Flächeninhalt. Die Bevölkerung betrug 1903: 225.963 Seelen (51/km²). Die Bewohner sind meist Germanen. Hauptstadt ist Arlon.

Luxemburg ist ein von 1815 bis 1866 zum Deutschen Bund gehöriges, seit 1867 unabhängiges und neutrales Großherzogtum. Es grenzt im Osten an Rheinpreußen (durch die Our, Sauer und Mosel davon geschieden), im Süden an Deutsch-Lothringen und Frankreich, im Westen und Norden an die belgische Provinz Luxemburg und hat ein Areal von 2597 km² (47,16 Quadratmeilen). Der nördliche Teil des Landes ist ein waldreiches, von vielen Tälern durchzogenes Plateau, der Ösling oder Eisling, der den Übergang vom lothringischen Bergland und den Ardennen zur Eifel bildet und in einzelnen Erhebungen bis 565 m Höhe ansteigt. Der südliche Teil, das fruchtbare "Gutland", gehört der Trias- (Buntsandstein-), der Jura- und jüngeren Formationen an, während im unfruchtbaren Norden die devonischen Gesteine oft bis an die Oberfläche herantreten. An Steinkohlen ist völliger Mangel, um so größer der Reichtum an Eisenerz. Luxemburg gehört zum größten Teil dem Gebiete der Sauer (Nebenfluss der Mosel) an, die es in westöstlichster Richtung durchfließt und von Süden her die Alzette aufnimmt; nur die Chiers wendet sich zur Maas. Die Bevölkerung beträgt im Jahr 1900 = 236.543 Seelen (91/km²). Die Einwohner sind deutschen Stammes; auf dem Lande spricht man einen dem Französischen verwandten Dialekt. Die Gebildeten verstehen meist Deutsch und Französisch, doch ist letzteres die amtliche und Gerichtssprache. Nach dem Geburtsort waren 1900: 206.898 Einheimische und 29.549 Ausländer (darunter 14.241 Angehörige des Deutschen Reiches, ferner Italiener, Belgier, Franzosen etc.). Der Konfession nach sind sie bis auf 2269 Protestanten und 1201 Juden durchaus Katholiken, und das Land bildet seit 1873 ein eignes Bistum. Das Klima ist im Norden rau mit schneereichen Wintern und kühlen Sommern, im Süden milder (in der Stadt Luxemburg mittlere Jahrestemperatur 9,8°); die Niederschläge, die besonders im Herbst stark sind, erreichen 745 mm. Fast die Hälfte des reichbewässerten Bodens (1246 km²) nimmt Getreide-, Flachs-, Hanf- und Rübsamenbau ein; auf Wald und Lohhecken kommen 775 km², auf Weideland 407 km². Weinbau wird vorzugsweise an der Mosel und Sauer auf 876 Hektar betrieben und bringt in guten Jahren bis 60.000 hl. Der Viehstand umfasst 18.000 Pferde, 93.000 Stück Rindvieh, 25.000 Schafe, 85.000 Schweine und 12.000 Ziegen. Die Viehzucht liefert gute Rinder und Pferde zur Ausfuhr. Daneben beschäftigt sich die Bevölkerung vorzugsweise mit der Gewinnung und Verarbeitung von Eisenerzen. Das Oolitheisenerz im oberen Lias, die sogenannte Minette, liegt 2,5–4 m mächtig in zwei Flözen im Becken von Esch-Rümlingen und bis 10 m mächtig in einem Flöz im Becken von Beles-Differdingen-Rodingen; die ganze Ablagerung nimmt 3800 Hektar ein, von denen über die Hälfte durch Tagebau zu gewinnen ist. 1902 wurden von 5197 Arbeitern in 76 Gruben 5.130.069 Tonnen Eisenerz im Werte von 11,6 Millionen Mark gefördert und 1.080.306 Tonnen Roheisen im Werte von 47,8 Millionen Mark. in 8 Hüttenwerken produziert. Im ganzen waren 27 Hochöfen im Betrieb. Von den nicht im Lande verarbeiteten Erzen wird der größere Teil nach Belgien, der Rest nach Preußen ausgeführt. Neben der Eisenindustrie wird noch Fabrikation von Leder, Handschuhen, Fayence, Papier, Tuch, Strickwaren (Trikots), Zucker, Bier und Essig betrieben. Den Hauptbestandteil der Einfuhr bilden Koks, Steinkohlen und Getreide.

Luxemburg - Die Türme auf der Rahm
Großherzoglich Luxemburg Bundeskontingent
Luxemburg mit Clausen und Nordbahnviadukt
Luxemburg - Die Türme auf der Rahm Großherzoglich Luxemburg Bundeskontingent Luxemburg mit Clausen und Nordbahnviadukt

 

Das Großherzogtum bildet, solange die Wilhelm-Luxemburg-Bahn vom Deutschen Reich verwaltet wird, ein Glied des Deutschen Zollvereins; der deutschen Branntweinsteuergemeinschaft ist Luxemburg nicht beigetreten. Das Eisenbahnnetz umfasst 525 km, wovon auf die Wilhelm-Luxemburg-Bahn 192 km, auf die Prinz Heinrich-Bahn 194 km, die Kantonalbahn 54 km und auf Sekundärbahnen 85 km entfallen. Seit 1881 ist der Schulbesuch obligatorisch. An Unterrichtsanstalten besitzt Luxemburg zwei Normalschulen (zur Bildung von Lehrern und Lehrerinnen), ein Gymnasium (in Diekirch) und ein Progymnasium (in Echternach), eine Ackerbauschule (in Ettelbrück), ein Athenäum und ein Priesterseminar (in Luxemburg) und 750 Volksschulen.

Das Großherzogtum bildet, wie erwähnt, ein selbständiges neutrales Gebiet (seit 11. Mai 1867). Großherzog ist seit 23. November 1890 Adolf, ehemaliger Herzog von Nassau. Die Verfassung ist monarchisch-konstitutionell und datiert vom 9. Juli 1848 (1856 und 1868 abgeändert). Die Ständeversammlung besteht nach dem Wahlgesetz vom 22. Juni 1901 aus 48 Abgeordneten, die von den Kantonen direkt auf sechs Jahre gewählt und zur Hälfte alle drei Jahre erneuert werden; die Wahlberechtigung ist an eine Steuerzahlung von mindestens 10 Franc geknüpft, zur Wählbarkeit ist das vollendete 24. Lebensjahr erforderlich. Die Versammlung hat vollständige Mitwirkung bei der Gesetzgebung und das Recht der Steuerverweigerung. Der Präsident der Regierung ist der Staatsminister; neben demselben stehen die Generaldirektoren der Finanzen, der öffentlichen Arbeiten und des Innern. Es besteht ein Staatsrat von 15 Mitgliedern. Der Rechnungsabschluss für 1902 ergab 13.316.321 Franc. Einnahme und 13.252.259 Franc. Ausgabe, mithin einen Überschuss von 64.062 Franc.; das Budget für 1904: 12.418.790 Franc. Einnahme gegen 13.518.149 Franc. Ausgabe; daneben besteht ein durchlaufendes Budget von 8.382.640 Franc. Einnahme und Ausgabe. Die Zivilliste beträgt 200.000 Franc. Die lediglich im Interesse von Eisenbahnbauten kontrahierte Staatsschuld beläuft sich auf 12 Mill. Fr. Das Militär besteht aus 2 Kompanien (Freiwillige und Gendarmen) und zählt 300 Mann mit 8 Offizieren. Für die Rechtspflege ist der Code Napoléon maßgebend. Ein oberster Gerichtshof befindet sich in der Hauptstadt, daneben bestehen zwei Bezirksgerichte (Luxemburg und Diekirch); jeder Kanton hat ein Friedensgericht. Seit 1841 besteht der Orden der Eichenkrone in vier Klassen; 1890 sind hinzugekommen der nassauische Hausorden vom Goldenen Löwen und der Militär- und Zivilorden Adolfs von Nassau (beide 1858 gestiftet). Das Wappen bildet, wie das der Stadt, im zehnmal Silber über Blau gestreiften Schild ein ausgerichteter, doppeltgeschwänzter, goldgekrönter, gezungter und bewehrter, roter Löwe; in neuerer Zeit auch öfter belegt mit dem nassauischen Schild. Landesfarben sind Rot, Weiß, Blau. Eingeteilt ist Luxemburg in die Stadt Luxemburg und die drei Bezirke: Diekirch, Grevenmacher und Luxemburg.



Geschichte des Großherzogtum Luxemburg

Siegfried, Graf im Moselgau und Urenkel des in Lothringen reichbegüterten Markgrafen Eberhard von Friaul, erwarb durch Tausch 963 die Burg Luxemburg. Erst sein Ururenkel nannte sich nach ihr "Graf von Lützelburg". Nach dem Tode Konrads II. (1136) fiel die Grafschaft Luxemburg an seinen Großneffen Heinrich I. von Namur, 1196 an dessen Tochter Ermesinde und ihren zweiten Gemahl, Walram, Herzog von Limburg und Markgrafen von Arlon. Ihr ältester Sohn, Heinrich II. († 1272), wurde Stifter der zweiten luxemburgischen Linie. Sein Enkel Heinrich IV. (als deutscher König seit 1308 Heinrich VII.) übertrug Luxemburg 1310 an seinen Sohn Johann von Böhmen. Unter dessen Sohn Wenzel war die 1354 von Kaiser Karl IV. zum Herzogtum erhobene Grafschaft Luxemburg mit Brabant vereinigt. Nach seinem kinderlosen Tod (1383) ging Luxemburg an seinen Neffen König Wenzel, Karls IV. ältesten Sohn, über, der es 1388 an seinen Vetter Jobst von Mähren, 1411 an den mit seiner Nichte Elisabeth von Görlitz vermählten Herzog Anton von Burgund († 1415) verpfändete. Als mit Kaiser Siegmund 1437 das luxemburgische Herrscherhaus erlosch, bemühte sich König Albrecht II. um die Nachfolge in Luxemburg; doch verkaufte Elisabeth 1441 alle ihre Rechte an den burgundischen Herzog Philipp den Guten. Seit 1444 mit Burgund vereinigt, fiel Luxemburg 1477 an das Haus Habsburg-Österreich, 1555 an Spanien, wurde aber als ein Teil des burgundischen Kreises zum Deutschen Reich gerechnet. 1659 ging der südliche Teil von Luxemburg (Diedenhofen, Montmédy etc.) an Frankreich verloren. Der Rest kam 1713 wieder an Österreich und gehörte, seit 1795 in französischem Besitz, größtenteils zum Departement Les Forêts. Der Wiener Kongress erhob am 24. August 1815 Luxemburg als Großherzogtum zu einem besonderen deutschen Bundesstaat und teilte es dem König der Niederlande, Wilhelm I., als Entschädigung für den Verlust seiner nassauischen Erblande zu; doch sollte die Stadt Luxemburg eine deutsche Bundesfestung sein. Für die Erbfolge blieb der Erbverein des Hauses Nassau-Oranien von 1783 maßgebend, der die kognatische Sukzession ausschloss und dem Haus Nassau die Erbfolge zusicherte. Zugleich wurde Luxemburg, nach Abtretung einiger Orte an Preußen, durch Bouillon und einen Teil von Lüttich vergrößert. An der belgischen Revolution nahm ganz Luxemburg, mit Ausnahme der Bundesfestung und ihres Rayons, teil und wurde am 28. Oktober 1830 von der Brüsseler provisorischen Regierung zum Bestandteil Belgiens erklärt. Erst am 19. April 1838 kam der östliche deutsche Teil durch den Londoner Traktat wieder an Wilhelm I., sollte aber nicht mit den Niederlanden vereinigt, sondern als selbständiger Staat verwaltet werden und Mitglied des Deutschen Bundes bleiben. Seit 1842 zum Zollverein gehörig, blieb Luxemburg 1866 im Deutschen Krieg neutral. Da Preußen weder sein Besatzungsrecht in Luxemburg durch die Auflösung des Deutschen Bundes als erloschen betrachtete, noch dem Vertrag vom 21. März 1867 zustimmen wollte, durch den Wilhelm III. Luxemburg an Napoleon III. verkauft hatte, erklärte es sich am 26. April mit einer von Russland vorgeschlagenen Konferenz einverstanden, an der die Großmächte, Holland und Belgien teilnahmen. Schon am 11. Mai 1867 stellte der Londoner Vertrag die Neutralität Luxemburgs unter die kollektive Garantie der unterzeichnenden Mächte und verfügte die Schleifung der von Preußen zu räumenden Festung Luxemburg. Am 8. Juli d. J. wurde die Zollvereinigung mit Preußen erneuert, 1868 die jetzige Verfassung eingeführt, 1872 durch 40jährige Verpachtung der Eisenbahnen an Deutschland die französische Ostbahngesellschaft aus Luxemburg verdrängt, 1881 das Militär durch ein Gendarmeriekorps ersetzt. Seit Spätsommer 1888 ist Paul Eyschen Ministerpräsident. Als die Ärzte im März 1889 den König-Großherzog Wilhelm III. wegen schwerer Erkrankung für regierungsunfähig erklärten, übernahm sein nächster männlicher Verwandter, Herzog Adolf von Nassau, verfassungsgemäß die Regentschaft in Luxemburg, wurde aber nach der unvermuteten Wiederherstellung Wilhelms (4. Mai) ziemlich unhöflich zu sofortiger Abreise genötigt. Eine neue schwere Erkrankung Wilhelms berief ihn Anfang November 1890 abermals zur Regentschaft, und am 23. November bestieg er den Thron des Großherzogtums, das seitdem ein völlig selbständiges Dasein führt. Unter der Regierung Adolfs, der wegen seines Gesundheitszustandes Anfang April 1902 seinen Sohn Wilhelm zum Statthalter ernannte, schloss sich Luxemburg vielfach der Sozial- und Steuergesetzgebung des Deutschen Reiches an. Auch wurde im März 1903 ein Vertrag, der die Verlängerung der mit Deutschland bestehenden Zollgemeinschaft und der deutschen Verwaltung der Luxemburger Bahnen bis 1959 festsetzt, von den Volksvertretungen beider Länder genehmigt. Nach Adolfs Tode (17. November 1905) folgte Großherzog Wilhelm.

 

 

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