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Theodor Gotthilf Leutwein

Deutscher General

Theodor Gotthilf Leutwein

Theodor Gotthilf Leutwein

* 09.05.1849 in Strümpfelbronn (Großherzogtum Baden)

† 13.04.1921 in Freiburg (Baden)

Kaiserlicher Generalmajor und Gouverneur in Deutsch-Südwestafrika

 

Theodor Gotthilf Leutwein

Theodor Leutwein, Gouverneur von Deutsch-Südwestafrika, geboren am 9. Mai 1849 zu Strümpfelbronn in Baden, trat 1868 in das damalige 5. badische Infanterieregiment, wurde 1869 Leutnant, 1877 Oberleutnant, 1885 Hauptmann und trat, nach einer Wirksamkeit als Lehrer an den Kriegsschulen in Neiße und Hersfeld, 1891 als Kompaniechef in das 46. Infanterieregiment. 1893 zum Major befördert und zur Dienstleistung beim Auswärtigen Amt kommandiert, ging Leutwein im November 1893 nach Südwestafrika, mit dem Auftrag, den Hauptführer der unruhigen Hottentottenstämme, Hendrik Witbooi, zur Botmäßigkeit zu zwingen. Leutwein unterwarf die Khanas-Hottentotten, deren Häuptling, Andries Lambert, kriegsrechtlich erschossen wurde, und die Franzmanns-Hottentotten des Häuptlings Simon Kooper. Mit der Schutztruppe trieb Leutwein auch Witbooi in die Enge und veranlasste ihn nach der Niederlage in der Naukluft am 9. September 1894 zur freiwilligen Anerkennung der deutschen Oberhoheit. Witbooi wurde in seinem Stammsitz Gibeon angesiedelt und hat dann jahrelang als Unterhändler und Bundesgenosse wichtige Dienste geleistet. Durch Errichtung neuer, mit kleinen Truppenabteilungen besetzten Stationen brachte Leutwein im ganzen Lande die deutsche Oberhoheit zur Anerkennung. Anfang 1895 wurde er definitiv zum Kommandeur der Schutztruppe und zum Landeshauptmann ernannt, erhielt 1898 den Titel Gouverneur und wurde 1900 Oberstleutnant, 1902 Oberst und 1905 Generalmajor. An allen deutschen Maßnahmen in der Kolonie Deutsch-Südwestafrika seit 1895 war Leutwein persönlich beteiligt, hat den Kampf und die Verhandlungen geleitet. In drei Gefechten besiegte Leutwein 1896 die aufständischen Khauas-Hottentotten und die mit ihnen verbündeten Ostherero; die ersteren wurden gefangen und in Windhuk interniert, von den letzteren nur die Führer Kahimema und Nicodemus kriegsrechtlich erschossen. Der Oberhäuptling der Hereros, Samuel, mit 150 seiner Leute und ebenso Witbooi unterstützten dabei die Schutztruppe. Die 1897 ausgebrochene Rinderpest wurde verhältnismäßig schnell unterdrückt, und es begann nun die Fürsorge für die wirtschaftliche Entwickelung des Landes. Persönlich setzte Leutwein, während seiner Abwesenheit durch v. Lindequist  vertreten, 1898 im Reichstage den Bau der Bahnlinie Swakopmund-Windhuk durch, die 1902 eröffnet wurde, und beförderte 1902 die Anlage der Privatbahn Swakopmund-Otavi. Zu kriegerischem Auftreten veranlassten in dieser Zeit nur drei kleinere Aufstände, 1897 der des Hottentottenstammes der Afrikaner, 1898 der der Zwartbooi-Hottentotten und 1902 der der Grootfonteiner Bastards, die aber alle drei mit Hilfe eingeborener Bundesgenossen schnell niedergeworfen wurden. Im Oktober 1903 brach dann jedoch der Aufstand der Bondelszwaarts im äußersten Süden des Schutzgebiets aus, den Leutwein noch mit Hilfe Eingeborner bis Januar 1904 unterdrückte. Unterdessen aber hatten sich die Herero erhoben, und im Verlaufe des schweren Kampfes gegen sie fiel auch Witbooi ab. Die ersten Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung traf Leutwein, namentlich leitete er die beiden großen Gefechte von Onganjira (9. April) und Oviumbo (13. April), gab aber Mitte Juni 1904 das Kommando der Truppen an General von Trotha ab. Letzterer übernahm im November 1904 vorläufig auch die Gouverneurgeschäfte, Leutwein wurde auf sein Ansuchen beurlaubt und traf Ende Dezember 1904 in Deutschland ein. Im August 1905 erhielt er seine Entlassung als Gouverneur.

 

Lebenslauf

Geboren am 9. Mai 1849 in Strümpfelbronn (Großherzogtum Baden).

1869 Ernennung zum Offizier.

1885 Hauptmann und Kompaniechef.

1887 Lehrer an der Kriegsschule in Neisse (Provinz Schlesien).

1891 Lehrtätigkeit an der Kriegsschule in Hersfeld.

1893 Beförderung zum Major und nach Deutsch-Südwestafrika entsandt.

1894 Feldzug gegen Hendrik Witboi (Hottentotten = Namas)

1895 Kommandeur der Schutztruppe und Landeshauptmann von Deutsch-Südwestafrika.

1896 Kampf gegen die Hereros und Kauashottentotten.

1898 Ernennung zum Gouverneur von Deutsch-Südwestafrika (Landeshauptmann, bzw. Gouverneur vom 15.03.1894 bis 19.08.1905).

1899 Beförderung zum Oberstleutnant.

1901 Beförderung zum Oberst.

1904 Kampf im Hereroaufstand gegen die Hereros. Es kommt zu gravierenden Meinungsdifferenzen mit von Trotha und letztlich dem Deutschen Generalstab.

1905 Beförderung zum Generalmajor und mit Pension ausgeschieden, gleichzeitig auf seinen Antrag von der Stellung als Gouverneur enthoben; von Trotha wird sein Nachfolger als Gouverneur in Deutsch-Südwestafrika.

1909 z. D., wohnt in Überlingen am Bodensee.

Am 13.04.1921 in Freiburg (Baden) gestorben.

 

Theodor Gotthilf von Leutwein schrieb neben militärischen Aufsätzen aus früherer Zeit: